Skip to main content

Verschärfte Corona-Regeln im Landkreis

Die meisten halten sich an die Maskenpflicht auf dem Bruchsaler Wochenmarkt

Es war ein fast einheitliches Bild: Die meisten Besucher auf dem Bruchsaler Wochenmarkt und in der Fußgängerzone trugen Maske. Wer keine vor Mund und Nase hatte, fiel auf. Und wurde von Kräften des Ordnungsamts auf die Maskenpflicht hingewiesen.

Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt: Das war das Gesprächsthema bei den meisten Besuchern am Samstag in der Bruchsaler Innenstadt. Foto: Torsten Ochs

Heinz Veith besucht jeden Mittwoch und Samstag den Wochenmarkt auf dem Platz vor dem Rathaus in Bruchsal. Bei einer Tasse Kaffee verfolgt er, wer am Stand der Bäckerei Isenmann vorbeiflaniert. Die Maskenpflicht auf dem Markt sieht der Rentner gelassen: „Ach Gott, es ist eine Notwendigkeit und eine Vorsichtsmaßnahme, die man befolgen muss.“

Das sahen die meisten anderen Besucher, die am Samstag auf den Markt gekommen waren, ähnlich. Viele blieben auf ein Schwätzchen stehen – aber mit Abstand und Maske. „Die Leute sind sensibilisiert. Jeder weiß, worauf es ankommt“, sagte Andy Gerweck an seinem Obst- und Gemüsestand.

Dass die am Samstag in Kraft getretene Maskenpflicht Kunden davon abgehalten hat, im Freien einzukaufen, konnte er nicht feststellen. Er und seine zehn Mitarbeiter hatten gut zu tun. Auch am benachbarten Feinkoststand „Ans Feingemachte“ bildete sich früh am Morgen schon eine Schlange.

Besucher haben Verständnis für Maskenpflicht

Anders erlebte Cenk Eksi an seinem Stand mit türkischen Spezialitäten die Situation: „Es ist weniger los als sonst“, sagte er und kann sich vorstellen, dass die Angst vor Virus und Ansteckung ein Grund sein könnte.

Besucher ohne Maske habe er auf das Schild mit den Corona-Regeln hingewiesen, das viele Händler bei sich aufgestellt haben. Die Leute hätten verständnisvoll reagiert und sofort Mund und Nase bedeckt, so Eksi. Dass sie Fußgängerzone und Markt nur mit Mund- und Nasenbedeckung betreten dürfen, war auch drei Besuchern aus Untergrombach neu. Sie wollten auf dem Kübelmarkt mit dem Riesenrad fahren. Maske tragen finden sie zwar gut, sagten sie, in der Gondel wollten sie sie aber dann doch abnehmen.

Verständnisvolle Besucher: Nina Schüßler vom Ordnungsamt und Georg Völker vom Gemeindevollzugsdienst wiesen Besucher ohne Maske auf dem Wochenmarkt  auf die neue Verordnung hin. Foto: Torsten Ochs

Die allgemeine Verunsicherung spürte auch Thomas Harböck an seinem Obst- und Gemüsestand. „Es ist nichts los; es ist ganz komisch. Um 10 Uhr morgens müsste eigentlich der Markt voll sein“, sagte er. Gar nicht unsicher gab sich eine betagte Besucherin mit Rollator, die bei Gabriele Capritta Brot kaufte: „Maske tragen? Wenn es mir dient und hilft, auf jeden Fall. Und so wenig Kontakt wie möglich.“

Andrea Ilchmann (sell & ebbes) sieht das ähnlich. Erstmals hatte sie ihre Kunden auf dem Markt mit Maske bedient. Die verschärften Corona-Regeln hält sie für notwendig: „Ich hoffe, dass es hilft. Und solange die Corona-Zahlen hochgehen, ist es besser, Maske zu tragen.“ Dass insgesamt weniger los war auf dem Markt, führte sie auf die begonnenen Herbstferien zurück.

Über mangelnde Kundschaft kann sich dagegen Andrea Hager am Weilerhöfer Bauernladen nicht beklagen: „Als es im März losging mit Corona, sind wir überrannt worden.“ Die Leute hätten lieber im Freien eingekauft als im Supermarkt.

Verfügung auch Gesprächsthema bei den Einzelhändlern

Auch bei den Kunden, die am Samstagvormittag durch die Fußgängerzone schlenderten, und den Einzelhändlern war die Allgemeine Verfügung für den Landkreis Karlsruhe Gesprächsthema. Eine Verkäuferin, die nicht namentlich genannt werden will, sieht die Maskenpflicht kritisch. Dass man im Laden Nase und Mund bedecken soll, sehe sie ja noch ein, aber nicht im Freien. Und schon gar nicht, wenn sie mit viel Abstand zu anderen durch die Innenstadt laufe. Sie befürchtet Lungenprobleme, wenn sie jeden Tag mehr als acht Stunden eine Schutzmaske trage.

Das Gros der Besucher hält sich an die Maskenpflicht.
Ina Rau, Pressesprecherin der Stadt Bruchsal

„Das Gros der Besucher hält sich an die Maskenpflicht“, bestätigte Ina Rau, Pressesprecherin der Stadt, auf Nachfrage. Bei Kontrollen sei der Fokus zwar auf die Gastronomen gerichtet, aber am Samstag seien Mitarbeiter des Ordnungsamts in der Innenstadt unterwegs gewesen – allerdings eher beratend als bestrafend.

Nina Schüßler vom Ordnungsamt und Georg Völker vom Gemeindevollzugsdienst wiesen Besucher ohne Maske auf dem Wochenmarkt auf die neue Verordnung hin. Ein älterer Mann, den die beiden angesprochen hatten, zeigte ein Attest, das ihn von der Maskenpflicht befreit. Eine Besucherin reagierte überrascht, setzte aber ohne Murren ihre Schutzmaske auf.

nach oben Zurück zum Seitenanfang