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Am Sonntag

Bruchsalerin feiert 105. Geburtstag

Antonie Mansmann ist die älteste Bruchsalerin. Am Sonntag feiert sie ihren 105. Geburtstag - und ist dabei noch ziemlich fit. Ein Beispiel gefällig? Die Tageszeitung liest die rüstige Dame noch jeden Tag. Im BNN-Gespräch verrät sie ihr Geheimnis fürs Älterwerden.

Antonie Mansmann blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Ihren Geburtstag feiert sie mit der Familie. Foto: Hübner
Von Brigitte Hübner

Auf die Frage, wie man ein so hohes Alter erreichen kann, antwortet die Jubilarin Antonie Mansmann mit einem Lächeln „Wenn mer immer schafft, kann man so alt werden.“ Besucht man die alte Dame in ihrem Zuhause in der Bruchsaler Peter-und-Paul-Straße, trifft man sie in ihrem Sessel sitzend an, vor sich die BNN, die sie mit einer Lupe studiert. Da die Augen nicht mehr so recht mitmachen, kostet es Mühe, aber sie sagt: „Ich muss doch wissen, was im Ort und in der Welt geht.“

Froh ist sie, dass sie noch daheim sein kann, dank ihrer Tochter Brigitte Roos, die liebevoll für sie sorgt. Das Licht der Welt erblickte Antonie Mansmann am 15. Dezember 1914 in der Neutorstraße in Bruchsal, wo sie die ersten Jahre ihres Lebens verbrachte. 1920 zog die Familie in die Hardtstraße. Für Antonia begann die Schulzeit in der Volksschule, damals gegenüber der Sparkasse. Danach absolvierte sie eine Lehre bei der Textilfirma Jakob A. Groß, wo sie bis zu ihrer Heirat 1934 als Verkäuferin arbeitete.

Der Bombenangriff auf Bruchsal - ein schreckliches Erlebnis

Vier Wochen vor der Geburt ihrer Tochter musste ihr Ehemann in den Krieg ziehen. Inzwischen wurde das Haus in der Peter-und-Paul-Straße ihr Heim. Schreckliche Erlebnisse mussten Antonie Mansmann und ihre Angehörigen in den kommenden Jahren verkraften. Wie der Blitz aus heiterem Himmel traf sie an einem schönen Frühlingstag im März 1945 der Bombenangriff auf die Innenstadt, der ein Horrorszenarium auslöste. Wie durch ein Wunder blieb ihr Haus verschont, nicht so das Haus ihrer Schwiegereltern hinter dem Rathaus, in dem sich die Familie gerade aufhielt. Viele Familienmitglieder wurden obdachlos, verloren Hab und Gut oder kamen ums Leben, auch der Vater der Jubilarin.

Große Feier im kleinen Kreis

Alle Familienmitglieder, die das Inferno überstanden, fanden Asyl bei Antonie. Von ihrem Ehemann wusste sie, dass er noch lebte, aber schwer erkrankte und in Gefangenschaft geriet. Zum Glück kehrte er 1946 wieder nach Bruchsal zurück. Von 1952 bis 1961 arbeitete Antonie bei der Firma Theodor Nagel in der Hohenegger Straße. Für Hobbys oder Vereinsaktivitäten war keine Zeit, dafür half und unterstützte sie ihre Familie. Auch die Nachbarschaft profitierte, wenn immer Not am Mann, der Frau oder Kindern war, Antonie half. Gerne nähte sie für ihre Tochter, später für ihre beiden Enkelkinder. Wenn immer etwas auszubessern oder zu ändern war, die Oma richtete es wieder. Ihren großen Geburtstag möchte die Jubilarin klein im Kreise ihrer Familie feiern.

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