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Lithium soll Stromversorgung sichern

Battery-Direct aus Bad Schönborn experimentiert mit leistungsfähigeren und reparierbaren Batterien

Im neuen Gewerbegebiet „Im Sand“ in Bad Schönborn-Langenbrücken baut eine Firma neu: Battery-Direct bietet besondere Batterien an, die eine unterbrechungsfreie Stromversorgung gewährleisten sollen. In Zeiten der Energiekrise ein interessantes Geschäftsfeld.

Snettboxen: Gerrit Schlagowsky, Geschäftsführer von Battery-Direct aus Bad Schönborn, zeigt den Einsatz von Lithiumbatterien in einem Wohnmobil.
Snettboxen: Gerrit Schlagowsky, Geschäftsführer von Battery-Direct aus Bad Schönborn, zeigt den Einsatz von Lithiumbatterien in einem Wohnmobil. Foto: Monika Eisele

Wenn sich Stromausfälle häufen, fangen nicht nur Unternehmen an, sich über Schutz- und Vorsorgeeinrichtungen Gedanken zu machen. Für so manche technische Einrichtung in Krankenhäusern ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) überlebenswichtig.

Das Zubehör dafür ist ein Geschäftszweig, den sich Battery-Direct in Bad Schönborn erschlossen hat. Bleibatterien und – seit einiger Zeit – Lithiumbatterien gehören ebenfalls dazu.

Geschäftsführer Gerrit Schlagowsky hat in Mannheim Maschinenbau studiert und „etwa auf halber Höhe gemerkt, dass ich großes Interesse an alternativen Energien und vor allem der Speicherung von Energie habe“, erzählt er.

2001 Maschinenbau-Studium abgeschlossen

2001 hat er sein Studium beendet und sich, zunächst in Mannheim, mit unterbrechungsfreier Stromversorgung befasst. „Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Bankautomaten, stecken Ihre Karte rein und der Strom fällt aus. Natürlich wollen Sie Ihre Karte wieder haben und vielleicht auch durch die elektrische Tür wieder raus. Dafür und vieles mehr braucht man USV“, erklärt Schlagowsky.

2004 erfolgte dann der Umzug nach Bad Schönborn. Für den Betrieb der USV standen bislang die herkömmlichen Bleiakkus parat. Ab 2009 machte sich Schlagowsky auf die Suche nach leistungsfähigeren Akkus und fing an, mit Lithium-Batterien zu experimentieren.

Dazu arbeitet Schlagowsky mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zusammen. Bereits 2016 wurde der erste Mitarbeiter für ein Entwicklungsteam eingestellt, inzwischen sind es neun. Seit 1. August gehört auch eine Frau dazu.

Batterietausch vereinfachen und standardisieren

Ziel ist, den Batterietausch für USV-Anlagen so zu vereinfachen und zu standardisieren, dass auch Menschen ohne spezifische Ausbildung und ohne fremde Hilfe die USV-Batterien ihrer Anlage tauschen können. „Bislang war es so, dass eine E-Bike-Batterie nur für dieses E-Bike nutzbar war. Das geht auch anders. Unsere Snettbox beispielsweise ist universell einsetzbar.“

Anwendung findet sie etwa in Wohnmobilen oder auf Schiffen, für Photovoltaik-Heimanlagen oder in Arbeitsmaschinen. „In Wohnmobilen finden drei Snettboxen und die zugehörige Verkabelung dort Platz, wo vorher die Gasflaschen installiert waren. Allerdings mit weniger Gewicht“, erläutert Schlagowsky.

Er hat sich selbst von der Leistungsfähigkeit bei einem Wohnmobil-Urlaub in Norwegen überzeugt. Derzeit wird bei der Apfelernte am Bodensee ein weiteres Einsatzgebiet erprobt.

Ein gewichtiger Vorteil für Umwelt und Kunden: Die Batterien können repariert werden. „Wenn wir mit potenziellen Kunden sprechen und sagen, dass wir in Deutschland produzieren, rennen wir offene Türen ein. Die Qualität ist besser, Liefer- und Kundenservice sind leichter als mit Partnern etwa aus China“, sagt Schlagowsky.

Um dieses Geschäftsfeld weiter auszubauen, wird im neuen Gewerbegebiet gebaut. Denn längst sind die Räumlichkeiten in der Ewald-Renz-Straße viel zu klein geworden.

„Wir haben wirklich lange darauf gewartet. Inzwischen bin ich Mieter in meinen ehemals eigenen Räumen, aber der Standort ist ideal.“ Die Zahl der Mitarbeitenden soll sich weiter erhöhen. Nicht nur für diese, sondern auch für die Produktion braucht man mehr Fläche. Ab nächstem Mai wird der neue Firmensitz im „Unteres Neufeld“ in Langenbrücken sein. Ab 2024 will man bei Battery-Direct 8.000 Snettboxen produzieren. „Die Diskussionen um Lithiumförderung am Oberrhein verfolge ich mit Interesse“, sagt Schlagowsky.

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