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RP informiert im Gemeinderat

Weil der Lkw-Verkehr weiter zunehmen wird, ist die B294-Umfahrung für Bretten unumgänglich

Die geplante Südwesttangente Ortsumfahrung Bretten soll spätestens im Jahr 2030 fertig sein. Das stellte Oberbürgermeister Martin Wolff (Freie Wähler) bei der jüngsten Gemeinderatssitzung klar. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist der Bau dieser Trasse unumgänglich.

Ein Verkehrsknotenpunkt der Großen Kreisstadt: Die Brettener Wilhelmstraße, die ein Teil der Bundesstraße B294 ist, ist nicht nur zu den Hauptverkehrszeiten stark frequentiert. Foto: Tom Rebel

Das Ziel für die Realisierung der geplanten Südwesttangente Ortsumfahrung Bretten ist klar: Spätestens im Jahr 2030 soll die neue Trasse fertig sein. Dass bekundete Oberbürgermeister Martin Wolff (Freie Wähler) bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend, nachdem Helmut Wößner, Projektleiter für die Brettener Südwesttangente beim Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe, den aktuellen Sach- und Planungsstand vorgestellt hatte.

„Man darf hierbei nicht nur an das Heute denken, man muss auch an das Morgen denken“, forderte der OB.

Der Lkw-Verkehr werde weiter zunehmen, darauf müsse man sich einstellen und eine Lösung suchen. Diese Einschätzung bestätigte auch Stefan Wammetsberger vom Karlsruher Ingenieurbüro für Verkehrswesen Koehler & Leutwein, das ergänzend zu den Planungen des RP für die Stadt Bretten eine Verkehrsuntersuchung durchgeführt hat. Demnach fahren derzeit rund 19.600 Fahrzeuge täglich über die Wilhelmstraße, davon etwa 2.100 Lkw.

Allein durch die B294-Ortsumfahrung würde sich das Verkehrsaufkommen um rund 4.000 Fahrzeuge reduzieren. „Der Schwerverkehr ist ein Problem“, so Wammetsberger.

RP-Projektleiter Wößner teilte mit, dass mittlerweile die Luftschadstoff- sowie die schalltechnischen Untersuchungen abgeschlossen sind. Im ersten Quartal 2022 sollen die gutachterlichen Leistungen abgeschlossen sein, damit man sich auf die sogenannte Vorzugsvariante festlegen kann. Mitte 2022 wolle man eine Empfehlung an Bund und Land geben, schließlich müsse der Bund als Baulastträger dem Projekt zustimmen.

Die Grünen melden erneut Zweifel an

In der anschließenden Debatte wurde deutlich: Die große Mehrheit der Fraktionen steht hinter der Umgehung, lediglich die Grünen meldeten erneut Zweifel am Nutzen der geplanten Trasse für die Große Kreisstadt an. Wenn man den Preis für die Umfahrung dem Nutzen, den diese für Bretten angeblich bringe, gegenüberstelle, ergebe sich daraus „eigentlich kein schlüssiges Ergebnis“, das für die Umfahrung spricht, meinte Fraktionschef Otto Mansdörfer.

Zudem sei der Blickwinkel aus Bretten ein gänzlich anderer als der Blickwinkel des RP, meinte Mansdörfer und stellte mit Blick auf die Gartenschau, die Bretten bekanntlich im Jahr 2031 ausrichtet, unmissverständlich fest: „Dann müsste diese Straße spätestens 2029 fix und fertig sein.“

Die Entlastung, die diese Umfahrung bringt, ist deutlich größer als die Belastung.
Bernd Neuschl, CDU-Stadtrat

Die CDU begrüßte in Person von Stadtrat Bernd Neuschl die geplante Umfahrung „ausdrücklich“, schließlich bringe diese nicht nur für die Innenstadt eine spürbare Entlastung, sondern auch für die Peripherie. „Die Entlastung, die diese Umfahrung bringt, ist deutlich größer als die Belastung“, betonte Neuschl. Als „höchst notwendig“ bezeichnete Aktiven-Stadtrat Aaron Treut die geplante neue Strecke, für die Verbesserung des städtischen Klimas sei sie „alternativlos“.

Treut warf den Grünen vor, „Sand ins Getriebe“ zu streuen, dabei würden 89 Prozent der Stimmen aus dem Gemeinderat, die sich für die Südwesttangente ausgesprochen hätten, eine deutliche Sprache sprechen. Sowohl Treut als auch Neuschl forderten jedoch vom RP, den Tunnel, der in der Nähe des Rinklinger Grillplatzes enden soll, um rund 300 Meter zu verlängern. „Das ist ein Naherholungsgebiet, in dem zudem ein Waldkindergarten ist“, erklärte Neuschl.

Zwei weitere Projekte sind auf den Weg gebracht

Daneben informierte Axel Speer, der leitende Baudirektor des RP, über zwei weitere Verkehrsprojekte rund um Bretten. Bei der Baumaßnahme am Gölshäuser Dreieck ist für diesen Donnerstag, 25. November, ein weiteres Gespräch mit der Stadtverwaltung anvisiert, der Planfeststellungsbeschluss soll, wenn möglich noch Ende des Jahres oder spätestens Anfang 2022 gefasst werden.

„Hier sind wir schon sehr weit“, betonte Speer und fügte an, dass man für die Ausführungsplanung dann noch etwa eineinhalb Jahre rechnen müsse: „Aber ich denke, dass wir 2024 in Bau gehen können.“

In Sachen Radweg von Bretten nach Großvillars steht die sogenannte Vorzugsvariante mittlerweile fest. Die Radwegbreite werde 2,50 Meter betragen, so Speer, zudem ist eine Straßenquerung im Bereich des Hühnerhofs Burkhard vorgesehen. Es gebe hierfür Musterlösungen, erklärte der RP-Baudirektor, „und zwar genau für solche Planungen, wie wir sie hier haben“. Seitens des RP wolle man diesen Radweg „so schnell wie möglich bauen“, versicherte Speer.

Grünen-Fraktionschef Mansdörfer und FWV-Stadträtin Sibille Elskamp machten sich hier für eine Querung in Form einer Brücke stark. Daraufhin forderte OB Wolff, dass das RP diese Möglichkeit in seine Überlegungen auf jeden Fall miteinbeziehen sollte, schließlich sei dieser Vorschlag nun schon mehrfach im Gemeinderat vorgebracht worden.

Das werde man sicherlich tun, sagte Speer, stellte aber auch klar: „Eine solche Brücke kann man auch später noch bauen.“

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