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Mallorca-Animateur im Interview

Corona-Sommer auf Mallorca: Kraichtaler Animateur berichtet über die Zeit nach der Reisewarnung

Nachdem Spanien erneut zum Risikogebiet wurde, musste Akin Kaya aus Kraichtal wieder von Mallorca aus in die Heimat zurück reisen. Seinen Sommerurlaub brach er allerdings nicht ab. Kaya arbeitet als Animateur auf der Lieblingsinsel der Deutschen. Wie er die Zeit nach der Reisewarnung vor Ort erlebt hat, erzählt er im Interview.

Auf der Heimreise: Seit die erneute Reisewarnung für Spanien ausgesprochen wurde, sind kaum noch Touristen auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca. Foto: Clara Margais/dpa

Für den Animateur Akin Kaya aus Kraichtal-Unteröwisheim ist die Saison ins Wasser gefallen. Seit Mitte August gilt Spanien, inklusive der beliebten Urlaubsinsel Mallorca, wieder als Risikogebiet. Ein harter Schlag für die Tourismusbranche und die Angestellten vor Ort. Der Kraichtaler Akin Kaya arbeitet seit fünf Jahren als Animateur an den Partymeilen am Meer.

Seit drei Jahren ist er über die Sommersaison an der Cala Ratjada an der Ostküste Mallorcas als Hotelprogramm-Manager beschäftigt. Wie er die Lieblingsinsel der Deutschen nach der erneuten Reisewarnung erlebt hat, erzählt er Redakteurin Tanja Schmith im Interview.

Sie haben seit Ende Juni in einem Hotel an der Cala Ratjada gearbeitet. Wie war die Situation dort in den Wochen vor der Reisewarnung?
Kaya

Es war alles sehr ruhig und entspannt, die Gäste haben einfach ihren Urlaub genossen. Im Hotel hat sich jeder an die Regeln gehalten.

Was ist passiert, nachdem die Reisewarnung ausgesprochen wurde?
Kaya

Die Hotels haben erst mal abgewartet, wie die Buchungszahlen sind. Aber nach der Reisewarnung gingen die Zahlen rasant hinunter. Wir hatten danach noch zehn Tage geöffnet. In den letzten zwei Tagen davon waren nur noch etwa 25 Gäste da. Dann hat das Hotel schließen müssen. Natürlich sind die restlichen Gäste gut versorgt und betreut worden. Sie sind in einer anderen sicheren Unterkunft untergebracht worden.

Was halten Sie von den Maßnahmen?
Kaya

Ich persönlich finde, dass überreagiert wurde. Ich will damit nichts verharmlosen. Es ist wichtig, auf alle Hygienemaßnahmen zu achten. Aber wir hatten in unserem Hotel gar keinen Corona-Fall. Es gab sehr gute Vorsichtmaßnahmen. Zum Beispiel konnten die Gäste nur mit Voranmeldung beim Animations-Programm mitmachen. Zudem hatten wir dafür eine begrenzte Personenanzahl.

Wie lange waren Sie nach der Reisewarnung noch auf Mallorca?
Kaya

Ich war noch bis einschließlich 31. August auf Mallorca. Dann musste ich wieder nach Deutschland fliegen, da es für uns leider keine Arbeit mehr gab.

Wie war die Heimreise? Mussten Sie in Quarantäne?
Kaya

Die Heimreise war sehr entspannt, im Flieger hatten wir viel Platz. Da hat man gemerkt, dass auch die Flüge nicht mehr voll besetzt sind. Und dass man sich auf spontane Veränderung einstellen muss. Eigentlich wäre ich nach Stuttgart geflogen, aber kurz vor dem Abflug hatten wir die Info bekommen, dass wir in Frankfurt landen werden. Am Flughafen in Frankfurt konnte man kostenlos einen Test machen. Das ging alles sehr schnell. Ich musste 24 Stunden in Quarantäne bis das Ergebnis kam. Ich bin negativ getestet worden. Wie alle meine Animateurs-Kollegen.

Gab es Corona-Fälle in Ihrem Umfeld auf Mallorca?
Kaya

Bei uns gab es kein Corona-Fall. Ich habe nur von einem Fall in Cala Ratjada gehört. Ein Restaurant war betroffen. Das musste gleich für 14 Tage schließen.

Wie ist die Lage gerade für Sie?
Kaya

Ich bin wieder in Kurzarbeit. Leider ist alles ungewiss, wie es weiter geht. Momentan bin ich zu Hause in Deutschland und warte ab, was und wie die Politik entscheidet. Im Winter wäre ich eigentlich als Animateur auf den Kanaren eingeplant.

Was ist Ihr Fazit zum „Corona-Sommer“?
Kaya

Ich hoffe, das alles hat bald ein Ende. Viele Arbeitsplätze sind davon betroffen. Ich denke, dass nächstes Jahr wieder Reisen möglich sind. Aber ich befürchte, dass viele trotzdem nicht im Ausland Urlaub machen werden. Ich bleibe aber optimistisch.

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