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Kritik von Petzold-Schick

Bruchsaler Feuerwehr muss oft umsonst ausrücken

815 Einsätze und Alarmierungen hatte die Freiwillige Feuerwehr Bruchsal im vergangenen Jahr zu bewältigen. Das sind 110 Alarmierungen weniger als 2018, berichtete Bernd Molitor, Feuerwehrkommandant der Bruchsaler Wehren beim traditionellen Neujahrsempfang der Feuerwehr.

Die Feuerwehr Bruchsal musste im vergangenen Jahr einige Herausforderungen bewältigen, so etwa im November in der Silberhölle. Ein Mann hatte seine Wohnung angezündet und sich selbst getötet. Doch auch Fehlalarme machten der Wehr 2019 zu schaffen. Foto: dpa

815 Einsätze und Alarmierungen hatte die Freiwillige Feuerwehr Bruchsal im vergangenen Jahr zu bewältigen. Das sind 110 Alarmierungen weniger als 2018, berichtete Bernd Molitor, Feuerwehrkommandant der Bruchsaler Wehren beim traditionellen Neujahrsempfang der Feuerwehr. „Bei Brandeinsätzen wurden neun Menschen gerettet, für einen Menschen kam die Hilfe leider zu spät“, sagte er.

Von unserer Mitarbeiterin Monika Eisele

Dabei liegt der Schwerpunkt der Feuerwehr nicht mehr so sehr auf Brandeinsätzen. „Gut 60 Prozent der Einsätze entfallen auf die sogenannten technischen Hilfen“, schätzte Molitor. „Durch unsere technische Hilfeleistung konnten 31 Menschen gerettet werden, zwölf Menschen konnten leider nur noch tot geborgen werden.“

Flugzeugabsturz bleibt in Erinnerung

Einige Ereignisse des vergangenen Jahres werden den Kameraden wohl noch länger in Erinnerung bleiben, so Molitor. Er nannte den Flugzeugabsturz in der Nähe des Baumarktes. „Einer bis dato nie dagewesenen Herausforderung mussten wir uns am 9. November stellen“, erinnerte er. Ein Bürger hatte sich mit Handfeuerwaffen, Brandbeschleunigern und einer großen Menge Munition in seiner Wohnung verschanzt.

Diese unvorhersehbare Situation sei für die Einsatzkräfte ebenso bedrohlich gewesen wie der Einsatz in der Goethestraße im Dezember. „Ein vermeintlicher Wohnungsbrand mit vorausgegangener Explosion hat sich im Einsatzverlauf als Brand in einem privaten Gefahrgutlager mit einem hohen Gefahrenpotenzial für die Einsatzkräfte herausgestellt“, sagte Molitor. Umsichtiges und überlegtes Handeln sowie die gute Zusammenarbeit mit anderen Einsatzkräften hätten in beiden Fällen Schlimmeres verhindert.

151 Fehlalarme

151-mal rückten die Kameraden wegen Fehlalarmierungen aus, in 95 Fällen davon wurde der Alarm durch Brandmeldeanlagen ausgelöst (2018 waren es noch 137). Das sei eine unnötige Belastung für die Ehrenamtlichen, die dafür jedes Mal ihren Arbeitsplatz verlassen oder ihr Privatleben unterbrechen müssen, sagte Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick. „95 Fälle bedeuten, dass die Feuerwehr ungefähr jeden dritten Tag umsonst ausrückt“, so Petzold-Schick. In deutlichen Worten verurteilte die sie das Verhalten mancher Menschen, die aus Neugier oder Sensationslust die Arbeit der Helfer behindern.

Organisatorische und zwischenmenschliche Rahmenbedingungen müssen stimmen

Rund drei Millionen Euro wird die Stadt bis 2025 in Ersatzbeschaffungen für die Ausrüstung der Wehren investieren. „Mit defekten Fahrzeugen kann man nicht zum Einsatz fahren“, sagte Petzold-Schick. Zudem müssten die organisatorischen und zwischenmenschlichen Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehöre auch die Einsicht, dass ein neues und größeres Feuerwehrhaus notwendig sei.

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Jugendabteilung um zwölf Prozent gewachsen

„Inklusive Kinder, Jugend und Altersabteilungen gehören 550 Menschen der Feuerwehr Bruchsal an, davon sind 350 Aktive. Ganz frisch ist die Zahl, dass die Jugendabteilung um zwölf Prozent gewachsen ist“, berichtete Molitor. Schon jetzt lade er alle zur Eröffnung des neuen Feuerwehrhauses am 19. Juni ein. „Am letzten Wochenende im September wollen wir unser neues Feuerwehrhaus an drei Tagen den Bürger unserer Stadt sowie Gästen aus Nah und Fern präsentieren.“

Beim Empfang gab es zwei 50. Geburtstage zu feiern. „Mister Feuerwehr und Mister Feuerwehrwache werden heute zusammen 100 Jahre alt“, gratulierte Petzold-Schick Bernd Molitor und Michael Herrmann, der als Gerätewart tätig ist.

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