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Poltisch aktiv

Jugendliche setzen sich für mehr Sportplätze in Bruchsal ein

14 Mitglieder hat der Bruchsaler Jugendgemeinderat. Die jungen Räte setzen sich für ihre Heimatstadt ein. Unter anderem planen sie eine Party zum Schulstart, neue Sportplätze und fordern mehr Mülleimer in der Innenstadt.

Bleiben am Ball: Merlin Baschin und Havva Nur Yasar aus dem Jugendgemeinderat setzen sich für die Anliegen von Bruchsaler Jugendlichen ein. Foto: Tanja Schmith

Einen Basketballplatz nach Turnierrichtlinien und eine Party zum Schulstart – das sind nur zwei von vielen Wünschen der Bruchsaler Jugendlichen. Vertreten und vorangetrieben werden sie vom Jugendgemeinderat.

Mitte Mai wurde dieser neu gewählt. 14 Jugendliche aus Bruchsal und allen Ortsteilen engagieren sich für die Wünsche, Ideen und Anliegen der jungen Bruchsaler.

Gruppe ist seit der Wahl im Frühjahr aktiv

Darunter sind die 18-jährige Havva Nur Yasar aus der Bruchsaler Kernstadt und der 16-jährige Merlin Baschin aus Büchenau. Seit der Wahl im Frühjahr ist die Gruppe zusammen aktiv. „Wir haben uns alle direkt gut verstanden und uns erst mal untereinander organisiert”, sagt Havva.

Für die 18-Jährige ist es die zweite Amtszeit im Jugendgemeinderat. Bereits 2018 wurde sie von den Bruchsaler Jugendlichen gewählt. Insgesamt haben fünf Jugendräte ihre Amtszeit für zwei weitere Jahre fortgesetzt.

Neu in den Jugendgemeinderat gewählt wurde Merlin. „Am Anfang war alles komplett neu für mich, aber ich habe mich schnell eingefunden”, sagt er.

Politisch interessiert ist der 16-Jährige schon lange: „Deshalb wollte ich mich hier einbringen und mitmachen.” Auch Havva will weiter „mitmischen”. „Mir gefällt es, mich einzubringen und andere zu vertreten. Wir sind ja das Sprachrohr für die Jugendlichen.”

„School in”-Party in Planung

Aktuell organisieren die Jugendlichen eine „School in”-Party zum Schulstart. Geplant war das Fest für Bruchsaler Schüler eigentlich zum Ende des letzten Schuljahres. Dieses musste aber coronabedingt ausfallen. „Wir planen die Party jetzt für den Schulstart, natürlich mit allen Vorschriften”, sagt Havva. Ob das Projekt von den Behörden genehmigt wird, ist noch offen.

In Planung ist zudem ein Basketballplatz und ein „Calisthenics Park”, eine Art Fitness- und Spielplatz für Jugendliche und Erwachsene, zentral in der Stadt. Auch mehr Mülleimer in der Innenstadt fordern sie. „Uns ist aufgefallen, dass die Mülltonnen in der Stadt immer voll sind. Da bräuchte man ein paar mehr”, sagt Havva.

Auf der Hagsfelder Calisthenics-Anlage herrscht viel Betrieb. Foto: Jörg Donecker

Für die Projekte wollen die Jugendlichen Anträge beim Gemeinderat stellen. Unterstützt werden die jungen Räte dabei von Chantal Buttau. Bei der Stadt Bruchsal ist sie für den Jugendgemeinderat zuständig. „Wenn die Jugendlichen einen Antrag stellen wollen, lade ich jemanden vom zuständigen Amt aus dem Rathaus ein”, sagt Buttau. Unterstützung bekommen sie auch von Mitgliedern aus dem Gemeinderat selbst.

Wird ein Antrag spruchreif, stellen die Jugendlichen diesen selbst vor dem Gemeinderat vor. Umgesetzt wurde in Havvas erster Amtszeit beispielsweise, dass das Papier von der Verwaltung auf Umweltpapier umgestellt wird. „Das wurde dann auch schnell umgesetzt”, erinnert sich Havva stolz.

Jugendliche befürworten Wahlrecht ab 16 Jahren

Für ihre zweite Amtszeit will Havva sich besonders für Kulturveranstaltungen für Jugendliche engagieren und diese planen. Merlin möchte sich vor allem für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs einsetzen. „Das liegt mir besonders am Herzen”, sagt der 16-Jährige.

Ideen und Anregungen für neue Projekte bekommen die jungen Räte vor allem aus ihrem Bekannten- und Freundeskreis. „Aber wir bekommen auch Nachrichten über unsere Instagram- oder Facebook-Seite”, erzählt Havva. „Da bekommt man immer gute Ideen.”

Der Jugendgemeinderat trifft sich alle zwei Wochen zu je einer öffentlichen und einer nicht-öffentlichen Sitzung im Monat. Merlin und Havva freuen sich, wenn sich andere Gleichaltrige für Politik interessieren. Auch das kürzlich diskutierte Wahlrecht ab 16 Jahren unterstützen sie.

„Es gibt viele Jugendliche, die politisch interessiert sind und mit entscheiden wollen”, sagt Merlin. Die beiden sind überzeugt, dass viele junge Menschen ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen würden. Viele würden mitentscheiden wollen – „es geht ja auch um einen selbst”, so Havva. Sie ärgert sich über das Argument, dass 16-Jährige zu jung seien. „Dann sollte man eher mal überlegen, ob man die Schüler nicht besser politisch ausbildet.”

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