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Viele kochen selber

Bruchsaler Mittagsangebote im Lockdown kaum nachgefragt

Die Gastronomie in Bruchsal hat durch den Lockdown gelitten. Ein Rundgang durch die Stadt zeigt: Selbst das bestehende Angebot wird mittags wenig nachgefragt.

Durim Agor bringt sich am liebsten sein Mittagessen von zuhause mit. Foto: Sandra Pfertner

Durch den Lockdown und die geschlossenen Restaurants und Imbissbuden ist es in Bruchsal aktuell gar nicht so einfach, das richtige Gericht für die Mittagspause zu finden. Der Lieblingsdöner hat eventuell geschlossen und jeden Tag zur Bäckerei will man auch nicht.

Wo finden die Bruchsaler nun ihren Mittagssnack? Ein Spaziergang durch die Innenstadt gibt Einblicke, wie es den Menschen um die Mittagszeit auf der Suche nach Essen ergeht.

Schnell fällt auf: Es sind nur wenige unterwegs. Ob das am eher trüben und verregneten Wetter derzeit liegt oder schlicht und einfach an der Tatsache, dass die Innenstadt aktuell kaum ein Angebot für Speisen hergibt? Fast nichts hat geöffnet. Viele Restaurants setzen auf Lieferdienste oder sind komplett geschlossen, da die Kosten die Einnahmen übersteigen.

Anja Knoch (51) arbeitet an zwei Tagen die Woche in der Bäckerei Rutz in der Friedrichstraße. Sie erzählt von einem immensen Rückgang an Besuchern: „Das Einkaufsverhalten innerhalb der Fußgängerzone hat sich um die Mittagszeit wirklich stark verändert. Es tut mir im Herzen weh, dass die Innenstadt so ausgestorben ist“.

Einfacher, man bringt sich sein Essen von zuhause mit.
Simon Müller, Bäckerkunde

Simon Müller (31), der sich gerade ein Brötchen vom Bäcker geholt hat, erzählt: „Es ist eigentlich immer das gleiche Angebot: Döner, Asiatisch oder was vom Bäcker. Da ist es eigentlich doch einfacher, man bringt sich sein Essen von zuhause mit“. Und so macht es auch Durim Agor. Ab und zu geht er aber auch zum Bäcker.

Gutbürgerlich und Döner bringen nicht viel Geld ein

Mit einem Blick auf die Speisekarte des Restaurants „Eulenspiegel Wunderbar“ macht sich sofort der Hunger bemerkbar. Gutbürgerliche Speisen aller Art finden sich darauf. Von Salaten über Käsepätzle, Nudelgerichte bis Schnitzel lässt sich eine breite Auswahl deutscher Gerichte finden.

Eine gute Abwechslung also zu den altbekannten anderen Speisen. Inhaberin Tanja Giesin erzählt dennoch bedrückt: „Leider bleibt der Ansturm in der Mittagszeit aus. Es lohnt sich einfach für uns nicht, deswegen mussten wir vorübergehend schließen. Es bestellen viel zu wenige Menschen etwas während des Lockdowns.“

Viele Passanten sind Selbstversorger

Ähnlich ergeht es dem Dönerladen Antalya Kebap am Triwo Park, wie der Inhaber berichtet: „Wir liefern aktuell aus und dachten auch, dass das sehr gut laufen würde, aber leider ist dem nicht so. Es wird fast nichts bestellt.“

Ich glaube, dass viele im Homeoffice lieber selber kochen.
Tanja Giesin, Inhaberin Restaurant „Eulenspiegel Wunderbar“

Viele Menschen, die in oder rund um Bruchsal arbeiten, bleiben lieber Selbstversorger und bringen sich dementsprechend ihr eigenes Vesper mit. Lieferservice wird eher weniger in Anspruch genommen. Warum das so ist, das fragen sich der Inhaber des Dönerladens oder Inhaberin des Eulenspiegels in Bruchsal auch.

Tanja Giesin hat allerdings eine Vermutung: „Ich glaube, dass viele im Homeoffice lieber selber kochen und keine Lust haben, Geld für ein Essen auszugeben.“ Dem kann Petra Staudt ein wenig zustimmen. „Mein Mann kocht mittags zuhause, das ist natürlich sehr praktisch“.

Der Lockdown steht also aktuell für mehr Selbstversorgung, was das Mittagsmenü während der Arbeitswoche angeht – so machen das auch Lena Holzer (23) und ihre Mama Sybille (48), die beide in der Metallverarbeitung arbeiten. Lena als duale Studentin, Mama Sybille im Büro. Beide nehmen sich gerne etwas von daheim mit, berichten sie. Etwa die Reste vom Vortag oder frisches Obst und Müsli.

Für Cornelia Weiler zum Beispiel sei es einfacher, etwas Eigenes mit zum Arbeiten zu bringen, da sie mittags am liebsten gesund isst, sagt sie. „Ich trinke gerne Matchadrinks.“ Die Auswahl an gesunden Gerichten in der Innenstadt sei aktuell sehr begrenzt. „Ich bleibe lieber unabhängig von offenen Geschäften und der Pandemie“, erzählt sie. „Ich bin Selbstversorgerin.“

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