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Diskussion um Quartiersplatz

Anwohner sammeln 1.280 Unterschriften gegen Durchgangsstraße in der Bruchsaler Südstadt

Nach der Befragung der Bruchsaler Bürger zu einem möglichen Quartiersplatz in der Südstadt folgte nun ein Beteiligungsabend. Vor allem die Frage nach einer neuen Durchgangsstraße erregte die Gemüter.

Thorsten Münch und Julia Dörr (Mitte) übergeben die gesammelten Unterschriften an Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick. Foto: David Heger

Es wird keine Durchfahrt gegeben, und zwar „ganz sicher“. Das hat Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick (parteilos) unter dem Applaus von etwa 80 Südstädtern beim Beteiligungsabend am Montag zum geplanten Quartiersplatz klargestellt.

Zuvor wurden der Stadtverwaltung in der Konrad-Adenauer-Schule 1.280 Unterschriften von Anwohnern übergeben, die eine neue Durchgangsstraße durch ihr Quartier befürchten. Gesammelt haben sie Julia Dörr und Thorsten Münch vom neu gegründeten Bürgerverein Südstadt.

Ihr Beweggrund: Eine städtische Befragung zum geplanten Quartiersplatz an der Grünanlage an der Paul-Gerhardt-Straße, bei der die Südstadt-Bewohner zu vier Statements Stellung nehmen sollen. Eine Aussage spricht sich für eine „Pkw-Fahrverbindung zwischen Fritz-Erler-Straße und Josef-Heid-Straße“ aus.

Die Stadt wollte uns hier etwas vorsetzen.
Susanne Sachse, Anwohnerin

„Die Stadt wollte uns hier etwas vorsetzen“, sagte Susanne Sachse, die seit 27 Jahren in der Südstadt lebt. „Wie kommt man auf die Idee, so etwas zu planen, wo doch jeder von Verkehrsberuhigung spricht?“

„Wir haben keine Planung in der Tasche“, beteuerte Oberbürgermeisterin Petzold-Schick. Stattdessen habe sich die Stadtverwaltung offen der Frage genähert, wie die Südstadt mit einem Quartiersplatz aufgewertet werden könne.

Vom Gegenwind zu einer „einzelnen Frage“ zeigte sie sich überrascht: „Die Klarheit war uns in der Stadtverwaltung nicht bewusst. Jede einzelne Unterschrift spricht eine deutliche Sprache. Sie brauchen sich nicht länger mit dieser Frage zu beschäftigen.“

Ist ein Quartiersplatz überhaupt nötig?

Ums Grundsätzliche ging es an diesem Abend dennoch: Warum ein neuer Quartiersplatz überhaupt notwendig sei, diese Frage trieb Aldo Esposito um. Bereits mit kleinen Maßnahmen wie dem flächendeckenden Anbringen von Parkplatzmarkierungen könne die Südstadt aufgewertet werden: „Der Bestand gehört saniert, aufgeräumt und repariert.“

„Beim Quartiersplatz geht es auch um die Frage: Wo ist die Ortsmitte der Südstadt?“, erklärte Hartmut Ayrle aus dem Stadtplanungsamt die Überlegungen des Rathauses. Der Hardtfeldplatz in seinem bisherigen Zustand sei zwar „Dreh- und Angelpunkt für Einkaufen, Schule und Parken“, aber kein Ort der Begegnung, so die Oberbürgermeisterin.

Vorschläge zur Gestaltung eines Quartiersplatzes in der Südstadt sind vielfältig

148 Rückmeldungen mit Vorschlägen zur Gestaltung eines neuen Quartiersplatzes sind im Rathaus eingegangen. Vor allem für ein vielfältiges Angebot an Sitzgelegenheiten mit Tischen und Mülleimern sprachen sich zahlreiche der Stimmen aus, die die Stadtverwaltung an diesem Abend präsentierte.

Wasserspiele und Brunnen am neuen Quartiersplatz und die Erhaltung der bestehenden Spielmöglichkeiten für Kinder rangieren auf Platz zwei und drei unter den Anwohnerwünschen.

Das Beteiligungsverfahren läuft noch bis Ende des Jahres, aus allen eingegangenen Rückmeldungen soll dann in Absprache mit dem Südstadtverein ein Entwurf für den neuen Quartiersplatz vorgelegt werden. „Ich nehme die Stimmung auf, die sagt: Bewahren“, kündigte Petzold-Schick bereits an.

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