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Gemeinderat findet Lösung

Seehotel in Forst darf umgebaut werden

Nicht um 99 Zimmer, aber um 81 Zimmer darf der Betreiber das Forster Seehotel aufrüsten. Der Bebauungsplan aus dem Jahr 1969 wird dafür geändert.

Das Seehotel in Forst darf mit dem Segen des Gemeinderats doch aufrüsten. Foto: Heinz Forler

Die Forster erwarten Gäste. Der Gemeinderat hat bei seiner jüngsten Sitzung im Alex-Huber-Forum der Änderung des Bebauungsplans zugestimmt und beschlossen, dass das Seehotel unweit der Autobahn erweitert werden kann. Mit Ausnahme von Bürgermeister Bernd Killinger (Freie Wähler) votierten die Mitglieder aller vier Fraktionen für das Vorhaben. Der bisherige Bebauungsplan stammt aus dem Jahr 1969 und ist laut Andreas Schäfer, dem Bauamtsleiter der Kommune, „nicht mehr zeitgemäß“.

Im Gegensatz zum Gremium hatte der Ortschef eine sogenannte Veränderungssperre gewünscht. Danach hätte der aktuelle Zustand des Geländes für bestimmte Zeit erhalten bleiben müssen. „Die Angrenzer haben in dem Verfahren Rechte, die Anlieger die höchsten Interessen“, erklärte Killinger gegen-über der Bruchsaler Rundschau: „Bis-weilen wird von beiden Seiten die Erwartung formuliert, dass es auf der Seite des Seehotels zu überhaupt keiner städtebaulichen Entwicklung kommen sollte, weil dies anscheinend beim An-kauf der Immobilien versprochen war.“

Um „Brücken zu bauen“, wie die Grünen-Fraktionsvorsitzende Claudia Greulich sagte, hatten sich Vertreter des Gemeinderats mit den Betreibern des Hotels besprochen. Mit Geschäftsführer Siegfried Hegelmann und Betriebsleiterin Karin Uzar haben sie sich dabei auf einen Kompromiss geeinigt. Statt der ursprünglich geplanten Erweiterung um 99 Zimmer sollen nun 81 neue Räume errichtet werden.

Neubau wird kürzer als ursprünglich geplant

Derzeit bietet die Unterkunft 22 Zimmer. Der Neubau wird somit elf Meter kürzer als vorgesehen, „um Gelände zu schonen“, betonte Bauamtsleiter Schäfer. Ferner gelte es, die Interessen der Anwohner und der Gewerbetreibenden in der Nachbarschaft zu schützen. Durch die Änderung des Bebauungsplan kann der Hotelier auch zwei große Wohnhäuser am Nord-West-Ufer des Weindelsees er-richten lassen.

„Die Geschäftsführung konnte darlegen, dass die ins Auge gefasste Zielgruppe Geschäftsreisende und keine Trucker sind“, berichtete CDU-Sprecher Manfred Häffner von der Unterredung; die Befürchtung, dass zu viele Lkw-Fahrer das Hotel ansteuern könnten, sind „aus unserer Sicht ausgeräumt“. Emil Kniel, Fraktionschef der Freien Wähler, nannte den Plan eine „ideale Voraussetzung für die Bebauung um See“, und Sozialdemokrat Hermann Eiseler bezeichnete die Übereinkunft mit dem Hotelbetreiber als „gute Lösung“.

Als „wesentliche Planungsziele“ am Weindelsee wurden in der Sitzungsvorlage beispielsweise die Begrenzung auf maximal zwei bis drei Vollgeschosse sowie umweltorientiert qualitätsvolle Ufer- und Freibereiche aufgeführt. Ferner solle sich bei Veränderungen am Ufer an der ortstypischen offenen Bauweise orientiert werden.

Die Verwaltung setzt sich zudem für eine „geordnete Stellplatzsituation mit Begrünung“ und die Beachtung des Lärmschutzes angesichts der benachbarten Gewerbebetriebe ein. Fachlich begleitet wird das Forster Projekt vom Ingenieurbüro Modus Consult. Für die Mitarbeit und die Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts liegt von dem Karlsruher Unternehmen ein Angebot in Höhe von 28.000 Euro brutto vor.

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