Skip to main content

Adieu 2020!

Was sich Brettener für das Jahr 2021 vornehmen

Wir fragen nach: Was nehmen sich Menschen in und um Bretten für das Jahr 2021 vor? Hat das Jahr der Pandemie zu besseren Vorsätzen geführt – oder sind Vorsätze nur etwas für Leute, die nicht improvisieren können?

Offizielle Empfänge sind abgesagt: Vielerorts wie etwa in Bretten haben Neujahrsempfänge einen festen Platz im Veranstaltungskalender. Coronabedingt fallen diese Events, bei denen die obligatorischen Glücksschweinchen und Neujahrsbrezeln nicht fehlen dürfen, im Jahr 2021 allesamt aus. Foto: Tom Rebel

„Gut ist der Vorsatz, aber die Erfüllung schwer“ – das wusste schon Goethe. Die Mitgliedschaften in Fitnessstudios gehen immer am Anfang des Jahres durch die Decke, kleine Kioskbesitzer klagen über weniger Tabakumsätze und so manch einer arbeitet am Drang, bei jeder Vibration auf sein Handy zu schauen.

Doch wir alle befinden uns dieses Jahr nicht am Ende des Jahres 2011, als unsere größte Sorge noch ein endender Maya-Kalender und ein dazu passender Roland Emmerich-Streifen war.

Wir befinden uns am Ende des Jahres 2020 – und was kann man sich schon für das Jahr 2021 vornehmen, wenn man gar nicht weiß was man erwarten kann? Wir haben Menschen in und um Bretten gefragt, was sie sich für dieses außergewöhnliche Neujahr vornehmen.

Vorsätze für das neue Jahr in Bretten - Jennifer Hammer Foto: Jonas Walter

Jennifer Hammer aus Flehingen lässt es dieses Jahr ruhig angehen. Mit ihrem neun Monate alten Sohn Bastian seien Termine wie „Schall und Rauch“. Deshalb nehme sich die junge Mutter dieses Jahr nicht den ersten Januar als Stichtag für ihre Neujahrs-Vorsätze, anders als in den vorigen Jahren. Verbessern will sie sich im neuen Jahr aber trotzdem: Für die Gesundheit könne sie im Moment nämlich leider nur dann etwas tun, wenn es der Zeitplan zulässt. Um dafür mehr Zeit zu finden, gerade auch für ihren Sohn, will sie sich besser strukturieren. Das sei auch wegen der Situation nicht so einfach wie es klingt: Das Gespräch mit anderen Eltern bleibe in Zeiten von Quarantäne und Isolation leider oft auf der Strecke, und damit auch hilfreiche Tipps und der Austausch untereinander. Ihre Vorsätze sind dieses Jahr zwar anders als in anderen Jahren, das liege aber an ihrem Familienzuwachs, und nicht an Corona.

Vorsätze für das neue Jahr in Bretten - Omiete und Soala Depe Tchatchu Foto: Jonas Walter

Auch das Mama-Tochter-Duo Omiete und Soala Depe Tchatchu aus Bretten freuen sich auf das neue Jahr. Soalas größter Wunsch ist es, ihre Cousinen und Cousins wieder treffen zu können. Das gestaltet sich schon bei denen in Deutschland schwierig, besonders aber bei jenen in Frankreich, Kamerun und Kanada. Vorsätze hat sie keine: „Eigentlich bin ich ganz zufrieden mit mir selbst. Ich weiß gar nicht was ich besser machen könnte!“ Auch wenn Mama Omiete dazu bestimmt das ein oder andere einfallen würde, ist ihr Wunsch fürs neue Jahr ein ganz ähnlicher. Sie wünscht sich, wieder ungezwungen und regelmäßig Leute sehen zu können. Für das neue Jahr hat sie sich vorgenommen zu schätzen, was man hat, statt immer unzufrieden mit dem zu sein, was man nicht hat.

Vorsätze für das neue Jahr in Bretten - Helga und Kurt Leonhardt Foto: Jonas Walter

Kurt und Helga Leonhardt waren noch nie große Freunde von Vorsätzen. „Wir haben viel miterlebt, unter anderem noch das Ende des Krieges. Natürlich, man hat sich immer Gesundheit gewünscht, und das tuen wir besonders dieses Jahr. Aber Vorsätze machen wir uns keine.“ Beide sind glücklich darüber, dass sie mit über 80 Jahren geistig und körperlich noch fit sind. „Da haben wir schon ganz andere Geschichten mitbekommen,“ so Kurt Leonhardt. Beide freuen sich darauf, nächstes Jahr Normalität zurück zu bekommen: Helga Leonhardt freut sich auf ihr Turnen, Kurt Leonhardt auf seinen „Freundschafts-Handschlag“ mit seinen Enkeln und Enkelinnen.

Vorsätze für das neue Jahr in Bretten - Selvihan Aktas Foto: Jonas Walter

Selvihan Aktas ist Studentin für Zahnmedizin an der Universität München. Über die Ferien ist sie heimgekommen, um die freie Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Was Vorsätze angeht ist sie zwiegespalten: „Auf der einen Seite bin ich nicht zufrieden damit, wie ich in den letzten zwei Semestern abgeschnitten habe. Ich will besser sein. Auf der anderen Seite nervt mich aber dieser dauernde Verbesserungsdrang.“ Verbesserung sei zwar wichtig, so Aktas, aber auch ein dauernder Stressfaktor. Sie glaube nicht, dass sie die einzige Person sei, die Stress hat und denkt, dass es vielleicht gesünder sei einfach mal nicht zu versuchen besser zu werden. „Höher, schneller, weiter ist nicht immer der Weg!“

Vorsätze für das neue Jahr in Bretten - Eric Alimov Foto: Jonas Walter

Eric Alimov ist Sportler durch und durch. Er will nächstes Jahr viel für seinen Lieblingssport Basketball trainieren und hat sich vorgenommen, nächstes Jahr einen Drei-Punkte-Wurf zu treffen. Er wünscht sich inständig mehr Aktivitäten, und hofft auch dass der City Cup 2021 stattfindet – auf den will er dieses Jahr auch trainieren und dafür regelmäßig Joggen gehen. Der 11-jährige glaubt, dass Vorsätze helfen können, sich als Mensch zu verbessern. Die müssten aber nicht am Jahresende gefasst werden, sondern könnten zum Beispiel auch am Monatsende gefasst werden. Wichtig sei vor allem, dass man dranbleibe: Bei ihm helfe ihm da dieses Jahr seine Oma. „Die sammelt alle Berichte und Zeitungsartikel, in denen ich vorkomme, und hängt sie auf. Und wenn dieser Artikel dann da hängt, werde ich mich immer an meine Vorsätze erinnert.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang