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Zur Pfotenpflege zum Friseur

Hundesalons dürfen trotz Corona wieder arbeiten

Die normalen Friseure dürfen zwar noch nicht wieder öffnen, aber für die Hundesalons gibt es seit dem 25. Januar Lockerungen. Allerdings müssen die Halter ihre Tiere möglichst kontaktlos übergeben.

Kontaktlos erfolgt die Übergabe von „Bailey“ zwischen Frauchen Daniela Kulevski (links) an Groomer Stefanie Blöchliger (rechts) Foto: Petra Steinmann-Plücker

Normalerweise geht Eddy, genau wie sein Kumpel Alvin, turnusmäßig zum Friseur. Dabei stehen neben waschen und schneiden auch die Pfotenpflege und das Freischneiden des Gesichtchens auf dem Programm. Eddy und Alvin sind Havaneser, eine Hunderasse mit flauschigem Fell, das regelmäßige Pflege braucht. Dabei gehe es weniger um die Schönheit, sondern vielmehr um die Vorsorge, sagt Frauchen Sophia Henrich aus Östringen.

Das längere Fell könne man ja noch ertragen, aber das Haarkleid neige zum Verfilzen. Sind die Haare um die Augen zu lang, könne es zu Entzündungen kommen. Nun hatte der strenge Lockdown auch zur Schließung der Hundesalons geführt.

Prompt war eine Kralle bei Eddy eingewachsen, weil zu lang, und verursachte eine schmerzhafte Verletzung, die beim Tierarzt behandelt werden musste.

Die Krallenkontrolle gehört genauso wie der professionelle Blick auf Augen, Zähne und Ohren zum Angebot des Hundefriseurs, auch Groomer genannt. „Viele Hundehalter, vor allem ältere Menschen, kommen zu Hause alleine nicht klar mit der Pflege“, weiß Aleksandra Blehs, die in Langenbrücken ihren Hundesalon „Liebesschnitt“ betreibt.

„Als Groomer unterstützen wir den Hundebesitzer fachkundig rund um das Tier“, so versteht sie ihren Beruf. Kürzlich hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim dem Eilantrag der Inhaberin eines Hundesalons auf Öffnung entsprochen.

Die Corona-Verordnung des Landes wurde dahingehend geändert, dass „Hundesalons, Hundefriseurbetriebe und vergleichbare Einrichtungen der Tierpflege“ ihre Leistungen seit dem 25. Januar wieder anbieten dürfen, vorausgesetzt die Tiere werden so kontaktarm wie möglich übergeben.

Übernahme in einer Schleuse

Schon während des ersten Lockdowns hatte Stefanie Blöchliger die vierbeinigen Kunden ihres Salons „Steffies Barberdog“ in Kirrlach mittels einer Schleuse übernommen. So müssen die Hundehalter ihre Geschäftsräume gar nicht erst betreten, auch das Bezahlen geht kontaktlos. Dass die Hundesalons im Dezember schließen mussten, konnte sie nicht nachvollziehen.

„In anderen Bundesländern war das nicht so“, sagt Blöchliger. Nun freuen sich aber Hundehalter und Hund gleichermaßen über die Öffnung. Und nicht nur „Schneiderassen“ wie Pudel, Yorkshire Terrier oder Malteser mit schnellwachsendem Fell, das leicht verknotet, sondern auch solche mit viel Unterwolle, die entfernt werden muss, damit der Hund sich wohlfühlt. Meist traue sich der Besitzer selbst nicht, höre sofort auf, sobald der Hund einen Mucks mache, so Blöchliger.

Oder der Besitzer vertue sich, wenn er mit der Haushaltsschere versucht, die Ohren freizuschneiden – was in einem Fall zu einem blutigen Ergebnis geführt habe, berichtet sie.

Wenn Frauchen oder Herrchen nicht dabei sind, kann sich der Hund viel besser auf mich konzentrieren.
Stefanie Blöchliger, Inhaberin von „Steffies Barberdog“ in Kirrlach

Oder der Hund lässt sich nicht gern von Frauchen behandeln wie „Maxi“, der Yorkshire-Malteser-Pudel-Mix von Ellen von der Krone aus Stettfeld. Bei Aleksandra Blehs dagegen finde er es toll. Auch bei ihr wird der Hund termingerecht und kontaktlos in einer Schleuse abgegeben und nach einer vereinbarten Zeit wieder abgeholt – frisch gebadet und rundum gepflegt.

Dass der Hundehalter nicht dabei bleiben darf, sei überhaupt kein Problem, sind sich Profis und Kunden einig. Im Gegenteil.

„Wenn Frauchen oder Herrchen nicht dabei sind, kann sich der Hund viel besser auf mich konzentrieren und es arbeitet sich viel einfacher“, bestätigt Stefanie Blöchliger. Und so wie „Bailey“, der Bolonka Zwetna von Daniela Kulevski aus Kirrlach, sind die meisten Hundekunden den Besuch beim Friseur von klein auf gewohnt.

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