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Freizeit in der Pandemie

Welche Gesellschaftsspiele in Bretten besonders gefragt sind

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist das Brettspiel eine nette Abwechslung, um lange Abende zu versüßen. Spiele haben Hochkonjunktur. Zu den Klassikern wie Domino oder Cluedo gesellen sich dabei zahlreiche Neuerscheinungen.

Mit viel Begeisterung präsentiert Ulrike Müller in ihrer Buchhandlung Kolibri die Spielerenner der Saison. Foto: Sylvia Mutter

Manche jammern, andere machen das Beste aus der Krise und tun, was man schon lange mal vorhatte. Und flugs wird ein Abend im trauten Heim zum Abenteuer. Brett- und Gesellschaftsspiele erfahren eine Renaissance, Karten werden gemischt und Rätsel gelöst. Und manche Eltern von heute erinnern sich plötzlich an die eigene Kindheit, in der Spieleabende normal und sich Familienmitglieder auch näher waren.

Dass ein gemeinsamer Spieleabend um Welten interessanter sein kann, als die Berieselung durch den Fernseher, das entdecken die Menschen im Moment auch in und um Bretten.

Familie Neuschl ist ein gutes Beispiel: „Wir spielen regelmäßig mit den Enkeln, am liebsten Brettspiele“, meinen die beiden Großeltern. Sie versichern, dass es während der gemeinsam verbrachten Abende lustig zugeht. Ob es daran liegt, dass Familie Neuschl im „Brettspiel“ wohnt, scheint naheliegend zu sein.

Klassiker, neu aufgelegt

Auch im Handel spürt man eine Wiederentdeckung bekannter Spiele „in neuem Gewand“. Eine beeindruckende Auswahl an Spielen bietet beispielsweise der Drogeriemarkt Müller in Bretten. Wobei neben dem Klassiker „Cluedo“, die neue Version von „Monopoly“ mit der Schlossallee und der Ereigniskarte „Gehen Sie nicht über Los, ziehen Sie keine 4.000 Mark ein” besonders gut läuft. Die Neuauflage nennt sich „Junior Banking“. Auch Puzzle mit vielen 1.000 Teilen sind wieder „schwer angesagt“, wie eine Kundenberaterin während zwei jungen Eltern schildert.

Mitarbeiter der Brettener Buchhandlung Osiander beobachten wiederum ein wachsendes Interesse an den Kartenspielen „Domino“ und „Uno“. Das „Spiel des Jahres“ ist mit seinen verschiedenen Editionen beliebt bei Jung und Alt. Abwandlungen oder Weiterentwicklungen bekannter Spiele wie „Stadt, Land, Vollpfosten“ liegen ebenfalls voll im Trend. Hier wurde der Klassiker „Stadt, Land, Fluss“ durch außergewöhnliche Quizfragen aufgewertet.

Exit ist der Renner, vor allem bei Familien.
Ulrike Müller, Buchhändlerin

Ulrike Müller, Inhaberin der Buchhandlung Kolibri, sieht „Exit - Das Spiel“ mit seinen unterschiedlichen Versionen ganz weit vor. Es gilt als das meistverkaufte Spiel des Jahres. „Exit ist der Renner, vor allem bei Familien“, sagt die Buchhändlerin.

Familien verbrachten ganze Abende mit stundenlangem Rätseln und Knobeln, meint sie. Eine Kundin fragt nach einem schon etwas älteren Spiel namens „Leo muss zum Friseur“ aus dem Jahr 2014. „Leo“ ist freigegeben für Kinder ab sechs Jahren. Für Kinder ab fünf Jahren eignen sich beispielsweise „Können Schweine fliegen?“ und „Die Crew – Wir sind die Roboter“. Hier geht es um das Phänomen „Zeit“.

Stadtbücherei verleiht auch Spiele

Doch auch Ulrike Müller räumt ein, dass das Angebot riesig ist und die Entscheidung mitunter nicht leicht fällt. Wer deshalb grübelt und möglicherweise keine Fehlentscheidung unter den Weihnachtsbaum legen möchte, dem bietet die Stadtbücherei Bretten wertvolle Hilfestellung.

Für Neugierige gilt die Devise: Leihen und bei Gefallen selbst kaufen. In der Unteren Kirchgasse 5 liegen zahlreiche Spiele zum Verleih bereit, ganz besonders beliebt ist aktuell „Konradin, der letzte Staufer“ von Gerald Huber aus der Kategorie „Spiele der Macht“. Dieses scheint vor allem bei Freunden des Peter-und-Paul-Festes beliebt zu sein und wird gewissermaßen als Ersatz für das abgesagte Fest gewertet. Mittelalter und frühe Neuzeit haben in Bretten immer Konjunktur, so könnte man sagen.

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