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Nichts geht mehr in der Gastro- und Hotel-Branche

Viel Enttäuschung, nur wenig Verständnis

Von dem zweiten deutschlandweiten Lockdown sind vor allem die Gastronomie-Branche und die Hotel-Betreiber betroffen. Gastwirte und Hoteliers sind enttäuscht, dass es ausgerechnet sie wieder besonders hart trifft. Zudem gibt es Zweifel, dass der Lockdown wie von der Politik geplant auf vier Wochen begrenzt bleibt.

Ein Angebot für die Mitbürger: Inhaber Jürgen Geist und sein Team von der Metzgerei Geist werden auch während des zweiten Lockdowns wieder einen Außer-Haus-Verkauf von Mittagessen an, das im Wintergarten im Hof der Metzgerei abgeholt werden kann. Foto: Christof Bindschädel

Bretten. Seit dem frühen Mittwochabend sind die Spielregeln für den zweiten deutschlandweiten Lockdown bekannt. Die drastischen Corona-Auflagen sollen zwar zunächst einmal nur für den Zeitraum zwischen dem 2. November und 30. November gelten. Doch Verständnis gibt es hierfür nur ganz wenig. Dagegen herrscht vor allem in der Gastronomie-Branche sowie bei Hotel-Betreibern große Enttäuschung. Schließlich sind diese beiden Wirtschaftszweige wie schon beim ersten Lockdown im Frühjahr mit am stärksten betroffen.

Verschärfte Auflagen für den Einzelhandel

Während der Einzelhandel unter verschärften Auflagen weiterhin geöffnet bleibt, müssen Gaststätten, Restaurants, Bars, Kneipen sowie Hotels und Pensionen vier Wochen lang komplett schließen. „Man hat einfach das Gefühl, dass uns die Politik komplett kaputt machen will“, erklärt Roland Iwangoff. Er habe zwar schon länger damit gerechnet, dass die Vorgaben im Herbst wieder verschärft werden und dass im schlimmsten Fall die Gastronomie erneut dicht gemacht wird, sagt der Inhaber des Brettener Brauhauses Löwenhof.

„Aber es trifft die Falschen. Man weiß doch, dass es in Restaurants und Gaststätten so gut wie keine Corona-Infektionen gegeben hat“, meint Iwangoff. Er gehe übrigens nicht davon aus, dass die Schließung auf vier Wochen begrenzt bleibt. „Ich denke, dass die Situation über den kompletten Winter, also bis Februar oder März, so bleibt“, betont der Löwenhof-Wirt. Ab dem kommenden Montag werde man wieder sieben Tage die Woche jeweils von 12 bis 21 Uhr einen Abhol- und Lieferservice für Speisen anbieten, so Inwangoff, der zudem zeitnah die vom Staat angebotene Finanzhilfe beantragen will.

Wir waren zwar auf vieles gefasst, aber dass es noch einmal so drastisch kommt, hatten wir nicht gedacht.
Jürgen Geist, Inhaber Metzgerei Geist und Gasthaus Hirsch.

Etwas diplomatischer kommentiert Jürgen Geist die erneute Schließung von Gaststätten und Hotels. „Begeistert sind wir natürlich nicht von dieser Entscheidung“, sagt der Inhaber der Metzgerei Geist sowie des Gasthauses Hirsch. Weil jedoch die Infektionszahlen immer weiter stark gestiegen sind, habe man damit rechnen müssen, dass etwas passiert.

Da im Hirsch auch ein Hotelbetrieb integriert ist, ist Geist gleich doppelt vom Lockdown betroffen. „Wir waren zwar auf vieles gefasst, aber dass es noch einmal so drastisch kommt, hatten wir nicht gedacht“, sagt er. Auch Geist hofft, dass der Lockdown auf vier Wochen begrenzt bleibt, sicher könne man sich da aber nicht sein.

Verlust ist vorprogrammiert

In den kommenden Wochen werden Geist und sein Team in bewährter Manier einen Außer-Haus-Verkauf von Mittagessen anbieten, der im Wintergarten im Hof der Metzgerei unter Einhaltung sämtlicher Corona-Abstandsvorgaben über die Bühne geht. Da der Platz im Ladengeschäft begrenzt ist, werde man künftig freitags im Hof eine zweite Verkaufsstelle haben, berichtet Geist. Hier soll der Marktwagen, der sonst auf dem Wochenmarkt steht, zum Einsatz kommen.

„Mit unserem Mittagessen-Angebot und dem Verkauf über die Metzgerei können wir die Verluste, die wir durch die Schließung des Hirsch haben, ein bisschen kaschieren. Aber es ist trotzdem klar: wir werden in den nächsten Wochen Verlust machen“, betont Geist. Die Finanzhilfe des Staates werde man wie schon im Frühjahr höchstwahrscheinlich nicht in Anspruch nehmen.

Neben dem Hirsch sind natürlich auch das Hotel Krone am Brettener Marktplatz sowie das City Hotel Bretten am Seedamm von der Schließung betroffen, auch wenn der Betrieb hier nicht gänzlich untersagt ist. Hotels und Pensionen dürfen im November zwar keine Touristen mehr aufnehmen.

Allerdings sind Übernachtungen in Deutschland und damit auch in der Melanchthonstadt für notwendige und damit nicht touristische Zweck erlaubt. Sollte also ein Geschäftsreisender nach Bretten kommen, kann er die dortigen Hotelangebote nutzen. Ob das in den kommenden vier Wochen jedoch häufig der Fall sein wird, steht derzeit noch in den Sternen.

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