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Während der Corona-Pandemie

Abi ohne Abschlussball: So erleben Gymnasiasten aus Bruchsal und Umgebung ihre Schulzeit

Das Abitur und die Zeit danach gehören zu den aufregendsten Monaten für Gymnasiasten. Doch die Corona-Pandemie macht einen Strich durch Abiball- und Abistreich-Pläne – auch im Raum Bruchsal.

Das Virus als Abilogo: Die 17-jährige Lorena Heid bereitet sich am Bruchsaler Justus-Knecht-Gymnasium auf das Abitur vor. Foto: Charlotte Blum

Ein leuchtender blauer Virus dominiert, passend zur Pandemie, auf dem Abipulli der Abiturienten des Justus-Knecht-Gymnasiums in Bruchsal. Das Abilogo steht schon mal, Abiball, Abistreich oder Abiparty nicht.

Die letzten Vorbereitungen auf das Abitur laufen bereits, doch wie geht das unter Pandemiebedingungen? Gibt es zwischen Wechselunterricht in Präsenz und Zuhause überhaupt noch Hoffnung auf einen Abiball?

Lorena Heid ist in der Kursstufe 2 der Abschlussklasse des JKG Bruchsal. Als Mitglied der SMV (Schüler mit Verantwortung) und des Stufenparty-Komitees berichtet sie, dass jegliche Aktion momentan flachliegt. Dennoch hält die Bruchsalerin am letzten Funken Hoffnung fest.

Der Abiball sollte stattfinden – egal ob in großer oder kleiner Fassung.
Lorena Heid, Schülerin am JKG Bruchsal

„Der Abiball sollte stattfinden – egal ob in großer oder kleiner Fassung. Eine praktische Option kann die Verlegung des Balls und der Zeugnisübergabe in ein Autokino sein“, so Lorena Heid. „Das wäre mal etwas anderes und zugleich pandemiegerecht an frischer Luft.“

Abiturienten erhoffen sich in der Pandemie feierlichen Abschluss

Mit dem Gedanken, dass es für die diesjährigen Abiturienten keinen Abiball geben könnte, gibt sie sich nicht zufrieden. „Bei solch einem chaotischen Schuljahr wäre es wichtig, einen feierlichen Abschluss zu ermöglichen. Zwischen all dem Stress hätten wir uns ein positives Ende verdient“, wünscht sich die 17-Jährige.

Michael Noll unterrichtet am JKG Bruchsal Leistungskurse im Fach Geschichte und Deutsch, die er seit 2004 als Fachlehrer und Tutor zum Abitur führt. Mit den jetzigen Abiturienten hat er großes Mitgefühl. „Der Abiturjahrgang blickt nicht nur auf ausgefallene Studienfahrten und Stufenpartys zurück, sondern befürchtet einen glanzlosen Abschied von der Schule sowie eine schwer zu planende Zeit danach. Das finde ich für die Schüler traurig, wenn man bedenkt, wie gemeinschaftsfördernd solche Aktivitäten der Stufe sind und wie gerne man sich später daran erinnert“, so Noll.

Für Schüler und Lehrkräfte stellt die Unterrichtssituation eine komplexe Herausforderung dar. „Das Fernlernen isoliert, fesselt an den PC und das soziale Miteinander fällt weg. Manchen kann es regelrecht krankmachen. Die Klausuren und das Abitur müssen dennoch vorbereitet werden“, erläutert der Lehrer.

Infektionszahlen nehmen Abiturienten in Philippsburg die Hoffnung

In Philippsburg steht auch für Fabian Ceh das Abitur in wenigen Wochen an. Im Copernicus-Gymnasium wird zwar schon überlegt, wie ein Abiball unter Pandemiebedingungen gestaltet werden könnte, aber die schwankenden Infektionszahlen nehmen den Abiturienten jegliche Hoffnung. Den Abiball nachzuholen, kommt für ihn nicht in Frage. „Mit dem Abitur endet ein Lebensabschnitt und gleichzeitig beginnt ein Neuer. Die Idee, den Abiball nachzuholen, wäre fehl am Platz. Die Zeit lässt sich eben nicht nachholen“, so der 18-Jährige.

Bei seinen Mitschülern macht sich deshalb großer Frust breit und die Stimmung der Kursstufenschüler ist betrübt. „Im Klassenzimmer wird viel weniger gelacht als vor der Pandemie. Jeder sitzt frustriert am Platz, da wir alle befürchten, dass es keine Abschlussfeier geben wird“, berichtet Silja Bornhöft aus Rheinhausen. In der Schulkarriere eines Gymnasiasten, ist der Abiball das Highlight. Wenn dieser ausfalle, haben viele Schüler kein Ziel mehr, worauf sie hinarbeiten können, erläutert sie.

Trotz deprimierender Lage, steht für die 18-Jährige eines fest: „Meine Freundin und ich kaufen auf jeden Fall ein Abikleid, egal ob mit oder ohne Abiball. Zur Not feiern wir unsere eigene, kleine Party Zuhause mit der Familie“, so die Abiturientin. Ob es einen Abiball und Ähnliches geben wird, steht noch in den Sternen. Die heutige Generation von Abiturienten wird jedenfalls die Hoffnung auf einen feierlichen Abschluss der Schulzeit nicht aufgeben.

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