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Trotz zögerlicher Beginn

Netzausbau durch die Deutsche Glasfaser in Kraichtal schreitet voran

Glasfaserausbau in der Region: Manche Gemeinden bangen, andere haben die Quote geschafft. Wir hören uns um in Kraichtal, Bad Schönborn, Ubstadt-Weiher und Kronau.

Gartenstecker Deutsche Glasfaser
Sie sind dabei: Der Gartenstecker zeigt an, welche Haushalte sich bereits für einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser entschieden haben. Foto: Petra Steinmann-Plücker (psp)

Kronau bekommt es, Ubstadt-Weiher auch: Der Ausbau der Glasfaser schreitet voran. Genauso wie in Philippsburg, Hambrücken und Graben-Neudorf. In Rheinsheim und Huttenheim könnte dieses Jahr schon die Bauphase beginnen.

Kraichtal hat die Quote geschafft. In Karlsdorf-Neuthard beginnt die Nachfragebündelung nächste Woche, Bad Schönborn hat den Kooperationsvertrag unterzeichnet und in Östringen steht dies demnächst an. Die Rede ist vom Ausbau eines schnellen Datenübertragungsnetzes in der Region.

Das Unternehmen Deutsche Glasfaser hat in den Landkreisgemeinden die Möglichkeiten des Netzausbaus geprüft und die Umsetzung im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit den Kommunalverwaltungen angeboten. Der Vorteil: Der Glasfaser-bis-ins-Haus- oder „Fiber-To-The-Home“ (FTTH)-Komplettausbau erfolgt eigenwirtschaftlich ohne Kostenbeteiligung der Gemeinde.

Corona zeigt Notwendigkeit für schnelles Internet

Voraussetzung: 33 Prozent der Haushalte entscheiden sich für einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser über 24 Monate Laufzeit. Dann ist der Hausanschluss noch bis zum Ende der Planungsphase kostenlos, danach werden mindestens 750 Euro berechnet.

„Gerade Corona hat die Notwendigkeit für ein schnelles Netz gezeigt“, sagt Ubstadt-Weihers Bürgermeister Tony Löffler (CDU). Und die flächendeckende Versorgung sei Ziel des Landkreises. Deshalb sei hier schon 2014 die Schaffung einer Hochleistungs-Fernleitung vorangetrieben worden. Den innerörtlichen Ausbau finanzierten die Kommunen selbst.

„Das kostet dann unter Umständen gleich ein paar Millionen“, sagt Kronaus Hauptamtsleiter Armin Einsele. So hat beispielsweise Bad Schönborn bereits 1,1 Millionen Euro investiert, um im Gewerbegebiet Langenbrücken und im Bereich der Schulen schnelle Datenleitungen per Glasfaser zu realisieren.

Vorhandene Infrastruktur wird von der Deutschen Glasfaser genutzt

Hier hatte der Gemeinderat bereits im April mehrheitlich für eine Kooperation mit der Deutschen Glasfaser gestimmt. Doch Bürgermeister Klaus Detlev Huge (SPD) unterzeichnete die Vereinbarung erst jetzt, „weil ich ganz sicher gehen wollte, dass die bereits vorhandene Infrastruktur auch tatsächlich von der Deutschen Glasfaser genutzt wird.“

Das sei inzwischen fest vereinbart, wie die Pressestelle auf Nachfrage informierte. Die Einschätzungen der Kommunalverwaltungen sind durchweg positiv. „Die Kupfergeschichte ist halt einfach endlich“, sagt Armin Einsele. „Nicht an heute, sondern an morgen denken“, erklärt Bürgermeister Huge.

Tony Löffler sieht darin auch eine Aufwertung der Immobilie, denn „Glasfaser macht mein Haus zukunftsfähig“. Außerdem gehört die Bereitstellung eines leistungsstarken Datennetzes für ihn zur Daseinsvorsorge. Dennoch war der Start der sogenannten „Nachfragebündelung“ zur Erreichung der „magischen“ 33 Prozent-Hürde in vielen Gemeinden holprig und zögerlich.

In Kraichtal sollen alle neun Ortsteile mit Glasfaser versorgt werden

In Kraichtal brauchte es „eine längere Vorlaufzeit, weil alle neun Ortsteile mit Glasfaser versorgt werden sollen“, gibt Bürgermeister Tobias Borho (SPD) Auskunft. Auch wenn kurz vor Ablauf der Frist noch ein paar Prozentpünktchen fehlten, hat es die Stadt geschafft. „Manche schieben es halt vor sich her“, meint Borho.

Auch in Ubstadt-Weiher und Kronau bangten so manche Glasfaser-Befürworter und schnelle Vertragsunterzeichner um die tatsächliche Realisierung des Ausbaus, wobei auch hier kurz vor Fristende die erforderliche Quote mehr als erreicht wurde. Diese anfangs eher „abwartende Haltung“ sei nicht ungewöhnlich, weiß Jörg Blum, Projektmanager der Deutschen Glasfaser.

Eine Fristverlängerung sei nicht ausgeschlossen, werde aber nach streng betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geprüft. Das habe jedoch im Landkreis Karlsruhe bisher noch nicht zur Debatte gestanden. Oft wirke auch der „Wir sind dabei“-Gartenstecker „ansteckend“, mit dem Hauseigentümer ihre Entscheidung sichtbar machen.

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