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Leere Strände, kaum Partys

Mallorca-Animateur aus Kraichtal über den Tourismus nach dem Lockdown

Akin Kaya aus Kraichtal-Unteröwisheim arbeitet als Animateur auf Mallorca. Er betreut dort die ersten Gäste nach dem Lockdown an der Cala Ratjada. Wie er die Situation vor Ort wahrnimmt, erzählt er im Interview.

Mallorca ohne Massentourismus: Die Strände der beliebten Urlaubsinsel sind in diesem Jahr nicht überfüllt. Der Kraichtaler Akin Kaya arbeitet an der Cala Ratjada auf Mallorca. Er genießt trotz Einschränkungen die Zeit auf der Insel. Foto: Andreas Drouve picture alliance/dpa

Am Wochenende gab es am Ballermann, der Partyhochburg auf Mallorca, viele Verstöße gegen die geltenden Corona-Auflagen. Auf der anderen Seite der Insel ist es dagegen ruhig geblieben. Von Partynächten ist man an der Cala Ratjada im Osten Mallorcas bisher weit entfernt.

Akin Kaya aus Kraichtal-Unteröwisheim arbeitet seit fünf Jahren als Animateur an den Partymeilen am Meer. Seit drei Jahren ist er über die Sommersaison an der Cala Ratjada als Hotelprogramm Manager beschäftigt. Der 28-Jährige erlebt die Partyhochburg Mallorca nach dem Lockdown.

Hotelprogramm-Manager Akin Kaya Foto: Allsun

Wie ist die Situation gerade vor Ort?
Kaya

Im Moment ist es sehr ruhig. Man kann Mallorca genießen wie noch nie. Die Strände sind nicht überfüllt und die Discotheken haben zu. Deshalb haben wir momentan nicht so viele Party-Urlauber da. Seit dem letzten Wochenende gibt es eine Maskenpflicht überall im öffentlichen Raum. Am Pool, Strand und bei Essen oder Trinken muss man aber keine Maske tragen. Wer aber Spazieren gehen möchte, muss eine Maske tragen sonst, kann es zu einer Strafe von 100 Euro kommen.

Wie ist die Stimmung unter den Urlaubsgästen?
Kaya

Die Urlaubsgäste sind entspannt und genießen einfach ihren Urlaub. Der größte Teil hält sich hier zum Glück an die Regeln.

Spanien war schwer getroffen von der Corona-Pandemie, spürt man davon noch was im Land?
Kaya

Die Spanier sind froh, dass die Quarantänezeit vorbei ist. Sie sind froh über ihre Arbeit und möchten auch wieder arbeiten. Deshalb tun sie wirklich alles, um die Regeln einzuhalten, also Abstand halten und Maske tragen zum Beispiel.

Wie lange sind Sie während einer normalen Saison auf Mallorca?
Kaya

Ich bin nach meiner Ausbildung 2015 Animateur geworden. Die erste Station für mich war Fuerteventura. 2017 habe ich mich dann intern als Hotelprogramm-Manager weitergebildet. Normalerweise startet die Saison für mich auf Mallorca im April und geht bis Ende Oktober. In der Zwischenzeit bin ich dann als Animateur auf den Kanaren. Letztes Jahr war ich auf Fuerteventura. Da geht meine Saison dann von November bis Ende März.

Wie sieht es in diesem Jahr aus? Wann sind Sie gestartet, und wie lange geht die Urlaubssaison?
Kaya

Ich bin dieses Jahr am 24. Juni nach Mallorca geflogen. Voraussichtlich geht die Saison hier wie sonst auch bis Ende Oktober.

Wie war die Anreise nach Mallorca?
Kaya

Auf dem Flug musste man Masken tragen. Außerdem musste man im Flugzeug einen Zettel mit Gesundheitsfragen beantworten. Das war aber eigentlich kein großer Aufwand.

Wie viele Gäste waren kurz nach dem Ende der Reisewarnung da?
Kaya

Am ersten Tag hatten wir 78 Gäste. Unser Hotel hat 200 Zimmer, es war also nicht alles belegt.

Wie stehen Sie zur Situation, haben Sie Angst sich anzustecken?
Kaya

Angst habe ich nicht davor. Aber wir alle im Hotel haben Respekt und gehen mit der Sache sehr sachlich um.

Welche Einschränkungen haben Sie bei der Programmgestaltung und -vorbereitung?
Kaya

Wir bieten unser normales Programm an, allerdings können die Gäste nur mit Voranmeldung mitmachen. Zudem haben wir eine begrenzte Personenanzahl, die am Programm teilnehmen dürfen. Es wird momentan kein Kontaktsport angeboten. Der Kinderclub ist auch geöffnet. Auch hier müssen sich die Kinder anmelden, und es gibt eine Teilnehmergrenze. Auch Abendshows gibt es, zum Beispiel Bingo, Quizshows und Livemusik.

War Kurzarbeit ein Thema bei Ihnen? Was haben Sie während dem Lockdown gemacht?
Kaya

Ja, ich hatte zweieinhalb Monate Kurzarbeit. Ich arbeite allerdings gerne und muss immer was zu tun haben. Daher hatte ich in der Zeit einen Nebenjob und habe für eine Sushi-Bar als Fahrer gearbeitet.

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