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21 Bewohner seit Oktober infiziert

Corona-Fälle im Bruchsaler Altenzentrum: Fünf Senioren gestorben

Nun also auch Bruchsal: Im Evangelischen Altenzentrum hat es insgesamt 21 Corona-Fälle unter Bewohnern gegeben, außerdem waren 15 Angestellte betroffen. Das Landratsamt meldet, dass fünf Bewohner nach einer Infektion gestorben sind.

Das Bruchsaler Altenzentrum: Dort gab es seit Anfang Oktober 21 Coronafälle unter Bewohnern. Foto: Martin Stock

Insgesamt 21 ältere Menschen aus dem Evangelischen Altenzentrum in Bruchsal sind in den vergangenen Wochen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Fünf von ihnen, so bestätigen sowohl das Landratsamt als auch die Heimleitung übereinstimmend, seien in der Folge gestorben. Darüber hinaus seien 15 Beschäftigte positiv getestet worden.

Christian Waterkamp, Vorstand der großen Einrichtung, betont, dass vier der fünf Gestorbenen als Palliativpatienten betreut wurden. „Diese Menschen lagen bereits im Sterben. Sie hatten multiple Vorerkrankungen.“ Die 21 Corona-Fälle unter den Bewohnern seien seit Oktober, also binnen knapp zweieinhalb Monaten, passiert.

Aktive Fälle gebe es im Moment nur noch drei unter den Bewohnern. Alle Beschäftigten seien ebenfalls genesen. Das Landratsamt spricht davon, dass zwölf von 15 Angestellten genesen sein. Dabei spielt eine Rolle, ab welchem Tag man einen Infizierten als Genesen definiert.

21 positiv getestete Bewohner seit Anfang Oktober

Die Nachricht von den Bruchsaler Corona-Toten kommt just an dem Tag, an dem das Robert-Koch-Institut die deutschlandweit bisher höchste Rate an Todesfällen im Zusammenhang mit dem Virus meldet. Für Christian Waterkamp allerdings sind die Zahlen in seinen Einrichtungen eher ein Beweis dafür, dass man bisher gut durch die Pandemie gekommen sei. Immerhin spreche man von vier Häusern mit 240 Bewohnern.

Die evangelische Einrichtung ist einer der größten im Raum Bruchsal, dort leben 240 Menschen in vier Häusern. Foto: Christina Zäpfel

Darüber hinaus gehört zum Altenzentrum ein Haus mit 50 Mietern im Betreuten Wohnen. In dieser Einrichtung, einer der größten in der Region Bruchsal, arbeiten rund 200 Menschen. „Unsere dezentrale Struktur hat uns sehr geholfen“, erklärt Waterkamp. „Man muss hier sehr differenzieren. Die 21 Corona-Fälle unter den Bewohnern betreffen drei Häuser und haben seit Anfang Oktober stattgefunden.“

Zudem verweist er auf die Sterbestatistik. „2019 starben in unseren Einrichtungen 85 Bewohner. In diesem Jahr sind es erst 75.“ Er sei über diese Entwicklung positiv überrascht. Zumal man von März bis Oktober keinen einzigen Coronafall gehabt hätte. Sein Zentrum verfüge über einen eigenen Hausarzt im Haus, so hätten die Tests sehr schnell vonstatten gehen können.

2019 starben in unseren Einrichtungen 85 Bewohner. In diesem Jahr sind es erst 75.
Christian Waterkamp, Vorstand des Altenzentrums Bruchsal



Vorbereitungen für Weihnachten laufen

Die genesenen Bewohner seien zum größten Teil wohlauf. „Ich bin erstaunt, mit welcher Mobilität die zum Teil unterwegs sind“, so Waterkamp. Die Vorfälle hätten im Übrigen nichts an der Strategie des Hauses seit Beginn der Pandemie geändert. Positiv getestete beziehungsweise infizierte Bewohner würden in ihrem Zimmer isoliert, die Mitarbeiter würden sie unter Vollschutz pflegen.

Dabei tragen sie Kittel, Handschuhe, FFP-2-Masken und Visiere. „Wir hatten nie Probleme, an genug Material zu kommen.“ Einen generellen Besuchsstopp für die gesamte Einrichtung wegen der Infektionen habe Waterkamp nicht für nötig erachtet. Angehörige hatten das im Gespräch mit den BNN kritisiert. Trotz bekannter Fälle konnte man sich sowohl als Angehöriger als auch als Bewohner relativ frei auf dem Gelände bewegen. „Wir sitzen nicht wie das Kaninchen vor der Schlange“, erklärt Waterkamp. Man erstarre nicht.

Kontakte zu pflegen sei für die Senioren wichtig. Er bestätigt, dass es aufgrund der jüngsten Fälle keinen generellen Besuchstopp gegeben habe. „Auch Sterbende konnten besucht werden.“ Zudem bereite man sich jetzt auf das Weihnachtsfest vor.

In Bruchsal gibt es derzeit 95 aktive Fälle

Für Bruchsals Bürgermeister Andreas Glaser als Chef des Corona-Krisenstabs der Stadt waren die Corona-Fälle im Bruchsaler Altenzentrum kein Grund für Aktionismus. „Wir haben über das Gesundheitsamt im Landratsamt davon erfahren.“ Das Gesundheitsamt sei zuständig, die Lage im Blick zu behalten und gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten.

Die Stadt Bruchsal ist laut Statistik bisher vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie gekommen, es gab keine größeren Ausbrüche oder Clusterbildungen. Bruchsal hat - Stand Mittwoch - 95 aktive und bestätigte Corona-Fälle, insgesamt weist die Statistik für Bruchsal 545 Fälle seit Beginn der Pandemie aus. Gestorben sind im gesamten Landkreis Karlsruhe an oder mit dem Coronavirus 218 Menschen.

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