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Auftragsbücher sind voll

Nur Materialengpässe bremsen den Boom der Gartenbauer rund um Bruchsal

Wenn Menschen nicht in Urlaub fahren können, schaffen sie sich eben ihre eigene Oase. Die Auftragsbücher von Garten-, Landschafts- und Poolbauern sind voll und das Material knapp.

Oasenbauer: Die Pandemie beschert dem Garten- und Landschaftsbau so volle Auftragsbücher. Hilmar Taets von Amerongen ist im Dauereinsatz. Foto: Sibylle von Amerongen

Die Auftragsbücher sind voll, das Material wird knapp und Pools sind gefragt wie noch nie: So könnte man die Situation im Garten- und Landschaftsbau sowie bei Poolbauern in knappen Worten zusammenfassen. Manche Betriebe sind bis zum Herbst ausgebucht. Der Gartentrend hält an, auch im Jahr zwei nach Corona-Ausbruch.

„Die Wünsche sind vielfältig“, sagt Sabine Krieg von „Garden of Green“ in Kraichtal. „Die Anfragen reichen von einer einfachen Neupflanzung über einen radikalen Zurückschnitt wuchernder Büsche, Stauden und Bäume bis hin zu einer grundlegenden Neuanlage“, zählt Krieg auf, „Auch Terrassen- und Wegebau stehen auf der Wunschliste meiner Kunden.“

Hilmar Taets von Amerongen aus Helmsheim sieht die Tätigkeit im Freien als großes Plus in seiner Branche an: „Wir sind durch die Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen gegen Corona nur geringfügig eingeschränkt“, sagt er. „Bei unseren Arbeiten können wir gut Abstand halten. Corona hat unser Geschäft eher angekurbelt als behindert.“ Was ihn begeistert, ist, dass die Kunden verstärkt auf Qualität achten, wie er berichtet.

Grill-Landschaften und Outdoor-Küchen

Auch Sabine Krieg ist zufrieden. Der Trend sei, möglichst viel Zeit im Freien zu verbringen, sagt sie. Dementsprechend wünschen sich viele Kunden Grill-Landschaften, Outdoor-Küchen und großzügige Terrassen. Dazu hat sie bereits ihren Geräte- und Fuhrpark angepasst, um auch diese Aufträge ausführen zu können.

Gärten seien zur Lifestyle-Mode geworden und viele investierten in Gärten als Erholungs- und Wellnessoase, wie Martin Ortner aus Ubstadt ergänzt. „Dazu gehören auch Pools“, sagt Ortner. Er plant und produziert Edelstahlpools mit allen Komponenten. Gefragt seien auch Sportpools mit Gegenstromanlage, verrät er. „Dies funktioniert dann wie ein Laufband beim Joggen“,erklärt der Fachmann.

Die Ursachen dafür, dass sich viele Menschen auf eine Gartenanlage konzentrieren, sehen alle Drei in der Corona-Situation. Urlaub sei derzeit nicht oder höchstens eingeschränkt möglich und größere Menschengruppen soll man meiden. Dies führe zu einer Individualisierung und zu einer Ersparnis, die man an anderer Stelle investiert, berichten die Fachleute.

Fachleute beklagen Materialmangel

Ein Hindernis bremst aber den Boom in der Gartengestaltung: Die drei Fachleute berichten von Materialmangel. Sei es Bauholz, Betonplatten, Abflussrohre, Natursteine oder Komponenten für Pools – überall müsse man sich auf Wartezeiten einstellen.

Das heißt, rechtzeitig mit den Kunden reden und nach Alternativen suchen. „Und die Preise steigen“, sagen sie. „Bei Bauholz muss man zurzeit Tagespreise zahlen“, ergänzt Sabine Krieg. „Eine vernünftige Kalkulation der Materialkosten ist fast unmöglich. Feste Angebote kann ich nur für meine Arbeitsleistung erstellen.“ Taets von Amerongen resümiert: „Die Corona-Krise verändert unser Leben und unsere Gewohnheiten an vielen Stellen – wo man es vielleicht gar nicht erwartet.“

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