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Zabrgäubahn

Zabergäubahn soll an Bretten angebunden werden

Die Grüne Politik entdeckt die alte Strecke der Zabergäubahn wieder. Sie soll eine Lösung für die derzeitigen Verkehrsprobleme bringen - dabei stammen die Pläne aus dem 19. Jahrhundert.

Überlegungen zur Wiederbelebung: Die Grünen-Landtagsabgeordneten Stefanie Seemann (links) und Andrea Schwarz setzten sich mit dem Bundestangsabgeordneten Matthias Gastel für eine Reaktivierung der Strecke ein. Foto: Stefan Friedrich

Von Stefan Friedrich

Die Zabergäubahn aus ihrem Dornröschenschlaf holen und die Westanbindung bis Bretten forcieren: Dieses Ziel verfolgen die beiden Grünen-Landtagsabgeordneten Stefanie Seemann (Enzkreis) und Andrea Schwarz (Bretten). Es ist ein landkreisübergreifendes Projekt, an dem neben dem Enzkreis auch die Kreise Karlsruhe und Heilbronn sowie das Bundesverkehrsministerium beteiligt sein werden. Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel waren Seemann und Schwarz deshalb am Montag auf einer „Tour de Zabergäubahn“ unterwegs. Eine Station: das Komm-in in Sternenfels.

30 Prozent der Emissionen in Baden-Württemberg sind dem Verkehr geschuldet, bemerkte Seemann dort, „und gleichzeitig ist der Verkehr der Bereich, in dem in den vergangenen Jahrzehnten keine nennenswerten Einsparungen an Kohlendioxid gelungen sind.“

Im 20. Jahrhundert wurden bereits Trassen gebaut

Dabei sei hier eine der zentralen Stellschrauben zu finden, wenn es darum geht, die Klimakrise in den Griff zu bekommen. Der Bahnverkehr spielt dabei eine wichtige Rolle: Er müsse nur mehr und besser vernetzt werden, so Seemann. In diesem Sinne steht auch eine Reaktivierung der Zabergäubahn in der Debatte, die faktisch einem Neubau der Strecke gleichkäme.

Ganz neu ist das Thema übrigens nicht. „Im Kern ist es eine Forderung eines Sternenfelser Bürgermeisters noch aus dem 19. Jahrhundert“, verriet Seemann. Schon einmal sei man nahe an der Realisierung dran gewesen: Anfang des 20. Jahrhunderts. Damals wurden bereits Trassen gebaut, „nur die Verlegung der Gleise fehlte teilweise.“ Nun gebe es aber wieder neue Chancen und die Vorzeichen seien günstig: Nicht mehr der Autoverkehr steht im Fokus; das Thema ÖPNV rückt bei immer mehr Menschen ins Bewusstsein, ist Seemann überzeugt. Die Reaktivierung der Zabergäubahn werde auf Landesebene diskutiert. Und: es gibt neue Mittel vom Bund. „Das könnte eine Chance für die Westanbindung bedeuten“, so Seemann.

Das über Jahrzehnte in Deutschland Bahntrassen abgebaut und auf die Straße gesetzt wurde, sei ohnehin ein Fehler gewesen, so Gastel. Auch wenn eine Realisierung noch weit entfernt liege – zunächst müssten Machbarkeitsstudien angefertigt werden – trotzdem sollte deren Planung schon jetzt verfolgt werden. „Unser Ziel ist es, die Bahn wieder in die Fläche zu bringen.“ Der nächste Zugang zu einem Bahnhof müsse auf möglichst kurzem Weg erfolgen, auch durch eine bessere Anbindung ans Busnetz. Geld vom Bund stehe dafür zur Verfügung, „so viel wie noch nie“. Mit der Konsequenz, dass auch die Förderfähigkeit von kleineren Projekten nun möglich sind.

Machbarkeitsstudie soll kommen

Für den Enzkreis signalisierte der Erste Landesbeamte Wolfgang Herz Unterstützung für das Vorhaben, die es auch aus Karlsruhe geben wird: „Wir gehen davon aus, dass wir in zweiten Jahreshälfte die Dinge in Gang kriegen werden“, versicherte Kreisrat Otto Mansdörfer. Im Karlsruher Gremium formiere sich bereits der politische Wille, die Westanbindung über die Zabergäubahn zu untersuchen. Bis Jahresende, glaubt Mansdörfer, könnte eine Machbarkeitsstudie beauftragt sein. Problematisch ist aus seiner Sicht allerdings, dass der letzte Streckenabschnitt als Ausgleichsfläche für eine Umgehungsstraße verwendet werden soll. „Dieser Felsbrocken muss natürlich weggeräumt werden. Wir setzen da auf die Unterstützung des Landesverkehrsministers.“

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