Skip to main content

Kleintierpark Bad Schönborn

„Regelrecht zerfleischt“: Malteser stirbt in Mingolsheim nach Angriff von zwei Wachhunden

Ein Malteser verblutet nach dem Angriff von zwei Wachhunden im Kleintierpark Bad Schönborn. Die Polizei ermittelt, warum der Zwinger der beiden Hunde offen war.

Hündin Lola
Hündin Lola ist nach dem Angriff von zwei Wachhunden gestorben. Foto: Simone Baier

Das Pony heißt Peter und die beiden Zwergesel Laura und Benni. Dann gibt es noch die Hinterwälder-Rinder Hulda und Rosi. 25 verschiedene Arten und rund 300 kleine und große Tiere leben im Kleintierpark Bad Schönborn.

Bei Familien mit Kindern ist er sehr beliebt. Zum Streicheln und Gucken. Auch Simone Baier aus Waghäusel kennt den Tierpark, besuchte ihn regelmäßig als ihre Kinder klein waren.

Mit ihrer Hündin Lola will sie am 27. Juli eine Runde auf dem Gelände drehen. „Wie aus dem Nichts kamen die beiden Wachhunde, haben sich auf meine Hündin gestürzt und sie regelrecht zerfleischt“, erzählt sie.

Hunde müssen im Tierpark in Bad Schönborn angeleint werden

Sie versucht noch dazwischenzugehen. Vergeblich. Lola verliert viel Blut und stirbt später beim Tierarzt. Der Schock ist groß. Bei der Hundebesitzerin und den Betreibern des Tierparks. Die Polizei ermittelt.

Hundebesitzer dürfen ihren Hund in den Tierpark mitnehmen, müssen ihn aber anleinen. So steht es auf der Homepage der Einrichtung. Simone Baier versichert, dass sie das getan habe.

Die Hündin habe auch keine Tiere gejagt, sondern sei „ganz brav“ auf dem Weg gelaufen. Vor den Gänsen, die dort sind, habe sie eher Angst gehabt.

Auch Hundehalterin wurde verletzt

Baier befürchtet, dass die Polizei den Vorfall mit Rücksicht auf den allseits beliebten Tierpark in Mingolsheim „unter den Tisch kehren will“. Erst Anfang Juli war mit einem großen Familiengottesdienst und einer Tiersegnung das 60-jährige Bestehen des Tierparks gefeiert worden.

Zwei Esel
Die Einrichtung in Mingolsheim wird mit großem ehrenamtlichen Engagement betrieben. Nach der Hundeattacke ist dort die Bestürzung groß. Foto: Torsten Ochs

Sie wendet sich deshalb an die Zeitung, weil sie die Hundehaltung problematisch findet. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Karlsruhe bestätigt auf BNN-Anfrage den Vorfall.

Nach den ersten Ermittlungen der Hundestaffel Karlsruhe seien die beiden Wachhunde, ein Schäferhund und ein Labrador, auf den kleinen Hund losgegangen und hätten ihn so schwer verletzt, dass er später beim Tierarzt gestorben sei. Auch die Hundehalterin sei bei dem Vorfall leicht verletzt worden.

Polizei ermittelt und findet offenen Zwinger

Dazu laufen derzeit weitere Ermittlungen. „Sie haben einen offenen Zwinger vorgefunden“, zitiert die Polizeisprecherin aus dem Bericht.

Warum die Wachhunde raus konnten, warum der Zwinger offen war und wer ihn möglicherweise geöffnet hat, soll jetzt untersucht werden. Dabei werde auch geprüft, ob die Hunde ordnungsgemäß gehalten und untergebracht seien.

Franz und Barbara Leitzig vom Vorstand des Trägervereins Kleintierpark Bad Schönborn sind bestürzt. „Der Vorfall tut uns sehr leid. Leider wissen wir nicht, wer die Tür zum Stall offen gelassen hat, und ob eventuell Besucher sich Zutritt verschaffen wollten“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Nach ihren Angaben warnt ein Schild davor, dass sich im Stall Wachhunde befinden: „Die Sicherheit aller ist unser höchster Anspruch, sodass wir in diesem Fall mit Hochdruck an der Aufklärung interessiert sind.“

Mit Wachhunden wurden Einbrüchen und Tierquälereien reduziert

Nach Angaben von Franz und Barbara Leitzig werden die Wachhunde gehalten, um nächtliche Einbrüche in der Vereinsgaststätte sowie Vandalismus im Tierpark zu verhindern. Nachts können die Tiere sich auf dem umzäunten Gelände frei bewegen.

Dadurch sei in den vergangenen zehn Jahren die Einbruchsrate im Tierpark erheblich zurückgegangen. Auch Tierquälereien, die früher oftmals vorgekommen seien, hätten sich reduziert.

nach oben Zurück zum Seitenanfang