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Reaktionen nach der OB-Wahl

Sven Weigt kehrt nach Karlsdorf-Neuthard zurück: Wie wird er dort aufgenommen?

Sven Weigt nimmt nach der verlorenen Karlsruher OB-Wahl wieder sein Bürgermeisteramt in Karlsdorf-Neuthard wahr. Wie kommt das bei den Bürgern an?

Sven Weigt kehrt nach der verlorenen OB-Wahl in Karlsruhe als Bürgermeister nach Karlsdorf-Neuthard zurück. Foto: Tanja Starck

Harald Weschenfelder sah sich auf jeden Fall als Wahlgewinner: „Ich hätte es Sven Weigt gegönnt, freue mich aber jetzt für die Gemeinde Karlsdorf-Neuthard.“ Als erster stellvertretender Bürgermeister musste der Gemeinderat in den letzten Wochen viele Termine wahrnehmen und wurde auch oft auf die Wahl angesprochen. „Es gab ja wegen Corona sonst keinen Austausch, die eigenen kommunalen Themen wie Neubau des Feuerwehrhauses oder der Wasserenthärtungsanlage laufen einfach weiter“, so sein Eindruck.

Den Wahlausgang in Karlsruhe hatte er anders eingeschätzt: „Ich war vom Ergebnis konsterniert. Ich sah zwar Frank Mentrup vorne, war mir aber sicher, dass es einen zweiten Wahlgang geben wird, in dem sich dann die Mehrheiten neu verteilen können.“ Überrascht hatte den Freien Wähler auch, dass Petra Lorenz nicht mehr Stimmen geholt hatte, da sie sich gut dargestellt habe im Wahlkampf, der nach seinem Empfinden sehr fair verlaufen sei.

Nicht nachvollziehbar ist für ihn das Gerücht um einen „Plan B“, nach dem Weigt unterstellt wird, er wollte nur seine Bekanntheit steigern für höhere Aufgaben: „Er möchte weder in den Landtag noch steht das Amt des Landrats zur Diskussion“, ist Weschenfelder überzeugt.

Viele Bürger hätten Weigt ungern ziehen lassen

„Corona war sein Schicksal“, sagt Egon Klefenz, der in zweierlei Hinsicht Weigts Vorgänger war – als Bürgermeister von Karlsdorf-Neuthard und als Präsident der Badisch-Südbrasilianischen Gesellschaft. Auch Klefenz war zumindest von einem zweiten Wahlgang ausgegangen. Während Mentrup nach acht Jahren im Amt in der Stadt bekannt war, konnte sich Weigt seiner Ansicht nach wegen den Corona-Einschränkungen nicht entfalten.

Ein Vergleich mit Ingo Wellenreuther, der 2012 für die CDU ins Rennen gegangen war, sei daher nicht sinnvoll. „Es ist verständlich und sein gutes Recht, dass er es versucht hat“, sagt Klefenz über seinen Nachfolger, dem er Mut und Courage bescheinigt. Mit 49 Jahren habe er noch die Möglichkeit, seinen Weg zu gehen, wenn auch über Umwege. In Karlsdorf-Neuthard sieht er seine Position weiter stabil: „Er wird weitermachen wie bisher, wird seinen Charme einsetzen.“ Viele Bürger hätten es ihm gegönnt, aber ihn auch ungern ziehen lassen, so seine Einschätzung.

In doppelter Hinsicht betroffen war Silvia Dimmler. Als Karlsruherin hat sie zwar Sven Weigt gewählt, weil sie ihm den Erfolg gewünscht und das Amt auch zugetraut hätte. Als Einrichtungsleiterin des Seniorenhauses St. Elisabeth in Karlsdorf-Neuthard ist sie jedoch froh, dass er der Gemeinde erhalten bleibt – schon allein im Hinblick auf den Erweiterungsbau mit der Kurzzeitpflege, der gerade entsteht. „Er ist bürgernah und setzt sich für die Menschen ein“, so ihre Erfahrung auf Verwaltungsebene. Bei den Bewohnern im Haus war der Wahlkampf in der Großstadt dagegen kein Thema.

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