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Besitzer will nicht aufgeben

Die Fabrik in Bruchsal sucht nach Überlebensmöglichkeiten

Der beliebte Bruchsaler Club „Fabrik“ muss seit 13. März auf Gäste verzichten. Anpacken und umgestalten war als Ersatz in den ersten Monaten angesagt. Doch nun suchen Michael Scherk und Tobias Lenk nach Überlebensmöglichkeiten.

Solidarität der Gäste: Fans der Bruchsaler "Fabrik“ haben auf dem Gelände ihre Sympathie ausgedrückt. Foto: Klaus Leibold

Von Thomas Zimmer

Es ist Freitag, der 13. März 2020. 18.02 Uhr wird die Fabrik informiert, dass das abendliche Konzert nicht stattfinden kann. Es ist der Beginn der Sicherheitsmaßnahmen wegen Corona. Die Band Bounce ist zu dem Zeitpunkt schon auf der Bühne, beginnt gerade mit dem Soundcheck. „Für mich kam es überraschend, dass sie alles so herunterfahren“, sagt Michael Scherk, der die Fabrik zusammen mit Tobias Lenk 2018 als Gesellschafter übernommen hat. 2019 sei ein gutes Jahr gewesen, auch 2020 habe sich mit den die sonst „eher ruhigen Monate Januar und Februar gut angelassen“.

Nach dem Lockdown haben die Chefs ihren einzigen festen Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, die Verträge der übrigen Mitarbeiter auf 450 Euro-Basis wurden stillgelegt. „Wir haben sie nicht entlassen“, sagt Scherk. Er selbst und sein Mitgesellschafter Tobias Lenk kommen über die Runden, weil sie als zweites Standbein einen Kurierdienst betreiben.

Freude über Solidarität

Solidarität der Fabrik-Fans hat die Betreiber natürlich gefreut: So haben einige Stammgäste des Donnerstag-Rockabends auf der Straße vor dem Gebäude eine Art Demonstration veranstaltet. „Die haben eine Musikbox mitgebracht und draußen auf der Straße getanzt“, sagt Michael Scherk. Und sie haben auf dem Trottoir den Spruch „Wir brauchen Euch zurück!“ hinterlassen.

„Zwei, drei Monate war meine Euphorie noch da. Ich dachte: Nach dem Sommer geht‘s weiter“. Also packte Scherk zuerst die Reparatur des Biergartendach an. Dann begann er, mit tatkräftiger Hilfe seiner Mitarbeiter, den Eingangsbereich umgestalten, „nicht nobel, aber Fabrik-Style“, immer in der Hoffnung, dass es irgendwann weitergeht, und mit der Idee im Hinterkopf, dass man zukünftig auch Firmenevents, Hochzeiten oder Geburtstage veranstalten könnte.

Gastronomie-Betrieb als Ausweg?

Der derzeitige Sachstand allerdings ist: Diskotheken bleiben geschlossen. Einen Ausweg sähe Scherk allenfalls darin, seinen Betrieb als Gastronomie weiterlaufen zu lassen. Man könnte dann kleine Konzerte oder auch Comedy-Veranstaltungen auf die Bühne bringen, „eben alles, was nicht zum Tanzen animiert. Wir könnten Tische reinstellen, ein Hygienekonzept erarbeiten, die Gäste am Tisch bedienen. 100 bis 120 Leute wären mit Abstandsregeln unterzubringen.

Wenn man unter diesen Bedingungen kleine Konzerte veranstalten wolle, „müsste die Band aber bereit sein, auf Hut zu spielen“. Denn allein Ton- und Lichttechniker kosten zusammen schon rund 800 Euro. Der Fabrik-Macher sieht ein weiteres Problem: „Ich habe ein bisschen Angst, dass ich nach der Änderung der Konzession Schwierigkeiten hätte, wieder die alte Konzession als Diskothek zu bekommen.“

In jedem Fall möchte er erst dann Geld in die Hand nehmen, wenn er sicher ist, dass der Umsetzung eines Hygienekonzepts von Seiten der Stadt zugestimmt würde, und dass die Konzession unbürokratisch in die eine und die andere Richtung geändert werden kann, wenn sich die Corona-Situation entspannt. „Wir suchen in dieser Angelegenheit derzeit das Gespräch mit der Stadt“. Aufgeben will er noch lange nicht: „Mein Herz hängt schon an der Fabrik, ich bin immer noch die treibende Kraft und hoffe einfach, dass es vorbei geht.“

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