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Kampf gegen Klimakrise

„Fridays for Future“ in der Corona-Pandemie: Ist bei der Bewegung in der Region die Luft raus?

Tausende junge Menschen demonstrierten bei Fridays for Future für das Klima. Auch in der Region gab es zahlreiche Proteste. Nun dominiert Corona die Schlagzeilen. Wie geht es bei den Klima-Bewegungen in der Region jetzt weiter?

Beim Klimastreik in Bruchsal sprach am Freitag auch Volker Stelzer vom KIT. Er warnte vor Kipppunkten wie das Abschmelzen der Gletscher, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Foto: Christina Zäpfel

Steigende Inzidenzzahlen und sich ständig erneuernde Regeln sind Dauerbrenner im Alltag. Die Corona-Pandemie dominiert in den letzten zwei Jahren unseren Alltag. Geraten dadurch Initiativen wie die „Fridays for Future“-Bewegung, in den Hintergrund? Wie geht es jetzt weiter? Ist die Luft raus?

Nicht bei Timo Schowalter. Der 15-Jährige aus Bruchsal setzt sich seit fast drei Jahren für die Klimabewegung ein. Er ist seit dem ersten Klimastreik aktives Mitglied der Bruchsaler Bewegung.

Schowalter ist der Meinung, dass viele Menschen die Klimakrise trotz Corona nicht vergessen haben. „Natürlich sind die Klimaproteste in der aktuellen Lage nicht mehr so einfach in der Öffentlichkeit wahrzunehmen. Denn unsere Hauptaktionsform, die Demonstration, ist gerade nicht mehr verantwortbar“, sagt er. Trotzdem hätten im Sommer, bei niedrigen Inzidenzen, genauso viele Menschen demonstriert wie vor Corona.

Mit dem Kampf für eine klimageschütztere Zukunft sei also noch lange nicht Schluss. „Ich denke, uns allen war klar, dass der Klimaprotest kein Kurzstreckenlauf, sondern ein Marathon ist.“

Bruchsaler Mitglied sieht Klimaschutz als gemeinsames Projekt für Jung und Alt

Der Klimaschutz sei kein Kampf der jungen Generation, sondern einer, bei dem alle mit anpackten. „Klimaschutz sollte als gemeinsames Projekt gesehen werden. Als Projekt, dass es zusammen zu bewältigen gilt.“ Von der neuen Regierung erhofft sich Schowalter einen ehrgeizigen Weg in Richtung Klimagerechtigkeit. „Als Klimabewegung sehen wir, dass nicht alle Ziele der Ampel weit genug gehen“, sagt er. Als Beispiel nennt er das vom Programm gestrichene Tempolimit auf den Autobahnen.

Wir werden der neuen Regierung auf die Finger schauen und sie kritisch begleiten.
Timo Schowalter, Fridays for Future Bruchsal

Auf der anderen Seite sehe er, dass große Themen wie klimafreundliche Mobilität oder die Energiewende angepackt würden. Das begrüßt Schowalter. „Aber ob die Ampel das umsetzt, was sie verspricht, kann man wohl erst in einem Jahr sagen.“ Die Bruchsaler Bewegung sei jedoch grundsätzlich zuversichtlich. „Wir werden der neuen Regierung auf die Finger schauen und sie kritisch begleiten“, sagt er.

Ortsgruppe Oberhausen-Rheinhausen: Klimaschützer kämpfen weiter

Manuel Mutter ist Mitglied der „Fridays for Future“-Ortsgruppe Oberhausen-Rheinhausen. Diese Gruppe gibt es seit zwei Jahren. Mutter befürwortet die Klimaschutzpläne der neuen Regierung. Zum Teil sieht er die Pläne als Ergebnis der Arbeit der Klimaschützer. So beweise der Koalitionsvertrag der Ampel, „dass der Druck von der Straße wirkt“.

In der Energiewende tue sich endlich etwas. Der Kohleausstieg bis 2030 werde immer wahrscheinlicher. Auch das Potenzial der erneuerbaren Energien solle losgetreten werden. Mit dem aktuellen Stand gibt sich Mutter trotzdem noch nicht zufrieden. „Es ist ein erster Schritt. Aber der große Teil auf dem Weg zur klimagerechten Welt bleibt Handarbeit“, sagt der 30-Jährige.

Wir streiken so lange weiter, bis das Ziel erreicht ist.
Manuel Mutter, Fridays for Future-Ortsgruppe Oberhausen-Rheinhausen

Das, was noch fehle, müsse erkämpft werden. „Im Klimaschutz funktionieren keine halben Sachen. Wir streiken so lange weiter, bis das Ziel erreicht ist.“ Und dafür seien die Menschen, die jeden Freitag mit auf die Straßen gehen, am wichtigsten.

Fridays for Future Karlsruhe plant mehrere Aktionen

In Karlsruhe stehen in diesem Jahr mehrere Aktionen für die Klimagerechtigkeit an. „Geplant sind Demonstrationen, Mal-Aktionen und Flyer. Wir werden uns weiterhin für Klimagerechtigkeit und die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens einsetzen“, erklärt die 15-jährige Lilith Diaw. Sie ist Schülerin des Fichte-Gymnasiums in Karlsruhe und seit einem Jahr bei „Fridays for Future“. Das zeige einmal mehr, dass es möglich ist, sich klimapolitisch zu orientieren. Ganz unabhängig vom dominierenden Thema Corona.

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