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Energiewende in Kronau

Kronau plant Bau eines Kraftwerks: Anlage liefert Wärme und Kälte ins Haus

Eine zentrale Klimaanlage plant die Gemeinde Kronau auf einem Areal zwischen Mehrzweckhalle und Sportplatz. Ein modernes Blockheizkraftwerk soll im ersten Schritt öffentliche Gebäude versorgen, später auch Haushalte in der Nähe.

Standort der Heizzentrale Kronau: Zwischen Mehrzweckhalle und Sportgelände soll das Bauwerk entstehen. Die Anlage soll mit Hackschnitzeln laufen. Foto: Arved Oestringer

Der Klimaschutz ist ein Zukunftsprojekt, in das viel Geld und Tatendrang gesteckt werden muss. Kronau will nun mit dem Modellprojekt „Geo-Netz für Wärme und Kälte Kronau“ einen wichtigen Schritt in eine zukunftsfeste Energiepolitik machen.

Dafür wird im laufenden Jahr eine Heizzentrale mit Blockheizkraftwerk gebaut. Von diesem Kraftwerk aus wird die Wärme an die angeschlossenen Gebäude verteilt.

Versorgt werden zunächst kommunale Gebäude, wie die Merkzweckhalle, die Schule oder das Rathaus. Anschließend soll die Möglichkeit bestehen, private Gebäude ans Netz zu bringen, erklärt Bauamtsleiter Roland Notheisen auf Nachfrage. Es ist geplant, dass zuerst die Anwohner des Reihenhausgebiets am Festplatz das Angebot für einen Anschluss bekommen.

Anlage in Kronau mit Funktion einer Heizung und Klimaanlage

Damit die Kronauer Hausbesitzer die Vor- und Nachteile des neuen Energieprojektes abwägen können, werden unabhängige Energieberater zur Verfügung stehen, die über das Angebot aufklären. Das Beratungsangebot beinhaltet unter anderem die Fördermöglichkeiten für den Anschluss beziehungsweise Modernisierungsmaßnahmen.

Das Besondere an dieser Art der Fernwärme-Übertragung ist die Möglichkeit, auch Kälte liefern zu können. Im Sommer kann dann Kälte, die bei der Kühlung der Wärmepumpen entsteht, ebenfalls von den Haushalten genutzt werden. Die Anlage erfüllt also quasi die Funktion einer Heizung und einer Klimaanlage gleichzeitig.

Bleiben die Fragen: Wo wird die neue Anlage stehen und wie wird sie sich die Anwohner auswirken? Zumindest die Antwort auf die erste Frage ist geklärt: Gebaut wird die Heizanlage an der Grenze zwischen dem Parkplatz der Mehrzweckhalle und dem Sportgelände. Eine Beeinträchtigung der Anwohner soll durch das klimafreundliche Projekt nicht entstehen. Das „Gebäude soll in die Böschung integriert und optisch freundlich gestaltet werden“, schreibt die Gemeinde in einer Pressemitteilung.

Heizzentrale in Kronau soll rund drei Millionen Euro kosten

Bestehen wird die Heizzentrale aus einer Hackschnitzelheizung und einem 80.000 Liter Wärmespeicher. Die Abgase werden durch einen Elektrofilter gereinigt und über einen Wärmetauscher zur Kondensation gebracht. Die Höhe des Schornsteins berechnet jetzt ein Gutachter. Zielsetzung sei es, die Anwohner geringstmöglich zu beeinträchtigen, so die Gemeindeverwaltung.

Zu den Kosten äußerte sich Bauamtsleiter Notheisen, wie folgt: Das gesamte Objekt soll circa drei Millionen Euro kosten und bis zum Frühjahr 2022 fertig sein. Der Bund bezuschusst das Kronauer Heizsystem mit knapp 80 Prozent, wodurch die Umsetzung finanziell ermöglicht wird.

Aktiv heizen wird die Anlage zwischen September/Oktober bis April/Mai. Die wöchentliche Anlieferung der Hackschnitzel durch LKW wird, laut Pressemitteilung so getaktet, dass Anwohner und Schüler dadurch nach Möglichkeit nicht gestört werden. In konkreten Zahlen soll die Heizzentrale jährlich rund 639 Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen, das entspräche einer Gesamtreduktion von 89 Prozent für Kronau – abhängig davon, wie viele Gebäude angeschlossen sind.

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