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Vielfältiges Kulturangebot

300 Jahre Bruchsaler Schloss: Festwoche mit großem Jubiläumsprogramm

Mit einem Jubiläumsprogramm sollen im Sommer viele Besucher ins Bruchsaler Schloss gelockt werden. Anlass ist die Erinnerung an die Grundsteinlegung vor 300 Jahren. Was ist geplant?

Was 2020 beim Kultursommer klappte, soll in diesem Jahr in größerer Dimension wiederholt werden. Open-Air-Konzerte ab Juli gehören zum Jubiliäumsprogramm. Foto: Martin Heintzen

Die Lust auf Geschichte und Pracht ist den Menschen nicht vergangen. Im Bruchsaler Schloss waren am vorigen Wochenende alle Führungen ausverkauft. Und auch ohne Erläuterungen schauten sich viele Menschen um.

450 Besucher von Donnerstag bis Sonntag nennt Christina Ebel, die Verwaltungsleiterin des Schlosses. „Wir spüren einen Nachholbedarf in diesen Tagen, nachdem unsere Museen vorläufig auch dienstags und mittwochs geschlossen und Führungen auf zehn Personen beschränkt sind.“

Bis Februar dürfte sich keine Lockerung bei den Einschränkungen ergeben. Aber dann, im Frühjahr, möglichst bald, soll es losgehen mit Besonderheiten zum Jubiläumsjahr 2022 des Schlosses. Anlass gibt ein Tag vor 300 Jahren: Am 27. Mai 1722 begann mit der Grundsteinlegung der langjährige Bau des Barockschlosses mit späterer Inneneinrichtung des Rokoko.

Der Speyerer Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn wollte mit einer neuen Residenz zeigen, dass sein kleines Land selbstbewusst und zukunftsträchtig war. Er regierte seit 1719 zwischen den großen Nachbarn Baden und der Kurpfalz das Hochstift Speyer. Der weltliche und geistliche Herrscher wollte nach bitteren Kriegszeiten die Region voranbringen und repräsentieren.

Der Bischof und sein Bauplan fürs Schloss: Damian Hugo von Schönborn ließ 1719 den Grundstein für eine ganz neue Residenz in Bruchsal legen. Hier ist er in einem Deckengemälde des Schlosses dargestellt. Foto: Stadtarchiv Bruchsal

Das Hochstift umfasste weite Gebiete des späteren Landkreises Bruchsal von Obergrombach bis Rheinhausen, einschließlich einiger Nachbarorte wie St. Leon, Reilingen, Malsch und Rauenberg. Linksrheinischer Besitz kam hinzu. Beispielsweise die Gegend um Deidesheim und Herxheim. Bruchsal mauserte sich zum Regierungssitz, nachdem die Speyerer Bürger Schönborns Angebot ausgeschlagen hatten, wieder in ihrer Stadt die weltliche Zentrale zu erbauen. Schon Fürstbischöfe vor Damian Hugo waren nicht gut gelitten in der Reichsstadt.

Eine Festwoche lockt Ende Mai ins Schloss

„Es ist für uns von Schlösser und Gärten Baden-Württembergs üblich, dass die Grundsteinlegung als Fixpunkt für Jubiläen gilt. Im Vorjahr haben wir aus diesem Anlass das Schloss Mannheim gewürdigt“, erklärt Christina Ebel. Seit 2017 ist sie die Schlossherrin.

Christina Ebel leitet die Schlossverwaltung Bruchsal und freut sich aufs Jubiläumsprogramm. Foto: Simone Staron/Staronwerk

Ihr Lieblingsraum unter den vielen prächtigen ist ein eher kleiner, das Gewandzimmer, ein Appartement in der Beletage mit wunderbaren Tapisserien. Die stellvertretende Leiterin, Laura Baumann, ist am stärksten fasziniert von der Darstellung Apolls im Kuppelsaal. Ebels Team zur Verwaltung von Schloss und Garten umfasst 30 Köpfe einschließlich Gärtnern, Technikern, Schlossführerinnen.

Fürs Jubiläumsjahr sind beispielsweise neue Sonderführungen ausgearbeitet oder eine Ausstellung mit Gemälden des Schlosses. Zum ersten Großereignis fürs Publikum soll die Woche mit dem Feiertag Christi Himmelfahrt im Mai werden. „Dann bieten wir von Dienstag bis Freitag stündliche thematische Führungen, auch im Garten oder für Familien. Am Wochenende 28. und 29. Mai gibt’s dann freien Schlosseintritt zur Besichtigung“, kündigt Ebel an. Ein Kunsthandwerker-Markt im Ehrenhof kommt hinzu.

Bruchsaler Kulturanbieter arbeiten zusammen

Die Schlossverwalter haben außerdem die benachbarten Kulturanbieter im barocken Bezirk mit im Programm-Boot. „Die Institutionen wollen sich bewusst gemeinsam präsentieren“, sagt Thomas Adam vom Kulturamt Bruchsal. Städtisches Museum, das Museum mechanischer Musikinstrumente (DMM) mit Vorträgen und der Bruchsaler Kunstverein im Damianstor sind mit aktiv.

Unter dem Motto „Du und dein Schloss“ wurden Schulen von der Stadt zu einem Kunstwettbewerb aufgerufen. Die Ergebnisse mit vielfältigen Formen bis hin zu Spiel und Szene werden in der Jubiläumswoche ab 26. Mai präsentiert. Nicht zu vergessen das katholische Bezirkskantorat mit einem Festkonzert am 22. Mai in der Hofkirche oder den Kulturring mit einem Barockkonzert am 27. Mai im Kammermusiksaal.

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