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Bio-Fleisch seit 15 Jahren

Bruchsaler Bio-Metzger: Corona hat Nachfrage nach Qualität beschleunigt und Personalsuche erschwert

Artgerechte Tierhaltung und der Verzicht auf Chemie und Gentechnik sind für Hartmut Bohn selbstverständlich. Diese Qualität wird seit Corona auch von mehr Kunden der Metzgerei Bohn nachgefragt.

Doppeltes Jubiläum: Seit 25 Jahren gibt es die Metzgerei Bohn in Bruchsal, seit 15 Jahren werden ausschließlich Bio-Produkte verkauft. Foto: Dieter Elschner

Die Bio-Metzgerei Bohn in Bruchsal feiert 25-jähriges Bestehen und 15 Jahre „Bio-Fleisch“. „Von der konventionellen Fleischproduktion herkommend, konnte ich mich eines Tages nicht mehr mit der Haltung und Ernährung der Tiere für Billigfleisch abfinden“, sagt Hartmut Bohn. „Ich habe nach Alternativen gesucht.“

Diese Alternativen fand er in der Bio-Fleisch-Herstellung der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH). Die Mitgliedslandwirte halten Schweine, Rinder, Schafe und Geflügel nach strengen Tierschutz- und Qualitätsregelungen.

„Hier kann ich sicher sein, dass die Tiere artgerecht leben können“, sagt Bohn. „Sie haben genügend Auslauf und können sich in natürlicher Umgebung bewegen. Gentechnik, Tropen-Soja, Antibiotika und Wachstumsförderer sind tabu.“ Bohn bekommt sein Fleisch auf direktem Weg von der Erzeugergemeinschaft und verarbeitet es dann in seiner Metzgerei zu Wurst, Braten, Schinken oder sonstigen Fleischprodukten.

Nachfrage nach Bio steigt ständig

Dabei lässt er sich immer wieder etwas Neues einfallen. Für die Grillsaison zum Beispiel kreiert er gerne mal besondere Bratwürste mit eigenen Naturgewürzmischungen, die dann bei seiner Kundschaft sehr gefragt sind. Die Nachfrage bei Bio-Produkten sei in den zurückliegenden Jahren ständig gestiegen.

„Für gute Qualität sind die Menschen durchaus bereit, auch etwas mehr zu bezahlen“, sagt Bohn. Er hat den Umzug von Forst, wo er vorher ein Geschäft führte, nach Bruchsal jedenfalls nicht bereut. Die Frequenz in der Fußgängerzone sei gut, sagt er und die Menschen seien aufgeschlossen für seine Fleisch- und Wurstwaren. So habe er sich inzwischen eine feste Stammkundschaft erarbeiten können.

Die Auswirkungen von Corona sind zweierlei: „Durch die Fleischskandale seien die Menschen kritischer geworden gegenüber der Billigfleischproduktion und fragen mehr nach Herkunft und Haltung der Tiere“, sagt Bohn. Es sei aber schwieriger geworden, Fachpersonal zu finden, insbesondere für die Metzger-Tätigkeiten zur Fleisch- und Wurstwarenherstellung.

Wegen Corona feiert Bohn sein Jubiläum nicht mit einer großen Party, sondern in mehreren kleineren Aktionen wie zum Beispiel bei „Brusl leuchtet“.

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