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Neue Publikation

Verschleppt, kaserniert und ausgebeutet: Die Geschichte der Zwangsarbeiter bei E.G.O und Blanco

Renommierte Weltunternehmen mit dunkler Vergangenheit: Der Karlsruher Autor Werner Banghard beleuchtet die Geschichte der Zwangsarbeiter bei den Oberderdinger Firmen E.G.O. und Blanco.

Erinnerung in Stein gemeißelt: Nur sechs Namen auf zwei Gedenksteinen sind geblieben als Erinnerung an die rund 1.800 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die in der NS-Zeit in Oberderdingen kaserniert und ausgebeutet wurden. Foto: Tom Rebel

Sie wurden von den Nazis seit Kriegsbeginn aus vielen Ländern vor allem aus dem Osten als Beute ins Deutsche Reich verschleppt. Als Zwangsarbeiter mussten sie oft unter erbärmlichen Bedingungen in Haushalten, in der Landwirtschaft und in der Industrie Frondienste leisten. Man schätzt ihre Zahl auf 20 Millionen. Allein in Derdingen – wie der Ort Oberderdingen noch bis 1964 hieß – waren es rund 1.800, rund 40 Prozent davon Frauen. Über ihr Schicksal ist wenig bekannt, nur zwei Grabsteine erinnern heute an sechs Männer und Frauen, die hier zur Zwangsarbeit verdammt waren und diese nicht überlebten.

Ein heißes Eisen hat der gebürtige Flehinger Werner Banghard mit diesem dunklen Kapitel seiner Heimatgemeinde angepackt. „Zwangsarbeit in Derdingen“ heißt die Publikation, die dieser Tage im Sammelband „Kraichgau 2020“ im Verlag Regionalkultur erschienen ist. Herausgeber ist der Heimatverein Kraichgau. Darin beschreibt der Autor das Schicksal solcher Zwangsrekrutierter, die aus Frankreich (240) und dem Elsass (76), Italien (49) und Polen (117), vor allem aber aus der Sowjetunion (532) stammten. Auch aus dem Zuchthaus Ludwigsburg und dem dortigen Kriegsgefangenenlager STALAG wurden billige Arbeitskräfte rekrutiert.

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