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Zu viele Badegäste und Parkprobleme

Chaos am Untergrombacher Baggersee: Jetzt reagiert die Stadt mit Kontrollen

Trinkgelage und Parkchaos, auch am Untergrombacher Baggersee herrschte am Wochenende Ausnahmezustand. Diesem Treiben will die Stadt Bruchsal nicht länger zusehen. Sie pocht auf die Corona-Regeln.

Die Parkplätze am Untergrombacher Baggersee: An den Wochenende herrscht hier oft das Chaos. Nun will die Stadt die Parkmöglichkeiten einschränken und stärker kontrollieren. Foto: Christina Zäpfel

Still ruht der See - von wegen! Diesen Zustand erlebt man in Untergrombach derzeit selten, höchstens nachts. Aber insbesondere an den Wochenende ist dort Highlife. Nun schreitet die Stadt Bruchsal ein und halbiert die Anzahl der Parkplätze. „Am Untergrombacher Baggersee sind vor allem an den Wochenenden viel zu viele Menschen unterwegs. Die coronagerechten Abstände können so nicht eingehalten werden”, erklärt die Pressesprecherin Ina Rau. Auch Anwohner hatten sich bereits bei der Stadt beschwert oder sich in sozialen Medien Luft gemacht.

„Wasser und Strand sind öffentlicher Raum”, erklärt Rau weiter. Daher gelten dort die 1,50 Meter Abstand. Gerade am Wochenende war das nicht gewährleistet. Zudem befanden sich viele Badegäste an Stellen, die eigentlich dem Naturschutz vorbehalten sind.

Wir werden die Parkmöglichkeiten einschränken, also die Zahl der Parkplätze reduzieren und verstärkt kontrollieren
Ina Rau, Pressesprecherin der Stadt Bruchsal

Von ähnlichen Zuständen berichten viele Gemeinden. Weil Schwimmbäder oft nur eingeschränkt geöffnet sind, zieht es offenbar noch mehr Menschen als sonst an die Baggerseen.

„Wir werden die Parkmöglichkeiten einschränken, also die Zahl der Parkplätze reduzieren und verstärkt kontrollieren”, kündigt Rau an. So hofft man, dass weniger Badegäste kommen. Außerdem richtet man einen eindringlichen Appell an die Badegäste, die Abstände einzuhalten und die abgesperrten Stellen des Ufers nicht zu betreten. Die Zufahrtsstraßen werden, sobald der Parkplatz voll ist, nur noch für die Anwohner geöffnet sein. Der Gemeindevollzugsdienst wird das kontrollieren.

Auch Grillen ist untersagt - Waldbrandgefahr. Allerdings, so zeigen aktuelle Beobachtungen, halten sich auch an diese Regel viele nicht.

Beschilderung interessiert offenbar keinen

Noch hängen im Übrigen die alten Schilder aus der Corona-Hochphase in Untergrombach, wonach Schwimmen generell verboten ist. Was freilich keinen interessiert. „Wir werden bis zum Wochenende neue Schilder mit klaren Regeln aufhängen”, so Rau. Auch das angrenzende Naturschutzgebiet soll besser gekennzeichnet werden. „Wir hoffen, dass sich so die Lage ein bisschen entspannt.”

Kontrollen sollen auch verstärkt im Wohngebiet stattfinden. Eine Untergrombacherin hatte sich per Brief bei der Stadt beschwert. „Teilweise staute sich der Verkehr bis zum Edeka”, beschreibt sie die Situation am Wochenende. Weiter schreibt sie: „Sämtliche (alle!) Naturbuchten waren hoch frequentiert von Menschen, die auch nicht davor zurückschrecken, Äste, Stämme so im Gelände/See zu verteilen, dass mehr Liegefläche entsteht.”

Das Ordnungsamt, so ihre Wahrnehmung, war nur mit einer Person vor Ort. Dieser Mitarbeiter konnte offenbar nicht viel ausrichten. Am Strand lagen Menschenmassen eng beisammen, es wurde gegrillt, laute Musik gehört, Hunde liefen frei herum, auch im Naturschutzgebiet, Anwohner berichten von trinkenden und grölenden Jugendcliquen. Badegäste ließen sich Pizza und Döner an den Strand liefern.

Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick appelliert an die Vernunft der Menschen: „Bei allem Verständnis für das Bedürfnis, einen Sommertag mit Schwimmen und Sonnen zu verbringen - bitte beachten Sie die Abstandsregeln, sonst müssen wir restriktive Maßnahmen ergreifen.” Zudem verweist sie auf die Schwimmbäder, dort muss man aber vorab ein Ticket online buchen.

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