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Drei Stunden satte Live-Musik

Konzert für Edo Zanki: Für wen dein Herz schlägt

Die Botschaft ist deutlich und hätte Edo Zanki sicher gefallen. „Wir machen heute definitiv keinen Betroffenheitsabend. Wir feiern das Leben!“, erfährt das Publikum von Arno Köster, den man unter anderem von seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg kennt.

40 Musiker auf einer Bühne, darunter die Band von Herbert Grönemeyer, Pe Werner, Julia Neigel, Rolf Stahlhofen und viele andere. Foto: Reznicek
Von unserer Mitarbeiterin Elisa Reznicek

Hier in der ausverkauften Altenbürghalle in Karlsdorf-Neuthard sind rund 2.000 Menschen und rund 40 Musiker aus ganz Deutschland für ein besonderes Benefizkonzert zusammengekommen.

Verneigung vor einem großen Künstler

Dieses ist zugleich eine tiefe Verneigung vor dem im September verstorbenen Mentor, Wegbegleiter, Kollegen, Freund und Familienmitglied, der tags zuvor eigentlich seinen 67. Geburtstag hätte feiern sollen. Der Impuls dafür kam von Edo Zankis langjähriger Band mit Willy Wagner, Florian Sitzmann, Matthias „Maze“ Leber, Mario Garruccio und Joerg Dudys (leider an diesem Abend verhindert).

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Künstler erzählen, was sie mit Edo verbinden

Jeder Künstler verbindet seine ganz eigene Geschichte mit Edo Zanki, die in stetig wechselnden Band-Konstellationen verbal und vor allem musikalisch zwischen Pop, Funk, Soul und Rock erzählt wird. Julia Neigel verrät, dass der von ihm geschriebene Ulla-Meinecke-Song „Die Tänzerin“ sie darauf gebracht hätte auf Deutsch zu singen. Mittlerweile ist die Frau hinter dem Klassiker „Schatten an der Wand“ eine der beiden neuen starken Stimmen von Silly. Rolf Stahlhofen, früher bei den Söhnen Mannheims, erklärt, wie er Mitte der 1980er Jahre immer „Dein roter Mund“ rauf und runter gehört hat – und das zu Zeiten, als eher Pop à la Kajagoogoo und nicht deutscher Soul angesagt war, wie er schmunzelnd nachschiebt.

Erinnerungen an Edo Zanki

Und die Band von Herbert Grönemeyer – Armin Rühl (Schlagzeug), Norbert Hamm (Bass) und Alfred Kritzer (Keyboards) – erinnert sich an die frühen gemeinsamen Jahre … erst mit Edo Zanki gemeinsam auf der Bühne, später bei der Produktion des Grönemeyer-Albums „Total Egal“.

Mitreißende Livedarbietungen ohne Pause

Emotional ist das Ganze trotz des guten Vorsatzes und der noch besseren Musik natürlich trotzdem. Aber vor allem ist es auf berückende Weise schön und tröstlich. Denn satte drei Stunden voller ehrlicher, mitreißender Livedarbietungen ohne Pause, ohne Berührungsängste, ohne stilistische Scheuklappen entsprechen genau dem, was Edo Zanki auch selbst am liebsten auf die Bühne gebracht hat. Besser und treffender hätte man ihn also nicht ehren können.

Info

Unter dem Motto „Konzert für Edo. Für wen dein Herz schlägt“ sind alle Beteiligten (also neben den Musikern auch Technik, Ablauf, Organisation) ehrenamtlich aktiv geworden. Die Erlöse gehen an den Förderverein zur Unterstützung der Onkologischen Abteilung der Kinderklinik Karlsruhe, www.fuokk.de

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