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Europaweite Aktionswoche

Wie Verpackungsmüll schrumpft: Experten geben Tipps auf dem Wochenmarkt in Bretten

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Karlsruhe hat auf dem Wochenmarkt in Bretten darüber informiert, wie Verbraucher Verpackungsmüll vermeiden können. Es zeigte sich: Die Brettener machen schon vieles richtig.

Christel Bock ( links ) informiert sich über die Möglichkeiten Abfall zu vermeiden.
Lisa Mohr, Fachberaterin des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landratsamt Karlsruhe 
gibt wertvolle Tipps.
Christel Bock (links) informiert sich über die Möglichkeiten, wie sie Abfall vermeiden kann. Lisa Mohr, Fachberaterin des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landratsamtes Karlsruhe, gibt wertvolle Tipps. Foto: Susanne Lindacker

Es ist eine Zahl, die erschreckt: 250.000 Tonnen Einweg-Behältnisse landeten 2022 im Müll. Und auch die weiteren Fakten lassen aufhorchen: In den Jahren 2019 und 2020 fielen rund 19 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle in Deutschland an.

Davon entstanden etwa knapp die Hälfte in privaten Haushalten. Papier, Pappe, Karton, Kunststoff, Glas, Holz und Metalle sind die Verpackungsmaterialien, die am häufigsten benutzt werden.

Europäische Aktionswoche kommt in Bretten an

Gleichwohl belasten die Produktion von Verpackungen sowie der Transport und letztlich auch ihre Entsorgung die Umwelt erheblich. Die europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) versucht mit einer Aktionswoche, die jährlich im November stattfindet, Antworten zu geben.

Sie ist die Dachkampagne für zahlreiche Initiativen, die sich dieser Aufgabe annehmen – gibt Tipps zur Müllvermeidung und Ressourcenschonung.

Dieses Jahr legt die EWAV in Brüssel den Fokus auf das Motto „Clever verpacken“ – „Lösungen gegen die Verpackungsflut“. Sie ruft dazu auf, die Herstellung und den Konsum umweltgerechter zu gestalten und Abfälle erst gar nicht entstehen zu lassen.

Marktbesucher rüsten sich in Bretten mit Leinentaschen aus

Wie das genau geht und was jeder einzelne Verbraucher dafür tun kann, konnten Besucher am Samstag auf dem Wochenmarkt in Bretten erfahren. Drei Mitarbeiterinnen des Abfallwirtschaftsbetriebs im Landkreis Karlsruhe hatten einen Infostand aufgebaut und standen für Fragen bereit.

Dabei stach sofort ein durchsichtiger Kubus ins Auge, der mit leeren Plastikflaschen, Folien, Kartons und Dosen gefüllt war. Er zeigte deutlich die Mengen Abfall, die Verbraucher verursachen.

Das Interesse daran, wie man Verpackungen einspart und an Verbraucherhinweisen sei groß, berichtet Lisa Mohr. Die Fachberaterin des Abfallwirtschaftsbetriebes verteilt mit ihren Kolleginnen Flyer, Infokarten sowie Leinensäckchen und Leinentaschen.

Die Menge an Restmüll geht eindeutig zurück.
Lisa Mohr
Fachberaterin

„Die Menge an Restmüll geht eindeutig zurück“, weiß sie, „das ist erfreulich.“ Mohr geht davon aus, dass dies auch auf ein umweltfreundliches und nachhaltiges Verhalten der Verbraucher zurückzuführen sei sowie auf das Bewusstsein der Bevölkerung, nachhaltig zu agieren. Die Aufklärungskampagnen trugen ebenfalls dazu bei.

„Das Einführen der Biotonne vor zwei Jahren kam bei den Verbrauchern gut an und lässt die Müllberge geringer anwachsen“, erklärte sie. Dennoch gäbe es noch genügend Arbeit, damit eine breite Masse erreicht werde.

„Weil die Bevölkerung zunimmt, entsteht auch mehr Müll“, erklärte Laura Theophil vom Sachgebiet Entsorgung. Sie regelt mit ihren Kollegen zunächst die nachhaltige Entsorgung des angefallenen Abfalles. „Danach gilt es, den Müll sortenrein zu trennen“, sagt sie weiter.

Hierfür gäbe es Fachfirmen, die diese Arbeit erledigen. „Wir schreiben die Leistungen aus und vergeben dann die Aufträge dazu“, erläutert sie, „so entsteht ein wichtiger Kontrollmechanismus.“

Einige Brettener Marktbesucher machen schon vieles richtig

Christel Bock aus Ruit, die ihre Einkäufe auf dem Wochenmarkt tätigt, verhält sich richtig. „Sie sparen dadurch einiges an Verpackungen“, lobt Mohr. „Ich kaufe auch keinen verpackten Salat“, sagt Bock. Und weiter gibt sie an, ganz bewusst ihre Lebensmittel bei den umliegenden Bauernhöfen zu besorgen. „Getränkeflaschen kaufe ich auch keine, ich lösche meinen Durst mit Wasser aus der Wasserleitung.“

Am Infostand kommt Ursula Unbehauen vorbei und möchte wissen, wo sie ihre gesammelten Korken abgeben kann. Da kommt selbst die versierte Fachfrau ins Straucheln und bemüht das Internet. Leider gibt es nur wenige Annahmestellen, findet sie heraus. Um dort hinzukommen, müsse bedauerlicherweise das Auto bewegt werden.

Ursula Unbehauen ärgert sich auch darüber, dass die Wertstoffannahmestelle im Brettener Osten die großen Folien, die bei der Lieferung von Holzbriketts anfielen, nicht annehmen. Theophil rät, dafür die Wertstofftonne zu benutzen. Als Fazit bleibt: Jeder Einzelne kann mit seinem Verhalten zur Verbesserung und Ressourcenschonung beitragen, so die Fachfrauen abschließend.

Fußabdruck verkleinern

Hinweise zur Reduktion des eigenen „Verpackungs-Fußabdrucks“ gibt es auf der Website des Abfallwirtschaftsbetriebs unter www.awb-landkreis-karlsruhe.de/verpackungsflut. Weitere Informationen zur europäischen Woche der Abfallvermeidung gibt es unter https://wochederabfallvermeidung.de/home/.

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