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OB Petzold-Schick im Interview

Eröffnung der Kombilösung – ein Risiko für den Einzelhandel in Bruchsal?

Die Baustellenstadt Karlsruhe – diese Ära neigt sich dem Ende entgegen. Welche Auswirkungen hat das auf die umliegenden Städte? Die Bruchsaler Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick sieht die Situation gelassen.

Noch fahren die Bahnen im Testbetrieb. Ab 11. Dezember fahren alle Stadtbahn-Linien mit neuem Fahrplan durch den Tunnel. Foto: Rake Hora

„Karlsruhe ist eine einzige Baustelle“ – dieser Satz gilt ab Samstag nicht mehr. Denn dann wird die Kombilösung eröffnet.

Doch was bedeutet das für die umliegenden Städte? Denn durch die vielen Baustellen und Umleitungen wurde das Shoppen in der Großstadt weniger attraktiv. Davon haben viele kleinere Städte profitiert.

Wie geht es im Bruchsaler Einzelhandel weiter, wenn der Magnet Karlsruhe wieder funktioniert? Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick sieht die Situation gelassen.

Auf eigene Stärken setzen: Die Bruchsaler OB Cornelia Petzold-Schick sieht den Einzelhandel auch gegenüber der Karlsruher Konkurrenz gut aufgestellt. Foto: Christina Zäpfel

Wenn am Samstag die unterirdische Straßenbahn endlich an den Start geht und die Baustellen weg sind, wird Karlsruhe wieder zum Einkaufen auch für das Umland attraktiv. Bereitet Ihnen das Sorgen?

Nein, es ist ja seit Jahren bekannt. Wir haben gut daran getan, unser integriertes Stadtmarketing voranzutreiben, um unsere Position und die unseres Einzelhandels zu stärken. Das lässt sich auch messen. Der sogenannte Kaufkraftindex ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Wir ziehen mittlerweile auch viel Kaufkraft unseres Umlandes an.

Trotzdem lockt jetzt bald eine Großstadt vor der Haustür mit einer neuen, attraktiven Shoppingmeile. Wie wird sich das auswirken?

Natürlich gehe ich davon aus, dass zunächst viele wieder nach Karlsruhe gelockt werden. Ich sehe das aber eher als Stärkung unserer gesamten Region, davon können wir alle profitieren. Man kann es auch so sehen: Wenn Karlsruhe eine attraktive Innenstadt hat, dann gehen die Leute weniger nach Mannheim oder nach Stuttgart, wenn sie mal in einer Großstadt shoppen möchten. Ich sehe uns da weniger in der Konkurrenz. Das Einkaufen in einer Großstadt ist immer noch ein anderes Erlebnis.

Sie werben sogar mit Plakaten in Karlsruhe fürs „Shoppen in Brusl“. Warum? Was hat Bruchsal, was Karlsruhe nicht hat?

Unser Ziel muss es sein, dass wir hier den ganz normalen Bedarf abdecken. Unser Angebot muss so gut sein, dass wir auch weiterhin attraktiv bleiben für die Kunden, die heute schon gerne nach Bruchsal kommen. Was uns auszeichnet: Hier hat man die Möglichkeit, innerhalb von kurzer Zeit alle Einzelhandelsgeschäfte gut zu Fuß erreichen. Dabei trifft man noch Menschen, die man kennt. Der inhabergeführte Einzelhandel, das ist es, was Bruchsal ausmacht. Dort, wo man sich noch persönlich kennt, wo man beraten wird und unser ausgewogener Branchenmix. Wir haben keine Angst vor der U-Strab.

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