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Ein Leuchtturmprojekt

Nach den Robotern kommen die Drohnen: Bruchsaler „Efeu-Campus“ wird mit Millionen gefördert

Klingt wie Science Fiction – könnte aber schon bald Realität werden: In Bruchsal fahren autonome Roboter Päckchen aus. Demnächst sollen Transportdrohnen aufsteigen. Dafür gibt es jetzt viel Geld vom Land und der EU.

Noch namenlos unterwegs: Dieser autonom fahrende Paketwagen soll künftig im Campus-Quartier in Bruchsal unterwegs sein. Projektkoordinator Maximilian Winter, SEW-Manager Johann Soder, Efeu-Campus Chef Thomas Anderer und der Projektverantwortliche Frank Schönung (von links) haben ihren Prototypen vorgestellt. Foto: Martin Heintzen

Weit weg von jeder Küste, soll er doch weiter hell strahlen: Der Bruchsaler Leuchtturm namens „Efeu-Campus“. Das Projekt wird erneut vom Land und der EU gefördert.

Die genaue Fördersumme ist noch nicht bekannt. Maximal wären wohl 7,6 Millionen Euro drin.

Damit können auch die nächsten fünf Jahre die autonomen Roboterwägelchen auf dem Campus-Gelände rollen und vielleicht schon bald von Lastendrohnen aus der Luft ergänzt werden. Über Bruchsal soll dazu eine Testflugstrecke eingerichtet werden.

Regiowin-Jury ist überzeugt

Die Freude über die neuerliche Prämierung im „Regionwin2030“-Wettbewerb des Landes ist in Bruchsal groß.

Zwar sind die Akteure in Verwaltung, Gemeinderat und Projektpartner schon lange überzeugt, ja begeistert von ihrer eigenen Innovationsschmiede, aber kann man auch die Jury erneut überzeugen? Immerhin waren im ganzen Land 38 Leuchtturmprojekte im Rennen. 24 werden nun gefördert.

In Bruchsal entsteht ein Erlebnisraum

Ja, man konnte die Jury überzeugen. Im sogenanannten „LastMileCityLab“, einer Art städtischem Labor, soll auf dem Campus-Gelände in den kommenden fünf Jahren ein Erlebnisraum für zukunftsweisende urbane Gütermobilität entstehen.

Das sind die zunächst die selbstfahrenden Transportwägelchen. Sie wurden vor wenigen Wochen erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und sollen bis Ende des Jahres autonom durch das Wohngebiet kurven.

Die Bewohner können sich ihre Päckchen per Handy vom Roboter punktgenau dann zustellen lassen, wenn sie zuhause sind.

Noch in Begleitung unterwegs: Der kleine Transportroboter soll aber künftig autonom seinen Weg durchs Wohngebiet am Bruchsaler Campus finden. Foto: Martin Heintzen

Im nächsten Schritt könnten die Wägelchen den Müll des Wohngebietes einsammeln und in einer Zentrale am Rande des Gebiets abliefern. So müssten weder die vielen Paketdienste noch die Müllabfuhr das Gelände befahren.

Erst vor Kurzem hat der Bruchsaler Gemeinderat grünes Licht gegeben für den Bau dieses Eingangsgebäudes auf dem alten Kasernen-Areal, das heute Wohngebiet ist, aber auch eine Außenstelle des Rathauses, des Justus-Knecht-Gymnasiums und von SEW-Eurodrive beherbergt.

In einem nächsten Schritt sollen Transportdrohnen von Volocopter eingebunden werden. Auch andere Transportsysteme sollen am Campus erprobt werden und anderen Akteuren, etwa Städten und Gemeinden, als Anschauungsobjekte dienen.

Unsere Lieferroboter bieten die Möglichkeit zu einer echten Revolution auf der letzten Meile.
Johann Soder, SEW-Eurodrive-Manager

Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick zeigte sich euphorisch: „Das ist ein ganz herausragendes Signal für die Innovationsfähigkeit von Bruchsal und der gesamten Region sowie eine deutliche und wohlverdiente Anerkennung für ,Efeu-Campus‘ und seine Projektpartner.“

Mit Bruchsal sind zwei weitere Projekte in der Technologieregion, eines in Bühl und eines in Karlsruhe, prämiert worden.

Volocopter kann vor der Haustür Testflüge machen

„Wir können Science Fiction Realität werden lassen“, erklärte Johann Soder von SEW Eurodrive.

„Unsere Lieferroboter bieten die Möglichkeit zu einer echten Revolution auf der letzten Meile im urbanen Raum, zum Beispiel für Paketlieferungen – emissionsfrei, generationengerecht und wirtschaftlich“, schwärmt der Manager, dessen Unternehmen als einer der wichtigen Projektpartner des „Efeu-Campus“ fungiert.

Stefan Klocke, der Vertreter von Volocopter, erklärt: „Ich freue mich ganz besonders, dass wir gemeinsam mit der Stadt Bruchsal, der SEW und vielen weiteren Projektpartnern diese spannenden und zukunftsweisenden Technologien direkt vor unserer Haustür im Einsatz in einer realen Umgebung testen und zur Marktreife entwickeln können.“

Diese ungewöhnliche Zusammenarbeit trage dazu bei, die Technologieregion als globalen Standort für Mobilität und Logistik der Zukunft zu etablieren, findet Klocke.

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