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Manche Orte ohne Mobilfunk

Technisches Problem legt am Donnerstag in Bretten und Umgebung den Strom lahm

Zweieinhalb Stunden lang herrschte am Donnerstag ab etwa 18.40 Uhr Stille und dann auch Dunkelheit. Der Grund dafür lag in Rinklingen.

Da half alles Tippen nichts: Mehrere Stunden mussten die Bürger im betroffenen Gebiet auf ihr Internet verzichten. Foto: Silas Stein picture alliance/dpa

Das Licht ging aus, in den Häusern und auf den Straßen. Und das Internet gleich mit. Zweieinhalb Stunden lang herrschte am Donnerstag ab etwa 18.40 Uhr Stille und dann auch Dunkelheit.

Auch der Mobilfunk brach in zwei der sechs vom Stromausfall betroffenen Brettener Ortsteile zusammen: In Büchig und Neibsheim war am Handy kein Durchkommen. Laut Netze BW waren auch Teile des Enzkreises betroffen sowie die Ortsteile von Walzbachtal.

Ein technisches Problem im Umspannwerk in Rinklingen, so viel wusste die Feuerwehr, legte den Strom in Bauerbach, Büchig, Dürrenbüchig und Sprantal ebenso lahm wie in Rinklingen und Neibsheim. Die Netze BW bestätigte dies.

„Wir haben alle Feuerwehrhäuser in den Ortsteilen besetzt, als es länger ging“, erklärt Oliver Haas, Feuerwehrkommandant. „Die älteren Menschen sind das noch so gewohnt“, sagt er. Tatsächlich kamen drei ältere Damen in Büchig zum Feuerhaus. Mit Taschenlampen bahnten sie sich den Weg durchs Dunkel.

„Es war schon etwas gespenstisch“, sagt Ruben Hipp. Der Abteilungskommandant der Feuerwehr vor Ort war in Büchig zugegen, als die Einwohnerinnen vorbeischauten. Sie wollten sich vergewissern, dass im Notfall jemand da sei. Der Abteilungskomandant beruhigte sie. Das sei Feuerwehr-Usus.

Feuerwehrhäuser muss bei Stromausfälle besetzt sein

Hipp weiter: „In Büchig füllten sich dann die Straßen nach und nach, viele kamen aus ihren Häusern.“ Zunächst dachte man, es betreffe vielleicht eine Sicherung im Haus. Doch der Blick nach draußen stellte klar: Das ist was Größeres. „Auch unseren Ortsvorsteher habe ich gesehen“, so Hipp.

Dieser selbst sagt lachend: „Es war fast ein bisschen wie früher, als sich die Leute abends auf dem Bänkchen vorm Haus trafen. Alle kamen raus, grüßten und erzählten, was sie gerade taten, als der Strom ausfiel.“

Schön sei das gewesen, so Uve Vollers. Die Vereinssitzung, die er gerade leitete, ging wegen fehlenden Lichts einfach mit der Dämmerung zu Ende. „Hat sich also etwas beschleunigt“, so Vollers munter.

Die Feuerwehrhäuser zu besetzen sei wichtig bei Stromausfällen, betont auch Oliver Haas. Denn im Falle von Notfällen, ob medizinischer oder anderer Natur sowie bei Bränden müsse man ja schnell helfen können.

„Ist beispielsweise ein Haus internetgesteuert, ein sogenanntes Smart Home“, ergänzt Hipp um ein Beispiel, „dann sind die Türen nach einer halben Stunde oder Stunde verschlossen, wenn die Akkus für die Notfallpufferung in den Schlosszylindern entladen sind.“ Seien dann etwa Kinder allein im Haus, könne schon eine Notlage entstehen.

„Wäre das länger gegangen als ohnehin schon“, so Hipp, „hätten wir Durchsagen an die Bevölkerung machen müssen.“ Feuerwehrkommandant Haas sagt, er sei schon im Gespräch mit der Stadtverwaltung gewesen über weitere Maßnahmen, als der Strom bereits wieder lief.

Mannschaften der Netze BW rückten gegen 18.30 Uhr aus

Die Netze BW teilten am Freitag mit, Mannschaften des Betriebsservices Enztal/Kraichgau seien am Donnerstag gegen 18.30 ausgerückt, um die Stromversorgung in Gondelsheim, den Walzbachtaler Ortsteilen Jöhlingen und Wössingen, im Neulinger Ortsteil Bauschlott, in den Brettener Ortsteilen Büchig und Sprantal, im Ortsteil Stein von Königsbach-Stein sowie in einem Randbereich von Weingarten wiederherzustellen. Sie bestätigen den Defekt an einem Schaltfeld im Umspannwerk Rinklingen.

Dieses habe den Stromausfall ausgelöst und dadurch Kabelfehler in Walzbach-Wössingen, Gondelsheim und Neulingen-Bauschlott verursacht.

Zunächst habe man erste Fehlerstellen eingegrenzt und dann mit der Leitstelle Schaltungen vorgenommen, um die Stromzufuhr über andere Versorgungsleitungen umzuleiten. „So war der Strom für den Großteil der betroffenen Kunden nach knapp einer Stunde wieder da“, heißt es und weiter, dass das Team beim Eingrenzen der Fehlerstellen schrittweise die Versorgung wieder herstellte, sodass bis 21.06 Uhr alle Netzkunden wieder versorgt gewesen seien.

Netze BW misst die Fehlerstellen ein

An diesem Freitag misst die Netze BW weiter mit Kabelmesswagen die Fehlerstellen ein. In Bauschlott im Bereich Landsiedlung und Ölbronnerstraße war dies gegen Mittag erledigt und die Reparatur in die Wege geleitet.

Bevor die Reparatur der Kabelfehler in Gondelsheim zwischen den Stationen Brettener Straße und Heck und in Walzbachtal Wössingen zwischen der Bruchsaler Straße 35 und der Station Sand erfolgen könne, messe die Netze BW auch hier mit dem Kabelmesswagen die exakte Fehlerstelle ein. Mit Reparaturarbeiten am Umspannwerk in Bretten-Rinklingen habe man begonnen.

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