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Öffentliche Verkehrsmittel in Corona-Zeiten

In Bruchsal sorgen mehr Busse nicht zwingend für mehr Abstand

Die Karlsruher Verkehrsbetriebe (KVV) haben angekündigt, mehr Busse einzusetzen. Ob das etwas nutzt und wie streng die Maskenpflicht eingehalten wird, haben die BNN bei Fahrgästen nachgefragt.

Unterwegs in Corona-Zeiten: In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt die Maskenpflicht. Foto: Arne Dedert picture alliance/dpa

Viele Menschen sind auch in der Corona-Zeit auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Die BNN haben mit Schülern und anderen Mitfahrern über die Situation in den Bussen gesprochen. Die Karlsruher Verkehrsbetriebe (KVV) setzen seit Beginn der Pandemie mehr Busse in der Region ein. „Es ist alles auf der Straße, was wir an Bussen zur Verfügung haben“, sagte Sarah Fricke, Pressesprecherin der KVV. Doch wie wirkt sich das auf den tatsächlichen Bedarf aus?

Leonard W. fährt täglich mit dem Schulbus von Langenbrücken aus in die Schule nach Östringen. Seine Meinung zu Busfahrten ist gemischt. Für ihn hat sich die Situation seit Beginn der Pandemie kaum geändert. Der Schulbus, den er benutzt, ist nach wie vor voll. Positiv beurteilte er, dass seine Mitschüler im Bus und an der Haltestelle Masken tragen. An den Bushaltestellen der Schule sorgen die Lehrer für die Einhaltung der Maskenpflicht. Im Bus achten die Fahrer darauf, sagte er.

Doch den empfohlenen Abstand von 1,5 Metern halten nur die Wenigsten ein. „Beim Einsteigen wird gedrückt und gedrängt wie vorher auch“, kritisierte der Schüler. Auf die Frage, ob seit Beginn der Pandemie mehr Mitschüler von den Eltern in die Schule gefahren worden seien, antwortete er: „Die meisten kommen nach wie vor mit dem Bus, nur Einzelne fahren mit dem Fahrrad oder werden von den Eltern hergebracht“.

Schüler machen auf fehlende Masken aufmerksam

Von sieben angefragten Schulen rund um Bruchsal beantwortete lediglich die Käthe-Kollwitz-Schule die Fragen. Die Schülersprecherin der Käthe-Kollwitz-Schule in Bruchsal, Charlotte Dörflinger, teilte mit, dass die Schulbusse nach wie vor voll seien. Sie bestätigte zwar, dass die Maskenpflicht größtenteils eingehalten wird, jedoch aber auch immer einzelne Mitfahrer dabei sind, die ohne Maske in den Bus einsteigen.

Besonders die Schüler seien aber aufmerksam, was die Maskenpflicht angeht, und würden auch Mitschüler auf das Fehlen einer Maske aufmerksam machen. Auf die Frage, wie die KVV für die Einhaltung der Maskenpflicht sorgen würden, äußerte sie sich positiv. Der Schülersprecherin zufolge sind seit Beginn der Pandemie deutlich mehr Fahrkartenkontrollen durchgeführt worden, dabei wird auch auf das Tragen einer Maske geachtet.

Wichtig war ihr aus Sicht der Schüler noch, dass keine „leeren Versprechungen“ von Seiten des KVV und den Busbetreibern gemacht werden sollen. Mehr Busse seien zwar löblich, jedoch seien diese im Schulbusbetrieb nicht spürbar. „Abstand halten ist nicht möglich“, ergänzte Dörflinger.

Das Risiko bleibt - auch für andere Gruppen

Die Situation trifft aber nicht nur Schüler. Sabrina V. aus Waghäusel ist Studentin und fährt in der Regel mit dem Bus zum Bahnhof und von dort aus mit dem Zug weiter. Doch seit Beginn der Pandemie ist sie auf das Auto umgestiegen. „Das Risiko, mich im Bus mit Corona anzustecken, ist hoch“, sagte sie.

Gerade im Hinblick auf die Prüfungen, die ja auch in den Schulen stattfinden, war die Waghäuselerin der Meinung, dass man sich keinem Risiko aussetzen sollte. Aus ihrer Sicht sind die Busse zu bestimmten Zeiten übervoll, was die sinnvolle Prävention trotz Masken gefährdet.

Auf Nachfrage äußerte sich der KVV zuversichtlich. Den Kontrolleuren waren bislang die Hände gebunden, sagte Pressesprecherin Fricke. Bußgelder durften bei Verstößen gegen die Maskenpflicht bis jetzt nur vom Ordnungsamt verhängt werden. Um Abhilfe zu schaffen, werden am 23. Oktober die Beförderungsrichtlinien angepasst. Bei fehlendem Tragen der Maske können dann die Kontrolleure eine „Vertragsstrafe“ in Höhe von 100 Euro verhängen, sagte Fricke.

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