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Geschäftsaufgabe in der Huttenstraße

Creativ-Markt Butterer schließt nach 40 Jahren in Bruchsal

Inhaberin Ilona Butterer stellt sich Gerüchten um ihre Aufgabe in Bruchsal entgegen. Sie empfindet das Ende auch als Chance.

Eine Frau in einem Geschäft.
Nach über 40 Jahren schließt der Creativ-Markt Butterer Ende Januar. Foto: Claudia Fischer.

„Ende, Aus, Schlussverkauf“ steht auf der Klappkarte, die Ilona Butterer zum Abschied hat drucken lassen, um ihre Kunden über die Gründe für die baldige Schließung ihres Geschäfts in der Huttenstraße zu informieren. Der Informationsbedarf ist zweifellos da, seit es sich herumgesprochen hat, dass der Creativ-Markt Butterer zum 31. Januar 2024 schließen wird.

„Viele vermuten, dass sich das Geschäft nicht mehr lohnt, andere glauben, dass wir vor dem Internet kapitulieren“, erzählt Ilona Butterer. „Keine der beiden Theorien stimmt. Es ist einfach so, dass 2024 unser Mietvertrag planmäßig endet. Wir haben bereits während der Pandemie versucht, einen Nachfolger zu finden – leider hatten wir aber kein Glück.“

Ich habe meinen Beruf immer geliebt und bereue nichts.
Ilona Butterer
Inhaberin Creativ-Markt

Dass das Unterfangen nicht von Erfolg gekrönt war, hat Ilona Butter kaum überrascht: „In der heutigen Zeit in der Innenstadt einen Einzelhandel zu übernehmen – dazu gehört schon sehr viel Mut.“ Mut, weil die bürokratischen Herausforderungen immens gewachsen seien, aber auch, weil die Innenstädte nicht mehr das seien, was sie einmal waren.

„Handel hat schon immer dort gut funktioniert, wo viele Menschen sind“, sagt Ilona Butterer. „In unserer Stadtmitte sind aber immer weniger Menschen unterwegs. Früher kamen Menschen aus der ganzen Region nach Bruchsal zum Einkaufen – natürlich nicht mit dem Fahrrad, sondern mit dem Auto. Heute hören wir oft, dass die Anfahrt schwierig, das Parken eine Herausforderung sei. Wenn man autofreie Innenstädte möchte, dann sollte man auch auf der Rechnung haben, dass damit potenzielle Kunden wegbleiben“, kritisiert die Geschäftsfrau.

Onlinehandel hat dem Bruchsaler Geschäft nicht geschadet

Das Internet und der Boom des Onlinehandels habe ihrem Geschäft nicht geschadet. „Im Gegenteil – wir haben schon im Jahr 2001 das Internet als Standbein für uns entdeckt und als große Chance begriffen“, erklärt Butterer. „Unser Onlineshop läuft prima, auch unsere Stempel sind sehr erfolgreich.“

Die wird es übrigens auch weiterhin geben: „Wir schließen zwar unser Geschäft, aber unsere Stempel werden weiterhin durch unseren Vertriebspartner verkauft“, so Butterer. „Die Entwürfe, die Gestaltung, die Fotografien, das machen wir weiterhin selbst.“

Insofern wird der Ruhestand für Ilona Butterer keineswegs ruhig, denn sie wird weiterhin berufstätig sein. Dennoch wird die Schließung ihres Geschäfts eine Zäsur in ihrem Leben sein, auf die sie sich freut.

„Ich denke, ich werde erst einmal aufatmen, wenn der Ballast von mir abfällt“, erzählt sie. „Hinter so einem Geschäft steckt einfach viel Verantwortung. Für die ganze Logistik, die dahintersteckt, für die Saisonplanung, natürlich auch für die Mitarbeiter.“ Dass sie diese Verantwortung nun abgeben kann, sei eine Erleichterung.

Rückblickend ist Ilona Butterer dankbar und im Reinen mit ihrer Laufbahn. „Ich habe meinen Beruf immer geliebt und bereue nichts“, sagt sie. „Und ich wusste immer, wie die Bruchsaler ticken, was sie wollen. Das war mein Erfolgsrezept.“

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