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Niedrige Wahlbeteiligung

13 neue Stimmen für die Jugend: Mitglieder des Jugendgemeinderats in Bretten gewählt

Bretten hat gewählt. Nicht nur den Bundestag, sondern auch den Jugendgemeinderat. Wie bei vielen vertrauten Abläufen hat die Corona-Krise auch hier ihre Spuren hinterlassen.

Am Montagnachmittag haben die Mitarbeiter 244 Stimmzettel gezählt, auf denen jeweils bis zu 13 Stimmen abgegeben wurden. Foto: Tom Rebel

Die Ergebnisse der Bundestagswahl sind bekannt. In Bretten wurde neben dem deutschen Parlament in diesem Jahr aber noch ein weiteres Gremium gewählt: der Jugendgemeinderat (JGR). 13 von 18 Bewerbern ergatterten einen Platz. Die Wahlbeteiligung hat gegenüber der vergangenen Wahl stark nachgelassen. Das dürfte vor allem mit Corona zu tun haben.

Marla Reiß und Miklós Kopcsándi waren am Montag gegen 14 Uhr sichtlich nervös. Zusammen mit vier weiteren Anwärtern auf die 13 Plätze des Brettener Jugendgemeinderats – Medisa Spahik, Eliz Bezdjian, Joey Becker und David Dillmann – warteten sie, bis das Rathaus-Team um Alisa Oehlbach und Chris Sommer alle Stimmen aus den neun Brettener Stadtteilen ausgezählt hatte. Mit ihnen wartete auch Oberbürgermeister Martin Wolff (Freie Wähler) auf das Ergebnis.

Dann kam der Moment der Entscheidung. Wolff verlas die künftigen Jugendräte inklusive der für sie abgegebenen Stimmen. Nicht alle der fünf Anwärter im Saal konnten aufatmen.

Geringe Wahlbeteiligung bei JGR-Wahl in Bretten wegen weniger Kontakt durch Corona

Für die Wahl des neuen JGR waren nach Mitteilung der Bretten Stadtverwaltung insgesamt 2.133 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren wahlberechtigt. Davon gaben letztlich 352 ihre Stimmen ab, was einem Anteil von 16,5 Prozent entspricht. Ein, wie OB Wolff kommentierte, „mageres“ Ergebnis, das weniger auf das mangelnde Engagement der Jugendlichen zurückzuführen sei, als auf die eingeschränkten Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme, etwa an Schulen.

Manche wollten aufgrund der Corona-Regeln keinen schulfremden Besuch.

„Manche wollten aufgrund der Corona-Regeln keinen schulfremden Besuch“, verriet Miklós Kopscándi. Die Werbung über die Sozialen Medien konnte die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Bei der vergangenen Wahl war die Beteiligung mit 29 Prozent noch fast doppelt so hoch.

Jeder Wahlberechtigte hatte insgesamt 13 Stimmen, da der JGR 13 Mitglieder hat. Den einzelnen Kandidaten konnte jede Wählerin und jeder Wähler höchstens eine Stimme geben, man musste aber nicht zwingend alle 13 Stimmen verteilen. Ein JGR-Wahlzettel war dann ungültig, wenn darauf mehr als 13 Stimmen vergeben waren.

Konstituierende Sitzung des Jugendgemeinderats in Bretten am 13. Oktober

Die Brettener JGR-Wahl wurde bekanntlich parallel zur Bundestagswahl abgehalten, deshalb waren in allen Wahllokalen in der Kernstadt sowie in den Stadtteilen jeweils separate Urnen für die JGR-Wahl bereitgestellt. Auch Briefwahl war möglich, davon machten 108 Wahlberechtigte Gebrauch.

Die konstituierende Sitzung des Brettener Jugendgemeinderats findet am 13. Oktober, statt. Bis dahin müssen die 13 neu gewählten Räte einen Sprecher ausgewählt haben, der die Interessen des Jugendgremiums gegenüber der Stadtverwaltung vertritt.

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