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Bruchsal erarbeitet Konzept

Im nächsten Corona-Sommer soll es kein Baggersee-Chaos in Untergrombach mehr geben

Der Pizzabote lieferte seine Ware direkt ans Ufer, Familien trafen sich zu Grillgelagen – im Sommer 2020 wurden die Baggerseen überrannt, die Abstände oft nicht eingehalten. Das soll im Corona-Sommer Nummer zwei anders werden. Auch in Untergrombach.

Der Untergrombacher Baggersee ist das Naherholungsziel für viele Bruchsaler. Im Corona-Sommer 2020 war aber oft so viel los, dass die Stadtverwaltung nun ein neues Konzept für den freien Seen aufsetzen möchten. Foto: Martin Heintzen (Archiv)

Eines scheint allen klar: Ein Chaos rund um die Baggerseen wie im vergangenen Jahr soll es im Corona-Sommer Nummer zwei nicht geben. „Wir können uns nicht nochmal von diesem Ansturm überrennen lassen“, findet jedenfalls Untergrombachs Ortsvorsteherin Barbara Lauber (CDU).

Rückblick: Es ist August 2020, der erste Corona-Sommer, das Wetter ist bestens, viele Menschen sind nicht in Urlaub gefahren. An den Baggerseen der Region, insbesondere den freien, „stapeln“ sich die Badegäste. Nahe des Baggersees Untergrombach kurven Autos aus Stuttgart und Ludwigsburg durchs Wohngebiet auf der Suche nach einem Parkplatz.

Der Baggersee Weingarten ist schon am frühen Mittag für Autos abgeriegelt. Trotzdem strömen die Menschen herbei. Bei Heilbronn hat man einen Baggersee gleich komplett dicht gemacht, weil man dem Ansturm nicht mehr Herr geworden ist.

Die Corona-Abstände können nur noch schwer eingehalten werden. Es wird gegrillt, es wird wild geparkt, der Pizzaservice liefert direkt an den Strand, im eigentlich abgesperrten Naturschutzgebiet in Untergrombach sonnen sich die Badegäste.

Grüne monieren „monströse“ Parkplätze in Untergrombach

„Das muss besser überwacht werden, Autos, die Einfahrten zuparken, müssen abgeschleppt werden, das Grillen gehört verboten. Auch am Preis fürs Parken könnte man drehen“, findet die Ortsvorsteherin von Untergrombach. Lauber setzt darauf, dass die Stadtverwaltung bis zum Sommer ein Konzept vorlegt.

Das fordert auch Grünen-Stadrat Hartmut Schönherr. Seine Fraktion hatte ebenfalls schon im vergangenen Jahr auf ein Konzept gedrungen. „Dass man das Grillen erlaubt und auch noch Grillstellen eingerichtet hat, war ein großer Fehler“, findet er. Auch die Anzahl der Parkplätze findet er „monströs“.

Badegäste haben Naturschutzzone ignoriert

Im Sommer 2020 hatte die Stadtverwaltung kurzerhand die Hälfte der Plätze gesperrt, die Menschen kamen trotzdem. Auch Schönherr findet, dass das Parken besser geregelt werden muss, das Kassenhäuschen regelmäßiger besetzt gehört. „Dass es dort einen großen Parkplatz gibt, das spricht sich natürlich herum.“

Er findet zudem, dass der Naturschutzbereich zu schlecht ausgeschildert sei. „Das muss klarer deklariert werden.“ Lauber berichtet, dass Badegäste große Baumstämme, die eigentlich zur Absperrung gedacht waren, im vergangenen Jahr einfach ins Wasser geschmissen hätten.

Die Baggerseen sind und waren schon immer beliebt, insbesondere die freien: „Wir freuen uns ja, dass wir so einen schönen Baggersee vor der Haustür haben“, stellt Lauber klar. Und: „Wir können ihn auch nicht einfach für Auswärtige sperren. Wir fahren schließlich auch mal zum Ausflug in den Schwarzwald.“

Das Gelände ist einfach zu klein für diese Mengen an Menschen.
Hartmut Schönherr, Stadtrat von Grüne/Neue Köpfe

Lauber will „gleiches Recht auf Baden für alle“. Sie denkt gerade an Familien, die keinen Garten oder Balkon haben. Sie habe dafür vollstes Verständnis, „Naherholung ist wichtig.“ Aber: „Auch die Natur muss zu ihrem Recht kommen.“ Das kann der Grünen-Stadtrat Schönherr unterschreiben. „Das hatte sich schon vor Corona abgezeichnet. Das Gelände ist einfach zu klein für diese Mengen an Menschen.“

Büchenau befürchtet Ansturm durch Abriegelung in Untergrombach

Vor einer großflächigen Abriegelung des Untergrombacher Baggersees warnte bereits im Sommer Marika Kramer, die Ortsvorsteherin von Büchenau. „Die fahren sonst einfach weiter zu uns.“ In Büchenau seien vor allem Taucher das Problem, berichtet die CDU-Stadträtin.

Wenn man für Untergrombach ein Konzept entwickelt, müsse man Büchenau mitdenken, so ihre Forderung. Auch dort könnte man beispielsweise den Parkraum bewirtschaften.

Ein Konzept muss also her, das weiß man auch im Bruchsaler Rathaus. „Dieses wird zunächst nichtöffentlich im Ausschuss beraten. Danach geht es in die Ortschaftsrat-Sitzung. Wir rechnen damit, dass es Ende März dann öffentlich im Gemeinderat vorgestellt werden kann“, erklärt Ina Rau, Bruchsals Pressesprecherin.

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