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Besuche auch nachts möglich

In Büchenau gibt es ein großes Hirse-Labyrinth

Wer sich gerne verirrt, für den ist es das Richtige: In Büchenau gibt es seit Anfang August ein Hirse-Labyrinth mit über zwei Kilometer langen Wegen.

Irrgartenläufer: Auf dem Schäffner-Hof in Büchenau suchten am späten Samstag zahlreiche Besucher die im riesigen Hirse-Labyrinth versteckten Stationen. Foto: Thomas Rebel

Auf Irrwege haben sich am späten Samstag Dutzende Besucher in Büchenau begeben - ganz freiwillig: Auf dem Gelände des Schäffner Hofes, am Büchenauer Ortseingang, von Neuthard kommend, hat die Familie Schäffner ein Hirse-Labyrinth angelegt. Auf rund 25.000 Quadratmetern stehen die Hirsepflanzen, mal knapp einen Meter, mal mannshoch. „Als es im Frühjahr mit Corona losging, wussten wir noch nicht, ob wir wieder ein solches Labyrinth anlegen sollten”, erzählt Anette Schäffner. „Dann hat mein Mann gesagt, hier hast du einen Acker, mach es wieder.”

Sechs Stationen gilt es zu finden

Dass die Pflanzen unterschiedliche Höhen haben, sei der Trockenheit geschuldet. „Wir haben natürlich auch mit Bewässerung gearbeitet, aber es hat nicht überall gereicht”, sagt die umtriebige Chefin. Wegen der Corona-Pandemie habe man die Wege durch das Labyrinth auf 1,80 Meter verbreitern müssen, zudem wurde die maximale Besucherzahl auf 100 festgelegt.

Sechs Stationen, an denen sich die Irrläufer jeweils einen Stempel abholen können, wurden von Laura, Maria und Martin, dem Nachwuchs der Schäffners, zwischen den Hirsestengeln drapiert - selbstverständlich schwer zu finden. Rund zwei Kilometer lang ist das Wegenetz. Und am 1. August wurde das Labyrinth feierlich eröffnet.

Die Tour beginnt bei Anbruch der Dunkelheit. An der Kasse entrichten gerade Diana und Christof Lorenz aus Neuthard mit ihrem Sohn Len den Obolus, 2,50 Euro pro Nase. Dafür erhalten sie eine Laufkarte mit sechs freien Stempelflächen, die es zu füllen gilt.

Kaum sichtbar: Eine von sechs versteckten Stationen, an denen sich die Teilnehmer der Tour ihre Stempel holen konnten. Foto: Thomas Rebel

Noch kann man die Wege durch den „Dschungel” mit bloßem Auge ausmachen, auch sieht man über die Hirsestengel hinweg andere „Irrlichtende”. Irgendwann braucht es die Handy-Lampe. Wobei Profis wie die Familien Neubert und Kormann aus Obergrombach natürlich Taschenlampen und - ganz wichtig - Getränke für die Kinder mitgebracht haben.

Auch ein Stempel macht Mut

„Hier waren wir doch schon mal”, tönt es durch die Dunkelheit. Dann: „Papa, ich hab es gefunden.” Gemeint ist die erste Stempelhütte, ganz versteckt, umgeben von Hirse satt. Jede Station hat eine andere Stempelfarbe - und manchmal macht ein Stempel auch Mut: „Toll gemacht!”. Das Problem: Die Stationen sind weit voneinander versteckt - und die Wege lang.

Aber auch nach zwei Stunden Irrungen und Wirrungen ist kein klagender Laut, kein Gequengel zu vernehmen. Im Gegenteil: „Wir ziehen das jetzt durch”, gibt sich Diana Scheffzik aus Bretten kämpferisch. Immer wieder glaubt man, die gleiche Stelle schon mal passiert zu heben, es wird gerätselt, beratschlagt, mit Entgegenkommenden kommuniziert, man ist schnell beim lockeren Du.

Nur 20 Meter Luftlinie trennen vom Ziel

Am leicht bewölkten Nachthimmel sind Sterne auszumachen, die Nacht beginnt langsam abzukühlen. Nur noch wenige sind in der Stunde vor Mitternacht noch im Labyrinth. Eine, die sechste, Station fehlt noch. Ein erschöpfter Vater mit seinem kleinen Sohn gibt den entscheidenden Tipp: „Nur so etwa 20 Meter Luftlinie ist das Häuschen entfernt. Ihr müsst da nur irgendwie hinkommen.” Das gelingt schließlich nach einigen Umwegen - schließlich ist es ja ein Labyrinth und hat auch Sackgassen - und die Erleichterung ist groß.

Im Hof des Anwesens gibt es etwas zu essen und zu trinken. Diana, Christof und Len sind schon längst da. Gut, es war auch nicht ihr erster Besuch im Labyrinth. „Aber Spaß macht es jedes Mal”, sind sich die drei aus Neuthard einig.

Service

Das Labyrinth an der Neutharder Straße ist täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Den Weg dorthin weist ein riesiger Strohmann. Am Eingang steht ein Häuschen, an dem das Eintrittsgeld eingeworfen werden kann. Der Kiosk ist donnerstags bis samstags von 15 bis 20 Uhr, sonntags von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Das nächste Nachtlabyrinth findet am 26. September statt; am 24. Oktober gibt es zudem eine „Gruselnacht”.



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