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Aktuell geringes Infektionsgeschehen

Gesundheitsamt ist mit rund 30 neuen Mitarbeitern gut gerüstet für eine Corona-Welle

Wie steht es um das Coronavirus und was ist dran an der Trennung im Fall einer Quarantäne von Eltern und Kindern. In einer Sitzung des Jugendhilfe- und Sozialausschusses (Kreistag) in Karlsdorf-Neuthard beantwortete das Gesundheitsamt viele Fragen.

Für den Fall der Fälle, eben bei einem sehr deutlichen Anstieg der Fallzahlen, kann das Gesundheitsamt aktuell auf ein Reservoir von 80 entsprechend geschulten Personen zurückgreifen. Foto: Rake Hora

Von unserem Mitarbeiter Klaus Müller

Wenngleich die Zahlen der Corona-Fälle in den vergangenen Wochen in der Region wieder angestiegen sind, lässt sich nach Einschätzung des Gesundheitsamtes von einem geringen Infektionsgeschehen sprechen. „Wir sind noch weit weg von kritischen Werten“, sagt Gesundheitsamtsleiter Peter Friebel bei der jüngsten Sitzung des Jugendhilfe- und Sozialausschusses (Kreistag) in Karlsdorf-Neuthard.

Das Gesundheitsamt mit Sitz in der Fächerstadt ist zuständig für den Stadt- und den Landkreis Karlsruhe.

Viele erkrankte Rückkehrer aus Kroatien, Kosovo und der Türkei

Ein Anstieg der Infektionszahlen steht teilweise im unmittelbaren Zusammenhang mit Urlaubsrückkehrer. Seit etwa Mitte August registrierte das Gesundheitsamt 330 entsprechende Fälle. Allein Rückkehrer aus Kroatien, dem Kosovo und der Türkei machten hierbei annähernd die Hälfte der erfassten Fälle aus. Würden insgesamt gesehen die Fallzahlen wieder steigen, sei der Landkreis gut gerüstet, sagte der Erste Landesbeamte Knut Bühler, in dessen Dezernatszuständigkeit das Gesundheitsamt fällt.

Die aktuellen Fallzahlen, ergänzte er, liegen unter der Reaktionsstufe und erst recht unter der Vorwarnstufe (täglich 35 Fälle je 100.000 Einwohner) und dem Schwellenwert (täglich 50 Fälle je 100.000 Einwohner). Beim letztgenannten Szenario müsste von Behördenseite ein Beschränkungskonzept eingeleitet werden – zum Beispiel Maskenpflicht im öffentlichen Raum, Einschränkungen bei Veranstaltungen oder deren komplette Absage.

Um nicht zuletzt der neuen Aufgabenlage gerecht zu werden, wurde das Gesundheitsamt personell aufgestockt. Die Vorgabe: 35 neue Stellen, davon sind bereits 26,5 besetzt.

Für den Fall der Fälle, eben bei einem sehr deutlichen Anstieg der Fallzahlen, kann das Gesundheitsamt aktuell auf ein Reservoir von 80 entsprechend geschulten Personen aus anderen Bereichen des Landratsamtes und der Stadtverwaltung zurückgreifen. Zudem soll es weitere Schulungen für solche Mitarbeiter geben. Es geht dabei um die „Kontaktpersonennachverfolgung“.

Grüne fordern mehr Angebote für Jugendliche in Corona-Krise

Bislang befinde sich der Landkreis auf einem guten Weg, urteilte Uli Roß (CDU/Junge Liste). Verbesserungspotenzial gebe es aber zum Beispiel bei der Erreichbarkeit der Teststation in der Karlsruher Haid- und Neu Straße. Zur Sprache kam ebenfalls noch einmal eine Pressemitteilung zum Thema Kinder und Quarantäne.

Vor einigen Wochen hatte eine Mitteilung, in der es um „Quarantänemaßnahmen“ für Kinder ging, für viel Wirbel gesorgt (wir berichteten). Vor jeder Quarantäneverfügung werde mit den Betroffenen zunächst gesprochen, betonte Landrat Christoph Schnaudigel. Eines dürfte aber klar sein: Die Quarantäne gelte unabhängig vom Alter – auch für Kinder.

Dass es noch etliche weitere dieser „Corona-Berichte“ geben wird, steht für Cornelia Petzold-Schick (Freie Wähler) außer Frage. „Bislang haben wir Glück gehabt – auch weil wir vorsichtig waren“, bilanzierte Helma Hofmeister (SPD). Ganz so heil, wie es das mitunter kollektive Schulterklopfen während der Sitzung vermuten lässt, ist die Corona-Welt in der Region freilich nicht. Auf nach wie vor starke Einschränkungen wiesen Vertreter der sozialen Verbände hin, die dem Ausschuss angehören. So gut wie alle Altersgruppen seien davon betroffen.

Bislang haben wir Glück gehabt – auch weil wir vorsichtig waren.
Helma Hofmeister (SPD)

Beispiel Jugendliche: Für sie müssten mehr Angebote gemacht werden, regte Inge Brake-Zinecker (Grüne) an. „Viele Probleme werden noch auf uns zukommen“, meinte Ulrike Sinner (Liga). Darunter litten jetzt schon die Tafeln, die immer weniger Lebensmittel erhielten, sagte ihre Mitstreiterin, Sabrina Stemann-Fuchs.

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