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Mit jedem Slalom wächst das Vertrauen

ADAC Nordbaden bietet erstes Fahrsicherheitstraining für Motorradfahrer

Der ADAC Nordbaden sorgte am Montagabend im Sicherheitszentrum des 1962 gegründeten Kronauer Automobilclubs für eine Premiere.

Jan Israel (links) leitete im Sicherheitszentrum des Kronauer Automobilclubs einen Lehrgang des ADAC für Motorradfahrer Foto: Kurt Klumpp

„Erstmals wurde ein Sicherheitstraining für Motorradfahrer als viereinhalbstündiger Kompaktlehrgang durchgeführt“, betonte Thomas Hätty, Leiter der Abteilung Verkehr und Sicherheit in der Karlsruher ADAC-Zentrale.

Üblicherweise finden die Schulungen ab April als achtstündige Tageskurse an den Wochenenden statt. „Corona hat uns auch hier einen Strich durch die Rechnung gemacht, wobei die geplanten Lehrgänge abgesagt werden mussten“, betont Hätty und ergänzt: „Deshalb haben wir uns entschieden erst jetzt und fast am Ende der Biker-Saison abends solche Kompakt-Schulungen anzubieten.“

Lehrgangsleiter am Montagabend in Kronau war Jan Israel aus Stutensee. Der Polizeibeamte und Sicherheitscoach für Motorradfahrer gab zunächst eine theoretische Einweisung. Dabei empfahl er beim Technik-Check die Reifen alle fünf bis sechs Jahre zu wechseln. Wichtig sei auch die regelmäßige Überprüfung des Reifendrucks und der Bremsbeläge. Alle zwei Jahre sollte zudem die Bremsflüssigkeit gewechselt werden. Beim anschließenden Fahrtraining wurden auf viele Details und Kleinigkeiten geachtet. Angefangen vom richtigen Sitzen auf dem Bike bis hin zur Fußhaltung auf dem Pedal.

Bei uns im Großraum Stuttgart werden solche Schulungen nicht angeboten.
Biker aus Esslingen

Die Teilnehmer waren Fahranfänger und geübte Motorradfahrer, die ihr Können schulten oder auffrischten und das After-Work-Erlebnis mit seinem Spaßfaktor genossen. „Bei uns im Großraum Stuttgart werden solche Schulungen nicht angeboten“, bedauerte ein Biker aus Esslingen, der extra aus dem Schwäbischen nach Kronau gekommen war. „Wir haben bei unseren Lehrgängen auch viele Teilnehmer aus der Pfalz“, bestätigte Thomas Hätty. In Kronau waren die Bikerinnen in der Unterzahl. Lediglich eine Frau wagte sich mit ihrer Ducati-Maschine auf den Sicherheitsparcours.

Geübt wurden das langsame und etwas schnellere Slalomfahren, das richtige Kurvenverhalten in der Kreisbahn, das Ausweichen von Hindernissen sowie das als „Flucht in das Gelände“ bezeichnete Abkommen von der Straße. Mit jeder Runde verbesserte sich das Fahrverhalten der Teilnehmer, die am Ende nach viereinhalb Stunden betonten, dass sich durch die intensive Schulung ihr Sicherheitsgefühl verbessert habe.

Wissensvermittlung über Fahrphysik, Blick- und Lenktechnik

Dazu beigetragen hatte Jan Israel, der mit geschultem Blick immer wieder Hilfestellung gab und durch wiederholtes Üben schwieriger Situationen das Vertrauen der Teilnehmer in ihr fahrerisches Können stärkte. Zu den Trainingsinhalten zählten auch die Wissensvermittlung über Fahrphysik, Blick- und Lenktechnik sowie das Bremsen auf verschiedenen Untergründen. Vorteilhaft war auch die Erkenntnis, dass die körperliche Lockerheit auf dem Motorrad wichtig sei und das Bike beim langsamen Fahren im Straßenverkehr mit der Fußbremse zum Halten gebracht werden soll.

Dabei müsse der Blick immer nach vorne und nicht nach unten gerichtet sein, war zu hören „Der ADAC Nordbaden bietet auch ein Training für Wiedereinsteiger an, wobei die Motorräder sowie die Sicherheitsbekleidung leihweise zur Verfügung gestellt wird“, erläuterte Thomas Hätty, der mit der Premiere in Kronau zufrieden war. „Ich denke, dass diese After-Work-Schulungen zukunftsfähig sind“, sagte er und bekam dabei auch die Zustimmung der Teilnehmer.

Anmeldungen sind telefonisch oder im Internet sowie vor Ort in den ADAC-Geschäftsstellen möglich. Im September sind noch zwei Schulungen mit jeweils bis zu zehn Teilnehmern geplant.

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