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Nur noch mit Termin

Wegen Corona läuft beim Brettener Bürgerservice nun vieles anders

Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen läuft die Arbeit im Bürgerservice in Bretten anders als gewohnt. Auch für die Bürger ändert sich nun bei den Abläufen einiges.

Der Bürgerservice hat umgebaut. Die neuen Trennwände dienen nicht nur dem Datenschutz, sie helfen auch beim Abstand halten. Foto: Sidney-Marie Schäfer

Besucher, die selbstbewusst auf den Eingang des Bürgerservice zusteuern, werden aktuell enttäuscht. Die Tür mit Bewegungsmelder öffnet sich keinen Zentimeter. Der Zutritt ist nur Bürgern mit Termin erlaubt und auch diese müssen draußen warten, bis sie aufgerufen werden. „Aktuell haben wir eine Wartezeit von bis zu anderthalb Wochen“, erklärt Diana Kern. Die Leiterin des Bürgerservice betont, dies sei nichts im Vergleich zu anderen Städten wie Karlsruhe.

„Letztens hat sogar eine Frau aus Frankfurt angerufen und nach einem Termin gefragt, weil es bei ihr so lange dauert“, erzählt Kern. Sie hätte ihr aber nicht weiterhelfen können.

Die Wartezeiten gibt es wegen der neuen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Der Bürgerservice in Bretten hatte zu Beginn der Krise Mitte März zunächst komplett geschlossen. Einen Monat später konnten Besucher wieder mit Termin vorbeikommen. Seitdem stehen Plexiglasscheiben als Spuckschutz in dem Arbeitsbereich der Mitarbeiter. Besucher müssen während der Zeit im städtischen Gebäude eine Maske tragen. Zusätzlich gibt es im Eingang Abstandsmarkierungen auf dem Boden.

Aktuell haben wir eine Wartezeit von bis zu anderthalb Wochen.
Diana Kern, Leiterin Bürgerservice

Brettener können zudem weitere Umgestaltungen in den Räumlichkeiten feststellen. Große blaue Trennwände mit kleinen Löchern stehen zwischen den einzelnen Arbeitsbereichen. Die akustischen Barrieren dienen dem Datenschutz.

Die Abgrenzungen seien auch als zusätzliche Schutzmaßnahme sinnvoll. Die Umgestaltungen sind schon lange geplant gewesen, erklärt Kern. Es sei ein glücklicher Zufall, dass die Wände in dieser Zeit einen weiteren Zweck erfüllen. Im Rahmen der Neugestaltung wurden außerdem Sitz-Steh-Tische für die Mitarbeiter angeschafft. Diese sollen zu einem ergonomischen Arbeitsplatz beitragen, heißt es in einer Pressemeldung der Stadt.

Anliegen können nicht schneller bearbeitet werden

Bereits seit einem Umbau im letzten Jahr gibt es drei Bearbeitungsplätze für Bürgeranliegen. Die Stadt hatte zuvor nur zwei Stellen. Somit können aktuell drei Termine gleichzeitig vergeben werden. Diese seien auch täglich ausgebucht. Ein Platz wird immer für eine halbe Stunde reserviert.

Die Mitarbeiterinnen bräuchten Zeit, um die Arbeitsfläche und Stifte mit einem Desinfektionstuch zu reinigen. Trotz der neuen geregelteren Zeiten, könnte man Anliegen nicht schneller bearbeiten als sonst. „Ich bin jetzt den halben Tag mit der Vergabe von Terminen beschäftigt“, erklärt Kern.

Obgleich solle dieses System auch nach der Coronakrise zum Teil beibehalten werden. Der Bürgerservice werde einen der Plätze für Brettener mit Termin reservieren.

Aktuell ist der Bürgerservice vor allem mit der Vergabe von Personalausweisen beschäftigt. Vierteljährlich schreibt die Stelle alle Bürger an, deren Dokumente demnächst ablaufen. Diese hätten sich aufgrund der Schließung gedulden müssen, und kümmern sich aktuell um die Verlängerung. Auch Reisepässe seien stark gefragt. „Ich weiß nicht, wo die Leute aktuell hinwollen“, wundert sich Kern.

Insgesamt hätten alle Seiten das neue Terminsystem gut aufgenommen, betont die Stadt. Bei Notfällen mache der Bürgerservice zudem Ausnahmen von der Terminregel. Bei einem Todesfall im Ausland habe sie die Unterlagen direkt bereitgestellt, erklärt die Leiterin des Bürgerservice.

Aufgaben des Bürgerservice

Rund 32.000 Brettenerinnen und Brettener kamen im vergangenen Jahr mit Anliegen zum Bürgerservice. Die Anlaufstelle ist nicht nur für das Verlängern und Erstellen von Ausweisdokumenten zuständig. Die Aufgaben gliedern sich in drei Bereiche.

Das Amt bietet Dienstleistungen wie die Ausgabe von Aufenthalts- und Haushaltsbescheinigungen, Wohnberechtigungsbescheinigungen, Parkausweisen für Schwerbehinderte, Briefwahlunterlagen, Fischerscheinen und Gewerbebescheinigungen an. Außerdem können sich Bürger dort ummelden oder Dokumente beglaubigen lassen.

Des Weiteren können im Bürgerservice Anträge, beispielsweise für Elterngeld, einen Schwerbehindertenausweis oder Führungszeugnisse eingereicht werden.

Auch Servicethemen werden in der Anlaufstelle bearbeitet. Die Mitarbeiter helfen in Fundangelegenheiten, verkaufen Müllsäcke und kümmern sich, wenn Bürger Sperrmüll anmelden möchten.



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