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Nördlich des Bruchsaler Schlosses

Umleitung nicht klar ausgeschildert? In Bruchsal wird es durch Baustellen immer enger

Eine teilweise gesperrte Durchgangsstraße und mehrere Kanalarbeiten im Wohnviertel. Hinzu kommen Lkw, die sich verirren. Muss das gleichzeitig sein, fragen sich Bewohner im Bruchsaler Viertel nördlich des Schlosses.

Auf falscher Strecke unterwegs: Durch die Baustelle in der Schönbornstraße Bruchsal biegen manche Lastwagen falsch ab und beim Damianstor in die Straße „Am Schlossgarten“ ein. Foto: Martin Heintzen

Der ohnehin starke Durchgangsverkehr in Bruchsal nimmt wegen der derzeit beim Gefängnis gesperrten Achse Richtung Heidelberg manch seltsamen Wege. Dabei sorgen andere Baustellen wiederum für neue Nadelöhre.

Günter Buck hat es seit Wochen vor Augen: „Bei uns an der Asamstraße wird seit März an drei Zipfeln gleichzeitig gebaut, und dazu kommt noch die anhaltende Umleitung wegen der gesperrten Schönbornstraße.“ Kanalarbeiten zur Wasser- und Gasversorgung laufen zwei in der Asamstraße und eine „Am Schlossgarten“.

Das bringt schon mal genug zusätzliche Engstellen für Anwohner, Auslieferer und Arztbesucher. Oder Begegnungen von Lkw mit Geisterfahrern in der Einbahnstraße.

Umleitungsschild in Bruchsal viel zu klein

Diese Ballung von Behinderungen haben Anwohnern schon einmal öffentlich moniert. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, den Günter Buck beobachtet: „Viele Laster aus Richtung Innenstadt nehmen in der Friedrichstraße die falsche Umleitungsrichtung, wenn sie in Richtung Heidelberg wollen. Sie fahren dann auf die Styrumstraße, kommen beim ‘Bären’ runter und nicht in der erwarteten Richtung weiter.

Zu viele biegen dann in die Straße ‘Am Schlossgarten’ ein, wo eben gebaut wird. Die richtige Umleitung ist in der Friedrichstraße mit einem viel zu kleinen Schild gekennzeichnet.“ Selbst wenn die Lkw-Fahrer nicht am Schlossgarten entlang kurven, sondern durch das Damianstor wieder zurückfahren, haben sie eine unnötige Runde gedreht.

Kritische Anfrage im Gemeinderat zu Baustellen in Bruchsal

Auf Wunsch vieler Anwohner wie Günter Buck hat Bruchsals Stadtrat Werner Schnatterbeck (CDU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung eine Anfrage gestellt. Dabei sagte er: „Ich bin wie alle froh, wenn etwas geht, aber wenn in einem Wohngebiet gleichzeitig drei von vier Straßen durch Baustellen beeinträchtigt sind, ist das nicht günstig.“ Nicht ideal sei auch, wenn man durch eine Telefonstafette im Rathaus gezwungen sei, sechs Mal die Sache zu schildern.

Die Antwort des Bruchsaler Ordnungsamts an Schnatterbeck fällt umfangreich in der Lagebeschreibung aus. Dabei wird am Ende zugestanden, dass die betreffenden Straßen an die Grenzen der Leistungsfähigkeit kommen, wenn es Schleichverkehr gibt. Der entstehe durch Autofahrer, die Umleitungen oder den Hinweis „Nur für Anlieger“ nicht beachten.

Die städtische Behörde rechtfertigt, dass sowohl in der Asamstraße als auch „Am Schlossgarten“ Kanalarbeiten stattfinden: „Zeitgleich ist zielführend und effektiver“. Über Missstände, wie sie Werner Schnatterbeck ansprach, lägen keine „Vorkommnisberichte“ der Polizei vor. Im Rathaus sehe man aber die Beeinträchtigungen für Autofahrer, insbesondere durch die stadtauswärts gesperrte Schönbornstraße.

Kritik an Reaktion aus dem Bruchsaler Rathaus

Dabei listet das Schreiben die Länge der Umwege von bis zu 850 Metern auf. „Auf die Gleichzeitigkeit von Straßenbau mit den Kanalarbeiten wird jedoch nicht eingegangen“, kommentiert Schnatterbeck. Die Verwaltung hätte durchaus zugestehen können, dass zu viel auf einmal zugemutet wird.

Statt konkreter Abhilfe habe es mehr „Kanzleitrost“ gegeben, findet er. Zumal sich der verirrte Lastwagenfahrer oder der schleichende Autolenker häufig nicht an „Rechts- vor Links“ halten und die Anwohner besonders umsichtig sein müssen. Und das wegen der gesperrten Schönbornstraße noch eine Weile.

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