Skip to main content

Gewässer im Porträt

Der Grombach ist die Lebensader des Ortes Obergrombach

Früher war das Gewässer in Obergrombach wichtig als Trinkwasserversorgung, zum Waschen und Tiere tränken. Heute ist der Bach Lebensraum für Amphibien und Insekten.

Ein Mann deutet auf eine Wasserrinne.
Ortsvorsteher Wolfram von Müller zeigt die geheimen Wege, die durch die Verdolung des Grombachs entstanden sind. Foto: Carmen Hardock

Wer eine Wanderung durch das historische Obergrombach macht, nimmt oftmals den Weg an die Schlosskapelle. Zu deren Füßen liegt eine Quelle, die als Ursprung des Grombachs gilt. Gerade für die Bewohnerinnen und Bewohner des Städtchens und innerhalb der Stadtmauern war sie unverzichtbar zur Wasserversorgung von Mensch und Tier.

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ersetzten Wasserleitungen ihre Bedeutung. Aber die eigentliche Einspeisung des Gewässers kommt von der Fritzenwiese, die sich in Richtung Gondelsheim befindet, erklärt Ortsvorsteher Wolfram von Müller: „Die am Hickberg gelegene Quelle konnte ab 1911 mit dem dort vorkommenden Wasser ganz Obergrombach versorgen. Ab 1913 wurden die Gussrohre von der Firma Krupp verlegt, die bis heute das Wasser nach Obergrombach führen.“

Das Wasser floss nach deren Errichtung an den Hochwasserbehälter in der Robert-Stolz-Straße und wurde dann im Ort verteilt. Wer an der Fritzenwiese steht, täuscht sich gerne über die Höhenlage, die die Fließrichtung zum Ort annimmt. In den 1970er Jahren entkoppelte man den Grombach von der Wasserversorgung, weil der Nitratgehalt des Wassers zu hoch war. Heute ist er ein einfaches, natürliches Gewässer und Lebensraum für Salamander, Kröten und Wasserflöhe.

Schon die Römer nutzten die Quellen in Obergrombach

Peter Adam vom Heimatverein kennt auch die Geschichte des Wassers in Obergrombach: „Neben der Quelle, die unterhalb der Schlosskapelle liegt, werden der Jakobsbrunnen, Schwanenbrunnen, das Brünnerle und ein weiterer Brunnen in der Winzerstraße durch die Grombach gespeist. Der Seebrunnen in der Nähe zur Villa Rustika dürfte dabei wohl die älteste erfasste Quelle sein und bereits römischen Bewohnern zur Wasserversorgung gedient haben.“ Der Tiefbrunnen Langenbach am Freibad wurde dagegen erst in den 1930er Jahren angelegt und speiste die Hochwasserbehälter.

Vor einigen Jahren war der Grombach ausgetrocknet. Ursache war nicht, wie zunächst vermutet, der Klimawandeln, sondern eine Weide, die Wurzeln in das Rohr an der Quellstube geschlagen hatte. Diese Verwurzelung verstopfte das Rohr. Nachdem man die Ursache gefunden und das Stadtbauamt mithilfe einer Expertenfirma die Leitung freigelegt hatte, war der Durchluss wieder hergestellt.

Als der Grombach trockenfiel, war eine Weide schuld

Seither ist der Grombach in einem stetigen Fluss. Durch Hochwässer über die Jahrzehnte hat sich der Grombach in die Talsohle hineingefressen. Man hat versucht, das Bachbett durch Schotter und Flussbausteine zu modellieren. In diesem Zuge wurde auch die Bepflanzung angepasst.

Die Stadt Bruchsal stuft den Grombach als Gewässer zweiter Ordnung und als weiterhin von wasserwirtschaftlicher Bedeutung ein. Er diene der Entwässerung von Oberflächenwasser außer- und innerorts und wirke sich positiv auf das Kleinklima aus. Von städtischer Seite gibt es klare Vorgaben zum Schutz des Bachs: Ablagerungen und bauliche Anlagen im Gewässer und auf dem Gewässerrandstreifen und Wasserverschmutzungen sind verboten, ebenso die Wasserentnahme bei Trockenheit. Das Thema Hochwasserschutz bleibt dabei nicht unbeachtet: Die vier Regenrückhaltebecken sind dabei zentrale Elemente und beeinflussen im Bedarfsfall die Regulierung der Grombach.

Übrigens: Ob es der oder die Grombach heißt, ist in Bruchsal umstritten.

nach oben Zurück zum Seitenanfang