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Killinger spricht sich gegen Projekt aus

Pläne für Krematorium am Forster Friedhof sind vom Tisch

Für viele Forster dürfte es nun wieder ruhigere Nächte geben. Das am Friedhofsareal geplante „Zentrum für Feuerbestattung“ wird wohl nicht am ursprünglich geplanten Standort gebaut. Für den Forster Bürgermeister ist das Projekt damit fast vom Tisch.

Es bleibt ruhig: Die Aussegnungshalle in Forst bleibt wohl der einzige Ort zur Abschiednahme am Friedhof. Das Zentrum für Feuerbestattung soll nun doch nicht hier gebaut werden. Foto: Martin Heintzen

Ein „Zentrum für Feuerbestattung“ hätte neben dem Forster Friedhof entstehen sollen. Ein würdevoller Ort zum Abschied nehmen. Das war zumindest der Plan der Familie Jäckle. Doch schon vor der Entscheidung für oder gegen das Krematorium wehrten sich die Anwohner am Friedhof Anfang Juli massiv gegen das Projekt . Sie fürchten unter anderem eine Abgas-Belastung und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen.

Einige Wochen ist es nun ruhig geworden um die Baupläne.

Man wolle sich beraten und Ruhe einkehren lassen, hieß es von Seiten der Antragsteller. Inzwischen kommt wieder Bewegung in die Diskussion. In den Forster Briefkästen landete vor kurzem ein Informations-Flyer. Darin wird bekannt gegeben, dass ein neuer Standort für das Krematorium gesucht wird. Nur über eine abgedruckte Internetadresse auf dem Flyer wird der Absender ersichtlich. Er stammt von den Bestattern Marco und Jörg Jäckle, den Antragsstellern.

Suche nach Gelände außerhalb von Wohngebieten

Man würde die Sorgen der Bürger ernst nehmen und sei deshalb auf der Suche nach einem neuen Platz. Im Gespräch sei ein „Gelände, welches sich weit entfernt vom Wohngebiet befindet“, heißt es im Flyer. Am Standort Forst wollen die Antragsteller festhalten. Grund dafür sei die „äußerst günstige Verkehrsanbindung und die zentrale Lage“, heißt es.

Ich bin froh, dass Jäckle vom Standort am Friedhof abrückt. Somit hat sich die Anfrage für uns erledigt.
Bernd Killinger, Forster Bürgermeister

Inzwischen sei Jäckle vom geplanten Standort abgerückt, teilt der Forster Bürgermeister Bernd Killinger mit. Er zeigte sich von Anfang an als Gegner des Projektes. „Ich bin froh, dass Jäckle vom Standort am Friedhof abrückt. Somit hat sich die Anfrage für uns erledigt.“

Für die nächste Gemeinderatssitzung am 21. September bereitet die Gemeindeverwaltung nun eine Vorlage vor. Damit soll der Rat offiziell informiert werden, dass die Familie Jäckle vom geplanten Standort Abstand nimmt. Aktuell würden die Antragssteller des Krematoriums Gespräche über zwei neue Grundstücke führen.

Ein Grundstück liegt zwischen dem Forster Heidesee und dem Ubstadt-Weiherer Hardtsee, das zweite Grundstück befindet sich bei einem Aussiedlerhof auf Forster Gemarkung. „Wir in der Verwaltung sind aber felsenfest davon überzeugt, dass es keinen anderen passenden Standort gibt“, so Killinger.

Vor der öffentlichen Bekanntgabe des Projektes im Juli sei bereits eine zehnmonatige Standortsuche voraufgegangen. Der einzig mögliche Platz seitens der Verwaltung wäre der am Friedhof. Für alle anderen Standorte müsste unter anderem der Flächennutzungsplan geändert werden. Killinger schätzt die Chancen für das Krematorium in Forst als schwindend gering ein. „Da geht es auch um Naturschutzflächen. Und das steht höher als das Anliegen von Jäckle.“

Gegner-Initiative hat großen Zuspruch

Auf die Gemeinderatssitzung ist auch die Bürgerinitiative „Kein Krematorium für Forst“ vorbereitet. Vorab wolle man den Gemeinderäten und dem Bürgermeister ein ausführliches Informationspapier zukommen lassen. Auch für die Bürger werden Flyer vorbereitet. „Und dann hoffen wir einfach, dass der Gemeinderat die richtige Entscheidung trifft“, sagt Alexander Hoffner von der Initiative. Abrücken würden die Krematoriums-Gegner von ihrem Vorhaben nicht. „Auch nicht, wenn es einen anderen Standort geben sollte“, so Hoffner. Inzwischen habe die Initiative großen Zuspruch, unter anderem über Facebook, bekommen.

Bürgermeister Killinger hofft, dass das Thema bald vom Tisch ist. „Nach der Sitzung im Juli war die Mehrheit des Gemeinderates gegen die Ansiedelung“, sagt er. Würde die Familie Jäckle mit einer neuen Anfrage mit neuem Standort auf die Gemeinde zukommen, würde die Verwaltung diese ablehnen.

„Wir haben einen Versuch gehabt, einen weiteren wird es nicht geben“, stellt Killinger klar. Er ist guter Dinge, dass die Entscheidung am 21. September schnell fällt. Damit werde es in Forst kein Krematorium geben, so Killinger. „Ich denke, alle sind froh, wenn das Thema durch ist.“

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