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Nützliche Tipps

Glyphosat-Verbot: Gärtner in Wiesental und Kirrlach wissen sich ohne Chemie zu helfen

Das Verbot des Pflanzenschutzmittels Glyphosat lässt Gartenexperten in Wiesental und Kirrlach kalt. Sie haben Tipps für Gartenbesitzer, wie es auch ohne chemische Keule geht.

Die Experten des Obst- und Gartenbauvereins Wiesental verzichten schon lange auf Glyphosal und bekämpfen die Unkräuter mit Spaten und Hacke. Foto: Kurt Klumpp

Der Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat ist für Hobbygärtner verboten. Das hat der Bundesrat am 25. Juni beschlossen.

Mit der Zeichnung der geänderten Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist dieses Gesetz in Kraft getreten.

In Deutschland gibt es etwa 17 Millionen Haus- und Kleingärten mit einer Fläche von 930.000 Hektar. Eine frühere Studie des Bundesverbraucherschutzministeriums hat ergeben, dass fast drei Viertel der Hausgärtner regelmäßig Pestizide einsetzen.

Unkraut ist bereits vor der Entwicklung von Glyphosat gewachsen und wird es auch nach dem Verbot tun.
Alfred Köhler, Vorsitzender des 1936 gegründeten Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Wiesental

Die neue Verordnung verbietet jetzt das schon seit Jahren umstrittene Glyphosat in privaten Gärten, aber auch auf Spiel- und Sportplätzen sowie in Wasserschutzgebieten und vor der Ernte.

„Unkraut ist bereits vor der Entwicklung von Glyphosat gewachsen und wird es auch nach dem Verbot tun“, sagt Alfred Köhler, Vorsitzender des 1936 gegründeten Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Wiesental. Seine Empfehlung für die Kleingärtner ist deshalb ebenso alt wie einfach: „Hier hilft nur die Arbeit mit der Hacke.“

Einen Tipp hat auch Manfred Klein vom OGV Kirrlach: „Un- oder besser Wildkräuter enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die sich mitunter auch positiv auf die Zusammensetzung des Kompostes auswirken können“, sagt der Hobbygärtner.

Gärtner rät zu Wurzelunkräutern wie Löwenzahn

Deshalb empfiehlt er, speziell Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke oder Löwenzahn in der Sonne vollständig zu trocknen und sie dann gut zerkleinert auf den Komposthaufen zu geben. Allerdings sollte es während der Trocknung nicht regnen, da sonst die Wurzeln schnell wieder anwachsen können.

Über das häufige Regenwetter haben sich in den Gärten vor allem die Schnecken gefreut. Gegen die Plagegeister hilft neben dem Einsammeln am späten Abend oder frühen Morgen auch Schnckenkorn – ebenfalls eine umstrittene Chemie-Keule.

Alfred Köhler empfiehlt daher umweltfreundliches Material wie Ferramol zu verwenden, das in den Abendstunden gestreut wird und für Igel, Vögel, Regenwürmer oder Bienen unschädlich ist.

Gewächs- oder Tomatenhäuser haben sich bewährt

Ein weiteres Problem verursacht der Regen an den Tomaten. „Die Feuchtigkeit gibt den Pilzsporen ideale Wachstumsbedingungen“, weiß der Wiesentaler OGV-Chef.

Bewährt habe sich hier ein Gewächs- oder Tomatenhaus. „Eine weitere Möglichkeit ist die Pflanzen mit verdünnter Magermilch oder Molke wöchentlich zu spritzen“, verrät Alfred Köhler.

Diese Erfahrung hat auch Rudi Schmitt gemacht: „Ich habe die braunen Blätter entfernt und meine Tomatenpflanzen mit einer Mischung aus zehn Liter Wasser und einem Liter Magermilch bespritzt.“ Vollmilch sei wegen des höheren Fettgehalts ungeeignet.

Auch gegen Blattläuse gibt es schon längst erprobte Hausmittel. „Am frühen Morgen, wenn die Pflanzen noch kühl sind, können die Läuse mit dem Gartenschlauch weggespritzt werden“, gibt Alfred Köhler zu verstehen.

Auch eine Bekämpfung mit Schmierseife, Wasser und etwas Spiritus sei in einem giftfrei gehaltenen Garten möglich.

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