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Detlef Werner

Der ranghöchste Polizist in Baden-Württemberg kommt aus Kraichtal

Sein Titel ist ziemlich unbekannt: Detlef Werner ist Inspekteur der Polizei in Baden-Württemberg. Damit ist er der oberste Mann in Blau, der höchste Polizeibeamte im Land Im Innenministerium ist er der Top- Fachmann in Uniform. Mit drei goldenen Sternen und Eichenlaub. Werner legte am Leibniz-Gymnasium Östringen das Abitur ab und lebt in Kraichtal. Seine Karriere begann als Streifenpolizist im Revier Karlsruhe-Waldstadt. An einen solchen Aufstieg hätte er damals noch nicht gedacht.

Höchster Mann in Blau von Baden-Württemberg: Detlef Werner stieg nach dem Abitur am Leibniz-Gymnasium Östringen in den Polizeidienst ein und bis zum „Inspekteur der Polizei“ auf. Zu Hause ist er im Kraichgau. Foto: Heintzen

Er wollte etwas Praktisches machen nach dem Abitur. Und nicht studieren. Deshalb bewarb sich der 19-jährige Detlef Werner einst bei der Polizei. Streifenpolizist im Revier Karlsruhe-Waldstadt war seine erste Aufgabe. Heute ist der 60-Jährige der höchste Mann in Blau - oberster Polizist Baden-Württembergs mit Schreibtisch im Innenministerium von Stuttgart.

Vor einigen Jahren war Detlef Werner beim Stau auf der A5 in einen kleinen Auffahrunfall verwickelt. Nicht in einem Polizeiwagen, aber in Uniform. Er informierte die Autobahnpolizei, und zum Schluss fragte einer der Beamten neugierig nach Werners Schulterklappen: Drei Sterne und Eichenlaub. In Gold. Also etwas Höheres. Erkannt als höchster Polizeibeamter Baden-Württembergs wurde Detlef Werner nicht.

„Mit meinem Titel ’Inspekteur der Polizei’ kann man auch außerhalb unserer Organisation meist wenig anfangen“, meint der 60-Jährige. Seit 2013 koordiniert er im Innenministerium von Baden-Württemberg die vollzugspolizeiliche Arbeit von fünf Referaten in der 200-köpfigen Polizeiabteilung.

„Die grundsätzliche Ausrichtung der Polizei, Strategien und Taktiken, Ausrüstung Einsatz des Personals und die landesweite Lage, gehören zu meinen Aufgaben“, beschreibt der höchste Mann in Blau. Er besucht oft Dienststellen, und doch ist seine Hauptarbeit Nachdenken, Lesen, Diskutieren.

Der Polizeiberuf als etwas Praktisches

Genau das, was der 19-Jährige gerade nicht mehr vorhatte, als er nach dem Abitur 1979 am Östringer Leibniz-Gymnasium in den mittleren Polizeidienst einstieg. „Ich wollte nicht studieren, sondern etwas Praktisches machen“, erinnert sich Werner, dessen Lieblingsfächer Naturwissenschaften, Mathematik und Sport waren. Er wuchs mit vier Brüdern in Rettigheim auf. Seine Mutter war Hausfrau, sein Vater Lehrer. Über einen Onkel war der Polizeiberuf nicht unbekannt, so begann die Ausbildung in Lahr.

Im dreijährigen Streifendienst des Reviers Karlsruhe-Waldstadt lernte Werner die Alltagsarbeit kennen und die Kameradschaft unter den Kollegen schätzen. Seine ruhige, analytische und dennoch empathische Art beeindruckte die Vorgesetzten. Sie empfahlen den jungen Familienvater für den gehobenen Dienst und das Studium an der Fachhochschule. „Ich habe immer gern in den Ausbildungen weitergemacht, ohne mir genau vorzustellen, was mal daraus würde.“

Zwei Mal neue Studienzeiten

Heraus kam jedenfalls eine fortlaufende Karriere: Polizeikommissar mit 26, Dienstgruppenleiter in Mühlburg, Arbeit im Stab des Präsidiums Karlsruhe. Dort schlug August Greiner den immer im nördlichen Landkreis wohnenden Polizisten für den höheren Dienst vor. Also noch mal Studium und längere Abwesenheiten von Frau Ilona und den zwei Kindern.

1996 zog man in einen Neubau an zentraler Straße eines Kraichtaler Stadtteils. Von dort ging es zu den Schreibtischen im Innenministerium Stuttgart, nach Heidelberg oder Karlsruhe. Morgens um 6 Uhr los, abends um 19 Uhr zurück, das kennzeichnet den Einsatz der Führungskraft. Im Zuge der Reform 2014 sollte Werner Präsident in Mannheim werden, da erfolgte der Ruf an die Landesspitze. In der Hierarchie des Innenministeriums steht seine Chefin, die neue Landespolizeipräsidentin, Juristin und Historikerin Stefanie Hinz, als Abteilungsleiterin noch etwas höher.

Er prägte die Polizeireform von 2014 mit

Das Großprojekt der Polizeireform 2014 unter grün-roter Stuttgarter Regierung hat Werner mitgeprägt. „Das Ziel, leistungsfähige Präsidien zu schaffen, die aus eigener Kraft und mit genügend Spezialisten ihre Aufgaben bewältigen können, war richtig.“

Nun wirkt er an der Einstellungsoffensive von Grün-Schwarz mit. 900 neue Stellen für Polizeibeamte sind zu schaffen, 300 wurden davon bereits realisiert, auch die 600 zusätzlichen Verwaltungsmitarbeiter sind schon da. „Im Ländervergleich hat Baden-Württemberg einen Polizisten auf 450 Einwohner, in Bayern sind es 370, da gilt es aufzuholen in unserem Land“.

Hobbys Radfahren und Tauchen

Wenn das Pendeln nach Stuttgart hinter ihm liegt, inspiziert der Inspekteur der Polizei am liebsten die Fahrradwege im Kraichgau. Ohne elektrische Unterstützung. Werner und seine Frau schätzen gemeinsame Tauchurlaube. Und dann hat der Familienmensch noch die Guitar-Tuning-App heruntergeladen. Fürs Musikmachen zusammen mit einem der Enkel.

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