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Amtsgericht Bruchsal

Gewehr soll ungeschützt im Hof gelegen haben: Jäger aus Bruchsal muss sich vor Gericht verantworten

Nachbarn eines Hobbyjägers aus Bruchsal haben ihn wegen des Verdachts auf Wilderei und Verletzungen des Waffenrechts angezeigt. Der Angeklagte sagt nun vor Gericht aus – und rechtfertigt sich.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.
Diese Polizei ist mit einer Hundestaffel bei dem Mann angerückt und haben dessen Waffenschrank in Augenschein genommen. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Wer eine Waffe besitzt, der hat gegenüber der Öffentlichkeit eine besondere Verantwortungs- und Sorgfaltspflicht. Die Ordnungsämter kontrollieren regelmäßig, ob sich Waffenhalter bei der Aufbewahrung ihrer Waffen und Munition an gesetzliche Vorgaben halten. Meist geschieht dies aber erst nach vorheriger Ankündigung.

Welche Folgen es haben kann, wenn die Behörden plötzlich ohne Anmeldung an der Haustüre klingeln, musste zuletzt ein Mann aus dem Bruchsaler Umland feststellen.

Wegen Verstößen gegen die Pflicht zur sicheren Aufbewahrung von Schusswaffen und Schusswaffenmunition musste sich der Hobbyjäger am Dienstag vor dem Amtsgericht Bruchsal verantworten. Es droht eine hohe Geldstrafe, nach der er als vorbestraft gelten und seinen Waffenschein verlieren könnte.

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Ende Februar dieses Jahres wurde der Angeklagte von einem Nachbarn wegen des Verdachts auf Wilderei und Verletzungen des Waffenrechts bei der Polizei angezeigt. Diese rückte bei dem Feuerwehrmann daraufhin mit einer Hundestaffel an und nahm dessen Waffenschrank in Augenschein.

Bruchsal: Polizisten notierten sich mehrere Aufbewahrungsverstöße

Eigentlich wollten die Polizisten dabei Waffen sicherstellen, mit denen der Angeklagte zuvor eine Wildschwein-Rotte geschossen hatte. Doch beim Blick in den Waffenschrank notierten sich die Polizeibeamten dann noch gleich mehrere, aus ihrer Sicht gravierende Aufbewahrungsverstöße.

„Ein Gewehr stand einfach neben dem Waffenschrank und war an der Wand angelehnt“, berichtete vor Gericht einer der handelnden Polizisten. Ein weiteres Gewehr habe im Innenhof des Angeklagten auf einem Stuhl gelegen. „Die Waffe war auch überhaupt nicht abgeschirmt. Wir hätten diese wohl auch ohne Zutun des Angeklagten wahrnehmen können“, meinte der Beamte.

Ein Gewehr stand einfach neben dem Waffenschrank.
Polizist
im Zeugenstand

Der Waffenhalter habe vor Ort vollumfänglich kooperiert. Die Polizei sogar ohne Nachfrage zum Gewehr im Hof geführt. Er sei sich diesem Verstoß wohl auch bewusst gewesen, mutmaßte der Zeuge. Ein weiterer Polizeibeamter, der als Sachbearbeiter an dem Fall beteiligt war, konnte nur begrenzt neue Erkenntnisse zum Fall beitragen.

Angeklagter weist Anschuldigungen von sich

Einem Teil der Anschuldigungen widersprach der Angeklagte in der Verhandlung. „Die Waffe neben dem Waffenschrank stand da, weil ich sie vor den Augen der Polizisten beim Öffnen aus dem Schrank genommen hatte“, beteuerte der Angeklagte.

Das verhältnismäßig lange Jagdgewehr passe nur quer in den Waffenschrank und stehe deswegen immer vorne. Er habe nicht gewollt, dass es aus diesem herausfalle. „Das Gewehr im Hof lag abgeschirmt in einem nachgebauten Jagdstand. Außerdem fehlten bei diesem das Magazin und der Abzug“, erklärte der Hobbyjäger.

Verteidiger Christoph Beysiegel betonte, dass sich die vom Nachbarn seines Mandanten erhobenen Wildereivorwürfe nicht bewahrheitet hätten. „Da wurde bislang alles eingestellt. Bislang hat er sich da auch sonst nichts zuschulden kommen lassen“, so der Rechtsanwalt.

Bislang hat er sich nichts zuschulden kommen lassen.
Christoph Beysiegel
Rechtsanwalt

Die Verhandlung wird am 8. Januar fortgesetzt. Dann sollen weitere Zeugen angehört werden. Amtsrichter Thomas Köpfler möchte von diesen näheres zur konkreten Auffindesituation der Schusswaffen erfahren. „Hier sind auch die kleinsten Details für die Strafzumessung relevant“, so Köpfler.

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