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Baubeginn ist 2024

An Stelle der Siemens-Siedlung in Bruchsal entstehen 123 neue Wohnungen

Für Aufregung sorgte in Bruchsal der angekündigte Abriss der alten Siemens-Siedlung. Für rund 120 Mieter wird dann provisorischer Wohnraum benötigt. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft hat nun erklärt, wie das geht - und welche Neubauten geplant sind.

So soll das Gelände der Siemens-Siedlung Bruchsal einmal bebaut werden: Mit vierstöckigen Häuser. In den Blöcken rechts, an der Karlsdorfer Straße entstehen Eigentumswohnungen. Zur Germersheimer Straße hin (links) sind 90 Mietwohnungen vorgesehen. Foto: 3-D-Modell: Architekturbüro Wässa Bruchsal

Erst im Jahr 2024 beginnt der Abriss der alten Bruchsaler Siemens-Siedlung. Die Mieter in den 62 Wohnungen können beispielsweise in derzeit entstehenden neuen Häuser im Gebiet Weidenbusch ziehen. „Und dort bleiben oder wieder zurückkehren, wenn sie das möchten. Die Entscheidung müssten sie aber nicht vorher treffen“.

Das erklärte Jesús Morales, Chef der städtischen Bruchsaler Wohnungsbau GmbH. „Außerdem werden die Umzugskosten übernommen. Dafür gibt es Unterstützung von Stadt und Land Baden-Württemberg.“

Der Bruchsaler Wohnungsbau-Gesellschaft gehören die sechs Häuser, die für Siemens-Mitarbeiter rund um Speyrer und Hockenheimer Straße 1951 bis 53 entstanden. Weil deren umfassende Renovierung als unrentabel gilt, hat die Wohnungsbaugesellschaft den Abriss und schrittweisen Neubau beschlossen. Bruchsals Gemeinderat stimmte kürzlich dem Riesen-Projekt zu, das etwa 120 Menschen betrifft.

90 Miet- und 33 Eigentumswohnungen

Auf dem Gelände der ehemaligen Werkswohnungen sollen nach dem Abriss 123 neue Wohneinheiten entstehen. Erstmals stellten Geschäftsführer Morales und Bürgermeister Andreas Glaser (parteilos) die Nachfolgeplanung vor. Glaser ist Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnbau-GmbH.

Vorgesehen sind im Westen von Bruchsal sechs Wohnblöcke. Sie haben drei Stockwerke und meist ein Dachgeschoss mit begrüntem Flachdach. „Zum einen bauen wir 90 Mietwohnungen, davon die Hälfte mit Sozialbindung. Zum anderen 33 Eigentumswohnungen mit Tiefgarage an der Karlsdorfer Straße.“

Und dort bleiben oder wieder zurückkehren, wenn sie das möchten. Die Entscheidung müssten sie aber nicht vorher treffen.
Jesús Morales, Chef der städtischen Bruchsaler Wohnungsbau GmbH

Anstatt 62 Wohnungen auf dem Gelände mit 8.700 Quadratmetern werden 123 Einheiten errichtet. Bisher gibt es in der Siedlung höchstens Drei-Zimmer-Mietwohungen, künftig werden 28 Wohnungen mit vier oder fünf Zimmern zur Verfügung stehen. Dies sei eine auch für die Nachbarschaft verkraftbare Verdichtung, sagte Morales. Zumal pro Mietwohnung ein Stellplatz entstehe. Bisher dienten die Straßen als Parkraum. Fünf große Bäume blieben im Quartier erhalten, hieß es bei der Planvorstellung.

Aktuell hohe Nebenkosten ein Grund für kompletten Neubau

Bürgermeister Glaser nannte eine Investitionssumme von 30 Millionen Euro. Der städtische Wohnungsbau helfe, wichtige politische Ziele umzusetzen. Viele Jahre wurden nur Altbestände verwaltet. Im Weidenbusch (Pappelweg) oder in Untergrombach habe man mit Neubauten begonnen.

In der Siemenssiedlung sehen die Häuser äußerlich noch intakt aus. „Doch nicht nur die 1987 eingebauten Heizungen sind veraltet“, sagt Jesús Morales. Es gebe kaum Dämmung unter den Dächern, die Keller seien feucht, die Balkonböden undicht und überhaupt die Nebenkosten durch unmoderne Anlagen zu hoch.

Für Heizung und Warmwasser müssen Mieter derzeit 1,50 Euro pro Quadratmeter zahlen, anzustreben sei aber der deutsche Durchschnitt von einem Euro pro Quadratmeter. An Miete verlangt die Bruchsaler Wohnungsbau derzeit 6,50 Euro pro Quadratmeter. Dieser Mietzins wird in den künftigen Neubauten auf dem Gelände der Siemens-Siedlung auf über sieben Euro steigen.

Der provisorische Umzug in eine andere städtische Wohnung während der Bauzeit und der Weg zurück, werde aber bezahlt. Dieter Gohl vom Stadtplanungsamt erläuterte, wie Stadt Bruchsal und Baden-Württemberg auch notwendige Möbeleinbauten in solchen Fällen übernehmen.

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