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Testosteron aus dem Online-Shop

Drogendealer im Internet: Bruchsaler Gericht halbiert Strafmaß

Ein Mann aus Bruchsal hat in beträchtlichen Mengen Dopingmittel und Rauschgift im Internet bestellt. Ein Päckchen mit 1.000 Pillen fiel Zöllnern an der deutsch-tschechischen Grenze auf. Jetzt stand der Mann vor Gericht.

Vor allem Testosteron, aber auch Haschisch und Amphetamine hat ein Mann aus Bruchsal per Online-Bestellung geordert. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat beim Amtsgericht Bruchsal gegen einen 1965 geborenen Mann einen Strafbefehl beantragt. Die Freiburger Behörde ist in Baden-Württemberg schwerpunktmäßig für Fälle aus dem Bereich Doping zuständig.

Der Bruchsaler habe in nicht geringen Mengen Dopingmittel und Drogen besessen und auch aus dem Ausland eingeführt, vor allem Testosteron, so die Vorwürfe. Daneben habe der Mann Haschisch, Kokain und Ecstasy mitgebracht.

Amtsrichter Elmar Herding hat gegen den nach einem Unfall seit August 2019 krankgeschriebenen Landmaschinenmechaniker einen Strafbefehl zu 200 Tagessätzen von jeweils 30 Euro verhängt. Das Strafmaß wurde jetzt in einer Hauptverhandlung halbiert.

Substanzen im Internet bestellt

Die Anzahl von 200 Tagessätzen bleibt. Allerdings muss der Mann nur noch je 15 Euro bezahlen. Denn er ist bei der Krankenkasse nach Ende der Krankenzeit ausgelistet und Anträge bei der Bundesanstalt für Arbeit sind noch nicht durch.

Zu Erwarten sind monatlich 900 Euro. Aber wann Entscheidungen fallen, weiß auch Rechtsanwalt Gerald Ruf noch nicht. Herding glaubte dem Angeklagten und seinem Vertreter diese Einlassungen und reduzierte die Tagessätze auf die Hälfte. Denn strafbar, da waren sich der Angeklagte und sein Anwalt mit dem Gericht einig, waren die Verstöße in jedem Fall.

Strittig, aber für das Strafmaß letzten Endes nicht relevant, waren einige Mengenangaben bei verschiedenen Rausch- und Dopingmitteln. Auch von nicht allzu großer Bedeutung war es für Richter Herding, ob die im Internet bestellten Doping­substanzen aus Deutschland kamen oder aus dem Ausland eingeführt wurden. Zumal der Angeklagte zu wissen eingeräumt hatte, dass die Mittel auch manchmal von außerhalb der deutschen Grenzen kommen.

Mehr als 1.000 Tabletten Grenzkontrolle gefunden

Ein Paket, sagte der ermittelnde Zollbeamte aus, war in Selb an der tschechischen Grenze abgefangen worden. Die Beamten haben darin mehr als 1.000 verschiedene Tabletten verbotener Substanzen gefunden. Auch wenn die Anschrift nicht klar zu erkennen war, konnte mit Hilfe des Paketdienstes der Angeklagte als Empfänger identifiziert werden.

Andere Substanzen hatte dieser bei einem Technofestival in Freiburg und einer Tatoo-Convention in Rumänien erworben. Welche Substanzen im Einzelnen von wo waren, ließ sich nicht mehr vollständig klären. Aber das spielte keine Rolle.

Angeklagter gesteht und akzeptiert den Urteilsspruch

Bis auf einige ungeklärte Mengen hatte der Angeklagte die Vorwürfe im wesentlichen eingeräumt. Er wollte aber im Protokoll diese Mengenänderungen sehen und unter dem Strich weniger bezahlen. Was er bei der Hauptverhandlung dann auch erreicht hatte.

Der Karlsruher Staatsanwalt David Mattern, der für seine Freiburger Kollegen die Anklage vertrat, war in seinem Plädoyer bei 200 Tagessätzen zu 30 Euro geblieben. Verteidiger Gernot Ruf legte dem Gericht nahe, die Anzahl der Sätze zu reduzieren und sie lediglich zu zehn Euro festzusetzen. Sein Mandant und er nahmen das Urteil an. Letzte Entscheidung liegt bei der Staatsanwaltschaft Freiburg.

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